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    Schauspiel

     

    Foto Schauspiel Stella

    Stella
    von Johann Wolfgang Goethe
    Landesbühne Nds. Nord

    Montag, 21.09.2009, 20:00 Uhr

    Stella, Cäcilie und Fernando befinden sich in einem amourösen Dilemma, aus dem es keinen Ausweg zu geben scheint: Die Liebe verbindet Fernando mit beiden Frauen gleichermaßen. Cäcilie ist die verehrte Ehefrau, Stella die begehrte Freundin. Die Situation ist unerhört, doch Liebe hat bunte Flügel und hält sich nun mal nicht an die Regeln. Cäcilie macht schließlich einen kühnen Vorschlag um den Knoten zu lösen: Wenn die drei zu keiner Entscheidung kommen können, müssen sich die Frauen ihren Geliebten teilen, nach dem Motto "eine Wohnung, ein Bett und ein Grab". 
    Kann das funktionieren? Goethe selbst hat, als Reaktion auf Skandal und Zensur und auf Anraten Schillers, dem ursprünglich vorgesehenen Happy End einen tragischen Schluss gegenübergestellt.  Wie schon in seinem Roman "Wahlverwandschaften", entwirft Goethe mit progressivem künstlerischen Mut auch in Stella ein Modell menschlichen Zusammenlebens, das in der Dichtung seiner Zeit sehr provokant war. Er zeichnet ein Bild der Liebe, das auch heute noch reichlich Diskussionsstoff bietet.

     

     

    Foto Schauspiel Der Tartuffe

    Der Tartuffe
    von Moliére
    Landesbühne Nds. Nord

    Mittwoch, 30.09.2009, 20:00 Uhr

    Orgon, ein reicher Pariser Bürger, ist seines Lebens im Wohlstand überdrüssig, es erscheint ihm sinnlos und hohl. Da begegnet er Tartuffe, dem Prediger: Durch Frömmigkeit, moralische Strenge und religiösen Eifer macht er Orgon zu einem glücklichen Menschen. So glücklich, dass er Tartuffe seine Tochter verspricht, die schon längst verlobt ist, und ihm Haus und Vermögen überschreibt. Seine Familie ist entsetzt. Erst als Tartuffe der Hausherrin Elmire Avancen macht, erkennt Orgon, welche Zecke er sich ins eigene Fell gesetzt hat, aber da ist es zu spät: Tartuffe ist neuer Eigentümer des Hauses.... 
    Mit beißendem Spott entlarvt Molière die verzweifelte Sinnsuche eines erschlafften Bürgertums, das auf jeden Scharlatan hereinfällt, wenn er nur streng genug Moral und Anstand fordert. Molières erfolgreichste Komödie wurde nach ihrer Uraufführung zunächst zweimal von der Zensur verboten. Vermutlich haben sich einige der Zensoren darin wiedererkannt. Erst die dritte Fassung von 1669 wurde genehmigt. 
    Die Fehler des Menschen sind immer noch dieselben - hoffen wir, dass die Komödie im Sinne Molières "die Menschen bessert, indem sie sie zum Lachen bringt

     

     

    Komödie im Dunkeln

    Komödie im Dunkeln
    von Peter Shaffer
    Landesbühne Nds. Nord

    Freitag, 13.11.2009, 20:00 Uhr

    Der Bildhauer Brindsley Miller steht vor dem wichtigsten Tag seines Lebens: Ein Millionär hat sich angekündigt, um seine Plastiken zu begutachten. Miller scheint kurz vor dem sehnsüchtig erwarteten Durchbruch zu stehen. Gemeinsam mit seiner Verlobten, dem Schwiegervater in spe und einer alkoholseligen Nachbarin wartet er nun auf seine große Stunde. Doch da geht plötzlich das Licht aus: Kurzschluss! Der Bildhauer und seine Besucher tappen im Dunkeln. Zu allem Überflusss schneit im denkbar ungünstigsten Augenblick auch noch Brindsleys heimliche Geliebte herein, und um allem die Krone aufzusetzten, wird schließlich im Dunkeln der Millionär mit Elektroinstallateur verwechselt. Eine Katastrophe folgt der anderen und so nimmt das Chaos peinlicher und irrsinnig komischer Situationen seinen Lauf. In Peter Shaffers Komödie wird getrickst, getäuscht, geblufft und getrunken, was das Zeug hält - und das alles im Dunkeln! Einzig der Zuschauer hat hier die sehr unterhaltsame Chance, verborgene Missgeschicke und abstruse Heimlichkeiten im grellen Scheinwerferlicht zu sehen. Ein ganz ungewöhnliches Vergnügen!

