Im Zuge der Sanierung der Neutorstraße/Am Delft, einer der zentralen Einkaufsstraßen in der Emder Innenstadt, ist auch die sogenannte "Neutor-Galerie" – die gläserne Überdachung entlang der Ladenzeilen – erneut in die öffentliche Diskussion gerückt.
Von Beginn an war vorgesehen, dass im Rahmen der Neugestaltung auch die Galerie erneuert werden soll. Ziel war es, den Schutz der Fußgängerinnen und Fußgänger vor Witterungseinflüssen zu erhalten und gleichzeitig ein städtebaulich ansprechendes Erscheinungsbild zu schaffen.
Im Laufe der weiteren Planungen haben sich jedoch erhebliche technische, rechtliche und denkmalpflegerische Herausforderungen ergeben:
- In Teilbereichen der Straße lässt der Denkmalschutz eine Neuerrichtung der Galerie in der bisherigen Form nicht zu.
- Zudem war der grundsätzliche Tenor, dass eine neue Galerie nicht mehr direkt mit den Hauswänden verbunden werden könnte. Hierfür wäre eine neue freistehende Konstruktion in massiver Bauweise erforderlich. Das hätte wiederum zu einem Kostenaufwand geführt, der in keinem vertretbaren Verhältnis zum Nutzen gestanden hätte.
Darüber hinaus ist es technisch nicht möglich, die bestehende Galerie während der Bauarbeiten an der Straße zu erhalten. Eine Sanierung im Bestand würde gegen aktuelle rechtliche Vorgaben verstoßen und ist auch aus bautechnischen Gründen nicht umsetzbar.
In den vergangenen Wochen hat die Stadtverwaltung daher intensive Gespräche mit Anwohnerinnen, Eigentümerinnen und Einzelhändlerinnen geführt, um die Situation ausführlich zu erläutern und mögliche Lösungsansätze zu besprechen. Dabei wurde deutlich, dass aus Sicht vieler Betroffener der Wunsch nach einer Galerie – also einem Witterungsschutz für die Einkaufsstraße – weiterhin sehr groß ist.
Nun wurde von Seiten einzelner Eigentümer*innen signalisiert, dass eine Befestigung an den Hauswänden doch denkbar sei. Diese Ausgangslage eröffnet zusätzliche planerische Möglichkeiten.
Der Verwaltung wurde daraufhin in einer Sitzung am 5. November 2025 durch den Rat der Auftrag erteilt, eine neue Planungsgrundlage zu erarbeiten, die den veränderten Rahmenbedingungen Rechnung trägt.
"Wir werden Kosten und technische Machbarkeit erneut sorgfältig prüfen, um am Ende eine verlässliche Entscheidungsgrundlage für die Politik zu schaffen. Unser Ziel ist eine Lösung, die die Interessen der Eigentümerinnen und Gewerbetreibenden sowie der unserer Bürger*innen und Gäste Emdens ebenso berücksichtigt wie die rechtlichen, technischen und finanziellen Anforderungen", so Stadtbaurätin Irina Krantz.
Bis eine solche Planung vorliegt, wird es noch etwas Zeit benötigen. Erst dann kann der Rat auf Basis einer verlässlichen Entscheidungsgrundlage über das weitere Vorgehen beraten und entscheiden.