Stadtteil Barenburg
Stadtteilprofil
Nördlich an die Wallanlage angrenzend liegt Barenburg, der mit 200 ha und ca. 7700 Einwohnern nach der Innenstadt größte und bevölkerungsreichste Stadtteil Emdens. Das Gebiet wird im Norden (Autobahn A31) und im Westen (Auricher Straße, B70) durch Hauptverkehrsachsen eingeschlossen und im Osten durch den Kanal Treckfahrtstief und den Stadtteil Tholenswehr begrenzt.
Gebietscharakter und Ausgangslage
Barenburg ist in mehreren Entwicklungsphasen nach dem Zweiten Weltkrieg als reines Wohngebiet entstanden und besteht aus einer heterogen Struktur von Geschosswohnungsbau, Einfamilienhausbebauung und inzwischen aufgegebener Kasernen-Nutzung.
Kennzeichnend für das rund 90 ha große Sanierungsgebiet ist das starke soziale West-Ost Gefälle und zum Teil große Unterschiede in der Lebensqualität zwischen Alt-Barenburg, dem historischen Kern des Stadtteils, dem mittleren Teilgebiet der "alten Neuen Heimat" und dem östlichen Bereich der "Glaspaläste/U-Blocks" entlang der Klein-von-Diepold-Straße. Insbesondere dieses Quartier mit den beiden zehngeschossigen, etwa 80 m langen Wohnblöcken mit je 160 Wohneinheiten, hat bis in die ersten Jahre nach der Jahrtausendwende unter sozialen Gesichtpunkten dramatische Veränderungen erlebt. Die kleinräumigen Wohnumfelder in diesem Quartier zeigen deutliche Spuren der Verwahrlosung. Die vermieteten Wohnungen in diesem Bereich sind heute überproportional stark mit Aus- und Übersiedlern, Migranten verschiedenster Nationalität sowie sozial schwachen Familien belegt.
Eine besonders starke Abwanderung aus dem Stadtteil und der damit verbundene hohe Wohnungsleerstand bilden ein heute offen sichtbares Kernproblem, dem im Rahmen des Programms "Soziale Stadt" mit einem integrierten Handlungskonzept begegnet wird.
Handlungsansätze und Potentiale
Das Sanierungsgebiet wird auch zukünftig Wohnort kinderreicher Familien und Bewohnergruppen mit geringerem Einkommen sein. Diese Funktion des Stadtteils soll nachhaltig stabilisiert werden. Gleichzeitig gilt es Bedingungen zu schaffen für einen Zuwachs an Einwohnern, insbesondere an sozial und einkommensstärkeren Familien. Dies wird nur erreichbar sein, wenn Bebauungen, die das Image heute beeinträchtigen, beseitigt, die vorhandenen und nutzbaren Flächenpotentiale für neue Einfamilienhausstrukturen erschlossen und die Infrastrukturen qualifiziert und ausgebaut werden.
Der Stadtteil verfügt dabei mit 3 Schulen, 4 Kindergärten bzw. Tageseinrichtungen für Kinder, 3 Spiel- und Bolzplätzen, 1 Kinder- und Jugendhaus über eine gute soziale Infrastrukturbasis. Dazu kommt ein reges Gemeinde- und Vereinsleben mit verschiedensten zusätzlichen Angeboten und Treffpunkten für alle Altergruppen.
Durch die offene Bebauung gibt es im Stadtteil große Flächenpotentiale, die mit den Wohnungsbaugesellschaften und anderen Akteuren erschlossen und neu gestaltet werden können.
Eine besondere Herausforderung und Chancen bietet die Öffnung und Wiedernutzung des Kasernengeländes, speziell der hier vorhandenen Sportinfrastruktur.