     

     

    Ein Blick von der Brücke

    Ein Blick von der Brücke
    von Arthur Miller
    Landesbühne Nds. Nord

    Montag, 14.12.2009, 20:00 Uhr

    Eddi ist vor zwanzig Jahren aus Italien in die USA eingewandert und schufftet seitdem im New Yorker Hafenviertel. Dort lebt er zusammen mit seiner Frau und seiner Nichte Catherine, die er an Kindes statt aufgezogen hat und die es einmal besser haben soll. Als Marco und Rudolpho, gerade illegal aus Sizilien eingereist, bei der Familie Unterschlupf finden und sich zwischen Rudolpho und Catherine eine Liebesbeziehung anbahnt, sieht Eddi rot: Er gerät in einen Strudel aus verletztem Stolz und Eifersucht und versucht verzweifelt, die Familienordnung wieder herzustellen. Als ihm dies nicht gelingt, begeht er einen innerhalb der eingeschworenen Hafengemeinde undenkbaren Verrat: Er zeigt Marco und Rudolpho bei der Einwanderungsbehörde an und löst damit ein menschliches Drama aus... Als ich die Geschichte eines Abends in meiner Nachbarschaft hörte, fiel mir sofort auf, wie direkt und mit welch atemberaubender Einfachheit sie sich entfaltete", schreibt Arthur Miller über die reale Begebenheit, auf der sein Stück basiert. In bewegender Authentizität und zeitloser Brisanz erzählt es vom Ausgeliefertsein illegaler Einwanderer in einer ihnen fremden Kultur und von Menschen, die trotz allem ihre würde zu wahren versuchen.

     

     

    Foto Musical Meta Norddeich

    Meta, Norddeich - Das Rockmusical des Nordens
    von Peter Schanz
    Landesbühne Nds. Nord

    Freitag, 29.01.2010, 20:00 Uhr

    Der Musikclub "Haus Waterkant" in Norddeich und Meta, dessen resolute Hausherrin, sind ostfriesische Legenden! Was der Star-Club auf der Großen Freiheit in Hamburg war, das war "Haus Waterkant" in Norddeich: Eine der angesagtesten Locations zwischen Holland und Hamburg! Und alle kannten Meta, die Mutter Courage der ostfriesischen Rockgeschichte, die das Bier im Kinderwagen durch die Kneipe fuhr. Alle haben zahllose Nächte in ihrem Musikschuppen verbracht. Und auf dem Deich davor. Die Scorpions, Otto Waalkes und Howard Carpendale geben sich bei Meta die Klinke in die Hand. "Komm, wir geh`n zu Meta" war ab Anfang der 60er im Nordwesten ein geflügeltes Wort unter Jugendlichen und Junggebliebenen. Für alle anderen war der "Hottentottenschuppen" ein rotes Tuch. Sex, Drugs und Rock`n Roll riefen aufgebrachte Bürger und die Behörden auf den Plan... Mit Meta, Norddeich präsentiert die Landesbühne die Uraufführung eines musikalischen Spektakels aus dem Bauch unserer Region: so schrill wie erdverbunden erzählt es von einem in Ostfriesland weltberühmten Musikschuppen, von den Menschen im Schatten der Deiche und von einer ungewöhnlichen Frau mit großen Herzen und Haaren auf den Zähnen. Mit viel Live-Musik. Zum Grooven. Zum Erinnern. Zum Heulen vor Glück.

     

     

    Foto Schauspiel Schnee

    Schnee
    von Orhan Pamuk
    Landesbühne Nds. Nord

    Dienstag, 23.02.2010, 20:00 Uhr

    Ein deutscher Dichter türkischer Herkunft reist mitten im Winter nach Kars, eine türkische Provinzstadt, um für eine deutsche Zeitung über eine Selbstmordserie zu berichten: Junge Mädchen sollen sich umgebracht haben, weil sie gezwungen wurden, dass Kopftuch abzulegen. Er trifft die Liebe seines Lebens, lernt einen geheimnisvollen Paten kennen und wird Zeuge einer grausamen Bluttat, als islamistische Terroristen den Rahmen einer Theatervorstellung ausnutzen, um die Stadt in ihre Gewalt zu bringen.  In Sprachbildern von feinster Zerbrechlichkeit beschreibt Literaturnobelpreisträger Orhan Pamuk seine Türkei in einem Schwebezustand zwischen Lebensfreude und Unterdrückung. Wie die Stadt im Schnee so versinkt der Besucher in dieser fremd-vertrauten Welt wie in einem (Alp)Traum. Eine mit großer Leuchtkraft erzählte Geschichte von der Liebe und vom Schnee.

