Industrie
Das heutige Emden ist ein moderner Stadtorganismus mit industriellem Akzent. Im Süden der Stadt schließt sich die Hafen- und Industrielandschaft an. Die Schwerpunktfunktion Emdens in der niederemsischen und ostfriesischen Region wird durch die Zahl der Industriebeschäftigen pro 1000 Einwohner deutlich: Für Emden galt im Jahre 2004 die Zahl 231, für den angrenzenden Landkreis Aurich als Industriedichteziffer 24 pro 1000. Daraus geht hervor, dass die Stadt Emden in einem agrarisch-orientierten Raum liegt, für den die Stadt gleichsam "Werk- und Arbeitsstättenfunktion besitzt.In Emden sind rd. 12.000 der insgesamt rd. 26.000 Industriebeschäftigten Ostfrieslands tätig.
Beim größten Arbeitgeber der Region, dem Volkswagen AG - Werk Emden beispielsweise, sind ca. 80 % der Beschäftigten aus Ostfriesland und 20 % aus Emden. Viele der weiteren Betriebe der Region sind mittelbar oder unmittelbar an Hafenumschlag und Schifffahrt in Emden gebunden. Die Küstenregion Ostfriesland mit Emden als seinem wirtschaftlichen Mittelzentrum hat gegenüber anderen Regionen immer noch einen deutlichen Entwicklungsrückstand, der als Folge der stagnierenden Wirtschaftsentwicklung seit Anfang der 90er Jahre durch starke Arbeitsplatzverluste und eine der höchsten Arbeitslosenquoten in Niedersachsen zu Buche schlägt.
Der Emder Hafen ist der westlichste deutsche Nordseehafen und gliedert sich in einen Binnen- und einen direkt an der Ems gelegenen Außenhafen. Kaianlagen von 9,0 Kilometer Länge sind mit 7 Umschlagbrücken bis 80 Tonnen Tragfähigkeit und 7 Ro-Ro-Anlagen ausgestattet. Ein Containerterminal und der Freihafen runden das Angebot ab. Im Stückgutbereich kommt dem Kraftfahrzeugumschlag eine große Bedeutung zu. Der Export und Import des Volkswagen-Werkes sowie anderer Werke führten zu Umschlagszahlen von 771.650 Kraftfahrzeugen im Jahre 2004. Heute gehen rund 30 % des deutschen Kraftfahrzeugumschlags über Emden.
Die Autoport Emden GmbH verfügt im Automobilumschlag über weltweite Verbindungen. Umfangreiche Ansiedlungsflächen - Emden ist flächenmäßig der drittgrößte deutsche Nordseehafen - stehen am seeschifftiefen Fahrwasser zur Verfügung.
Traditionell ist in Emden der Schiffsbau. Die Großwerft Nordseewerke GmbH ist in der Lage, Großschiffeinheiten bis 120.000 tdw. zu bauen. Die Beschäftigtenzahl liegt zur Zeit bei 1.400. Als zweite größere Werft ist in Emden die Schiffswerft und Maschinenfabrik Cassens GmbH mit ca. 160 Beschäftigten angesiedelt, die Neubauten bis 10.000 tdw. erstellt und des weiteren Reparatur- und Dockarbeiten durchführt. Diese Werftbetriebe stellen einen wesentlichen Faktor im ostfriesischen Wirtschaftsleben dar. Eine Reihe von kleinen Schiffswerften hat sich durch den Bau von Spezialschiffen einen guten Namen gemacht und im internationalen Konkurrenzkampf bewährt.
Der größte Arbeitgeber ist das Volkswagenwerk AG - Werk Emden, das Leitwerk des Mittelklassewagens "Passat", mit zur Zeit ca. 10.000 Beschäftigten und einer Tagesproduktion von mehr als 1.200 Einheiten. Diesem Werk kommt daher für die Arbeitsmarktsituation Emdens eine überragende Stellung zu. Weiter gibt es eine Anzahl mittelgroßer Betriebe in den Bereichen Maschinen- und Stahlbau, Chemische Industrie, Baustoffindustrie und Nahrungs- und Genussmittel.
Einen Energiestandortvorteil für Industrieansiedlungen stellt auch das 1977 fertiggestellte Erdgasterminal mit Entschwefelungsanlage auf dem Rysumer Nacken dar, an dem die 440 km lange, auf dem Meeresboden verlegte Erdgaspipeline aus dem norwegischen Ekofisk endet. Ekofiskfeld - Rohgas wird hier verarbeitet und in das Ruhrgebiet (Ruhrgas), in die Niederlande, nach Belgien und Frankreich weitergeleitet. Jährlich werden rund 15 Mrd. cbm Nordseegas aufbereitet.
Obwohl noch über 60% des ausgedehnten Stadtgebietes landwirtschaftlich genutzt werden, hat die Landwirtschaft als Erwerbszweig wenig Bedeutung.
Auf dem Bildungssektor kommt für Emden als Hochschul-
standort (seit 1974) eine zusätzliche Bedeutung als wissenschaftlicher Schwerpunkt hinzu. Die Fachhoch-
schule Oldenburg, Ostfriesland, Wilhelmshaven zählt zur Zeit 3000 Studierende in den Fachbereichen: Sozialwesen, Wirtschaft, Maschinenbau, Elektrotechnik und Informatik, Physik- und Chemietechnik sowie Bio- und Umwelt-
technologie.


