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Johann-Friedrich-Dirks-Preis: Verleihung im Landesmuseum

 

 

Gitta Franken und Gerd Constapel sind die Gewinner des Literaturwettbewerbs

Am Dienstag, den 5. März hat das Kulturbüro der Stadt Emden vor rund 100 geladenen Gästen erstmals den Johann-Friedrich- Dirks-Preis für plattdeutsche Literatur verliehen. Im Rummel des Ostfriesischen Landesmuseums nahm Gitta Franken, Autorin und Liedermacherin aus Südbrookmerland, von Marcus J. F. Dirks, dem Urenkel des Namensgebers des Preises, ein Preisgeld von 2.500 Euro und die Preisskulptur entgegen. Den Anerkennungspreis von 500 Euro erhielt Gerd Constapel, Lyriker aus Leer.

Bernd Gurzki, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Emden, übergab den Kinder- und Jugendpreis in Höhe von 1.000 Euro an die 8. Klasse der Haupt- und Realschule Barenburg sowie eine Medaille für jedes Kind.

Gitta Franken erhält den Hauptpreis für ihr Werk „Swiegen“, in dem es um ein Familiengeheimnis geht. Der Anerkennungspreis geht an Gerd Constapel für seinen Gedichtzyklus „rüggels!“. Die Kinder der 8. Klasse der Haupt- und Realschule Barenburg bekamen den Kinder- und Jugendpreis für ihr Filmwerk mit dem Titel „Leevde“.

Schirmherr Bernd Bornemann hob in seinem Grußwort die Bedeutung der plattdeutschen Sprachen für die regionale Identität hervor. „Emden und Ostfriesland sind mit einer starken Wirtschaft und Wissenschaft Teil der globalen Welt. Das ist gut so. Aber Menschen brauchen auch Heimat. Heimat findet regional statt und definiert sich insbesondere über eine eigene Sprache“. Auch aus diesem Grunde, gelte es, das Plattdeutsche zu fördern und lebendig zu erhalten.

„Der Johann-Friedrich-Dirks-Preis ist ein wichtiger Multiplikator für die Förderung der plattdeutschen Sprache insgesamt“, sagte Helmut Collmann, Präsident der Ostfriesischen Landschaft und Jury-Mitglied. Denn dieser Wettbewerb erfahre eine hohe Aufmerksamkeit. „Nicht nur die Teilnehmer selbst, sondern auch deren Freunde und Familien, die Schulen und die Medien verfolgen den Verlauf eines solchen Wettbewerbs sehr intensiv“, so Collmann weiter. Das helfe allen Institutionen, die sich für das Plattdeutsche einsetzten. Die Ostfriesische Landschaft engagiert sich mit ihrem Plattdüütsch-Büro laufend für die Förderung der plattdeutschen Sprache.

Im Rahmen der Veranstaltung las Gitta Franken aus ihrem erfolgreichen Wettbewerbsbeitrag. Auch der Filmbeitrag des Kinder- und Jugendpreises wurde dem Publikum gezeigt.

Die Gäste erlebten ein reichhaltiges Programm aus Plattdeutscher Musik des Ensembles um Christine Schmidt. Schauspieler der Friesenbühne zeigten Szenen aus dem Theaterstück „Raadsheer Hero Thiemen“ des Heimatdichters Johann Friedrich Dirks.

Rico Mecklenburg, ehrenamtlicher Bürgermeister der Stadt Emden, moderierte die Veranstaltung. Der Juryvorsitzende und Fachmann für plattdeutsche Literatur, Carl-Heinz Dirks, begründete die Entscheidungen der Jury und würdigte die Gewinnerbeiträge.

Im vergangenen Jahr hatte die Stadt Emden den Johann-Friedrich-Dirks Preis erstmalig ausgeschrieben. Eine Fachjury bewertete 43 Werke von Erwachsenen und sechs Kinderbeiträge.

Mehr als die Hälfte der Lyrik und Prosa ist in ostfriesischem Platt verfasst, der Rest in niederländischen Dialekten und ein Beitrag auch auf mecklenburgischem Platt. Von Lyrik über Prosa bis hin zu dramatischen und filmischen Werken waren alle Genres vertreten.

„Die Idee der Stadt Emden für einen plattdeutschen Literaturpreis hat meiner Familie und mir gleich gefallen“, so Marcus J. F. Dirks, Urenkel des Namensgebers und Heimatdichters Johann Friedrich Dirks. Es sei wichtig, die plattdeutsche Sprache als Teil eines modernen Ostfrieslands zu fördern. Darum habe man sich auch gerne bereit erklärt, den Haupt- und Anerkennungspreis zu stiften. „Wir freuen uns jetzt schon auf die neue Ausschreibung für den Preis 2015, die es noch in diesem Jahr geben wird“, so Marcus J. F. Dirks.

Ausrichter des Preises ist die Stadt Emden. Das Preisgeld in Höhe von 2.500 Euro und ein Anerkennungspreis von 500 Euro werden von der Familie J.F. Dirks (Dirks Group) aus Emden gestiftet, ebenso eine Bronzeskulptur als Preissymbol. Die Sparkasse Emden fördert darüber hinaus mit 1.000 Euro einen speziellen Kinder- und Jugendwettbewerb. Das Kulturbüro der Stadt Emden leitet die organisatorische Durchführung des Wettbewerbs. Schirmherr ist Emdens Oberbürgermeister Bernd Bornemann. Der Johann-Friedrich-Dirks-Preis wird alle zwei Jahre vergeben.

Johann Friedrich Dirks (* 9.2.1874, + 31.3.1949) war Emder Heimatdichter. Erzählungen und Gedichte gehören ebenso zu seinem Werk wie Theatertücke und Vertonungen. Johann Friedrich Dirks war im Plattdeutschen zuhause. Seine Sprache war das Emder Platt, wie es vor der Jahrhundertwende gesprochen wurde. Auch beruflich war Johann Friedrich Dirks als Journalist bei der Emder Zeitung der Sprache verbunden.

BU (v. l.): Marcus J.F. Dirks, Urenkel des Namensgebers des Wettbewerbs, übergibt Gewinnerin Gitta Franken im Namen der Familie Dirks die Preisskulptur.


 

Letzte Änderung: 13.03.2013

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