     

     

    Foto Schauspiel Der Schimmelreiter

    Der Schimmelreiter
    von Theodor Storm
    Theater des Ostens

    Mittwoch, 10.03.2010, 20:00 Uhr

    Du weißt ja auch, der Allmächtige gibt den Menschen keine Antwort - vielleicht, weil wir sie nicht begreifen würden.  Deichgraf Hauke Haien ist für die Sicherheit der Marschbewohner verantwortlich. Mit seinen Ansichten über die moderne Deichbautechnik kann er sich gegen die Dorfbewohner nicht durchsetzen. Sie glauben, dass das Unglück sie verschonen wird. Bei einer Sturmflut brechen die nach alter Bauweise reparierten Deiche und Hauke Haien muss zusehen, wie Frau und Kind in den Fluten versinken. Daraufhin treibt er seinen Schimmel mit den Worten ins wütende Meer:"Herr Gott, nimm mich, verschon die andern!". Ein großes Thema, von einem außergewöhnlichen Ensemble spannend in Szene gesetzt. Zugleich ein großes Gleichnis: Hoffen nicht auch wir, dass uns "the big one" verschonen wird? Sind nicht auch wir oft zu leichtfertig in guten Zeiten? Man wird sich der berührenden Menschlichkeit der Schicksale, dem Dämonisch-Gespenstischen des nordischen Meeres nicht entziehen können. Wie aktuell das Thema geardezu wieder in unserer Zeit des Klimawandels ist, zeigen die Naturkatastrophen wie Tsunami, New Orleans usw.

     

     

    Foto Schauspiel Strick mit einem Ende

    Strick mit einem Ende
    Posse mit Gesang von Johann Nepomuk Nestroy
    Landesbühne Nds. Nord

    Samstag, 10.04.2010, 20.00 Uhr

    Eine verarmte Kleinstadt feiert: Mit dem neuen Schlossherrn wird alles besser werden! All sein Geld wird er verteilen! Niemand muss mehr arbeiten! Es lebe der neue Schlossherr! Das Problem ist nur, dass dieser nicht daran denkt zu leben, er ist nämlich gerade dabei, sich zu erhängen, weil er die Langeweile des Reichtums nicht mehr aushält. 
    Geld allein macht ja bekanntlich nicht glücklich. Das behaupten allerdings nur die, die genug davon haben. Alle anderen träumen vom Reichtum. Der Schlossherr träumt von der Liebe und beschließt - anstatt sich zu erhängen - die erste Frau zu heiraten, die ihm an diesem Tag über den Weg läuft.... Liebenswerte Schlitzohren, kratzbürstige Frauen, schwermütige grantelnde Diener, etwas zu feine Damen und ironisch-versnobte Herren bevölkern auch diese "Posse mit Gesang" des großen österreichischen Dichters. Hinter aller Komik versteckt sich bei Nestroy immer die große Frage nach dem Sinn der menschlichen Existenz und charmant verpackte Kritik. Die Fähigkeit, dies alles mit der tänzerischen Leichtigkeit eines wahren Humoristen unter die Lupe zu nehmen ist es, was bis heute die Beliebtheit seiner Stücke ausmacht.

     

     

    Foto Schauspiel Das Käthchen von Heilbronn

    Das Käthchen von Heilbronn
    von Heinrich von Kleist
    Landesbühne Nds. Nord

    Dienstag, 04.05.2010, 20:00 Uhr

    Liebe ist stärker als Hass, Träume echter als die Wirklichkeit und Hingabe mächtiger als Intrigen. Diese Ideale verkörpert das Käthchen in Kleists traumverlorenem Zaubermärchen und "besiegt" damit den egoistisch verbohrten Graf Wetter vom Strahl. Dabei sieht es am Anfang nicht so aus. Der karrierebesessene Graf will nicht von Käthchen wissen. Seine Verlobte Kunigunde von Thurneck, eine Art Paris Hilton des Mittelalters, verspricht Aufstieg in bessere Kreise und Nähe zum Kaiser. Als aber Kunigunde nach einer verlorenen Schlacht das Käthchen zurück in ihr brennendes Schloss schickt, um ein leeres Futteral zu retten, erkennt der Graf, dass sie wegen eines "Nichts" ein Menschenleben aufs Spiel setzt. In der Traumszene unterm Holunderbusch erkennt der Graf, dass Käthchens reine Liebe mehr Macht über ihn hat als der hohle Glamour der Adelswelt. Und wer weiß, vielleicht ist sie ja doch die Kaiserstochter, von der er in der letzten Silversternacht geträumt hat. Schließlich war der Kaiser von 16 Jahren zu Besuch in Heilbronn und hat im Haus von Käthchens Vater übernachtet...  Das Käthchen von Heilbronn ist einer der romantischsten Liebesgeschichten der deutschen Theaterliteratur. Kleist gelingt das Kunststück, der Romantik die notwendige Tiefe zu verleihen. Ein Klassiker des Theaters!

     

     

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    Letzte Änderung: 18.11.2009

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