30.03.2017 Kategorie: Rathaus

Fortbildung für Ehrenamtliche in der Flüchtlingshilfe


Im Rahmen des Programms ehrenWERT. fördert die Klosterkammer Hannover im Jahr 2017 eine Fortbildungsreihe für Ehrenamtliche in der Flüchtlingshilfe in der Stadt Emden.
Die Stadt Emden freut sich über die Förderung der Klosterkammer, da das ehrenamtliche Engagement  eine wichtige Säule in der Flüchtlings- und Integrationsarbeit bildet.

Ohne die ehrenamtlichen Helfer, wäre es uns nicht so gut gelungen, die Flüchtlinge, die in den letzten drei bis vier Jahren, in einer größeren Zahl zu uns gekommen sind, von Anfang an zu unterstützen und in unsere Gesellschaft so schnell zu integrieren. Die Erfolge machen sich jetzt schon an vielen Stellen bemerkbar und die Neuzugewanderten finden sich viel schneller zurecht, lernen schneller Deutsch und fühlen sich schneller dazugehörig. Diese Erfolge sind auch den ehrenamtlichen Helfern zu verdanken.

Deshalb ist es für die Stadt Emden von großer Bedeutung auch die Ehrenamtlichen zu unterstützen, ihnen zu danken und ihre Arbeit zu würdigen. In diesem Jahr soll es neben der Dankesveranstaltung, die im Februar stattgefunden hat, diese umfangreiche Fortbildungsreihe geben, die sich an den Bedarfen und Wünschen der Ehrenamtlichen orientiert.

Hintergrundinformation zur Entstehung der Fortbildungsreihe
Durch den starken Zuzug von Flüchtlingen in den letzten zwei Jahren hat sich auch in Emden der Bedarf an zusätzlichen Hilfen gezeigt, der durch die örtlichen Integrationsberatungsstellen und Dienste nicht bewältigt werden kann. Wie in vielen Städten Deutschlands, haben  auch in Emden viele Bürgerinnen und Bürger in der akuten Phase große Bereitschaft gezeigt und unterstützen und begleiten heute noch, die bei uns angekommenen Flüchtlinge.
Schätzungsweise gibt es in Emden über 100 Personen, die sich in der Flüchtlingshilfe engagieren. 60 Personen werden durch die Koordinierungsstelle für Migration und Teilhabe (KMuT) vermittelt und begleitet, davon 38 Aktive die über eine Qualifizierung zur Integrationslotsen verfügen. Zahlreiche Helferinnen und Helfer sind in Sportvereinen, Kirchengemeinden und anderen Institutionen aktiv.

Die  vorhandenen Strukturen in der Kommune (Einstiegsqualifizierungen zur Integrationslotsen  und die sozialpädagogische Begleitung durch zuständige Mitarbeiterin aus der KMUT) bieten den Helfern in der direkten Flüchtlingshilfe und Integrationsarbeit eine gute Einstiegsmöglichkeit in die Tätigkeit. Diese reichen jedoch nicht aus, um allen freiwillig Aktiven gerecht zu werden und sie mit allen erforderlichen Informationen und Kompetenzen auszustatten, die zur Ausübung der Tätigkeit  notwendig sind.

Im Rahmen des Informationstages im August 2016 für freiwillig Aktive in der Flüchtlingsarbeit in Emden, an dem 60 Personen teilgenommen haben, wurde eine Bedarfsabfrage durchgeführt, mit dem Ziel, die Helfer zu unterstützen und ihre Handlungsfähigkeit zu fördern. Die Ergebnisse des Fachtages sowie Einzelgespräche mit den freiwillig Aktiven zeigten deutlich Unterstützungsbedarf in den folgenden 4 Themenfeldern:

• die Organisations- und Vernetzungsstruktur der Freiwilligen innerhalb der Koordinierungsstelle für Migration und Teilhabe zu verbessern;
• Informationsvermittlung;
• Förderung der interkulturellen Kompetenz;
• Förderung des Erfahrungsaustauschs und der Selbsthilfe unter den freiwillig Aktiven;

Die Fortbildung
Sieben Workshops und vier Vorträge werden geplant, um die o.g. Bedarfe der Ehrenamtlichen decken zu können und ihre Handlungsfähigkeit und Motivation zu fördern. 

Ziele der Fortbildungsreihe
Ziel der Fortbildung ist, Ehrenamtliche in der Flüchtlingsarbeit bedarfsgerecht und Vorort zu qualifizieren und fortzubilden. Indirekt sollen Flüchtlinge und andere Zuwanderer  von der Strukturverbesserung profitieren. Mit dem Einsatz von freiwillig Aktiven wird der Integrationsprozess von Anfang an unterstützt und beschleunigt. Folgende Ziele werden somit im Projekt verfolgt:

• Der Aufbau einer tragfähigen und gemeinsam abgestimmten Struktur zwischen Haupt- und Ehrenamt in der Flüchtlingshilfe
• Förderung der Handlungsfähigkeit bei den Freiwilligen  durch Informationen und durch die Schulung der interkulturellen Kompetenzen
• Aufbau einer Vernetzungs- und Beratungsstruktur unter den Ehrenamtlichen

Umsetzung der Fortbildung
Eine Fortbildungsreihe bestehend aus 7 Workshops und 4 Vortragsabenden soll organisiert und wie folgt bis Dezember 2017 umgesetzt werden:

1 Workshop zur Verbesserung  der Zusammenarbeit der Freiwilligen mit der Koordinierungsstelle für Migration und Teilhabe
4 Infoabende zu aktuellen Themen in der Flüchtlingsarbeit
4 Schulungen zur Förderung der Interkulturellen Kompetenz
2 Workshops zur  Förderung des Erfahrungsaustauschs und der Selbsthilfe  unter den freiwillig Aktiven – Vermittlung der Methode "Kollegiale Beratung"

Die Fortbildungsreihe wird in Emden  im Mehrgenerationenhaus Kulturbunker, Geibelstraße 30a, 26721 Emden stattfinden.

Die Umsetzung des Vorhabens wird in Kooperation zwischen den 3 kommunalen Institutionen erfolgen: der Koordinierungsstelle Ehrenamt, der Koordinierungsstelle für Migration und Teilhabe und dem Mehrgenerationenhaus Kulturbunker.
Für die Teilnehmer ist die Fortbildung mit Verpflegung kostenfrei.
Anmeldungen sind zu den jeweiligen Fristen unbedingt erforderlich.

Workshops von März – August 2017
Folgende Workshops sind bereits von März-August geplant und terminiert. Die Stadt Emden freut sich, wenn die Ehrenamtlichen aus den verschiedenen Institutionen(Stadt Emden, Kirchengemeinden, Sportvereine, Nachbarschaftshilfe etc.) darauf aufmerksam gemacht werden und sich zu den einzelnen Workshops und Vorträgen anmelden würden.


"Workshop zur Verbesserung der Organisationsstruktur und der Zusammenarbeit zwischen den freiwilligen Helfern und der Koordinierungsstelle für Migration und Teilhabe"
Termin: Freitag, 31.03.2017, 12.00-18.00Uhr
Ort: Mehrgenerationenhaus Kulturbunker, Geibelstraße 30a
Referent: Herr Frank Biehl, Ev. Bildungszentrum Bad Bederkesa
Teilnehmer: 30 Pers.
In diesem Workshop möchten wir einen Austausch anregen und unter externer Moderation mit Ihnen gemeinsam die Strukturen, die für eine gute und nachhaltige Zusammenarbeit der Ehrenamtlichen und der Hauptamtlichen in der Flüchtlings-und Integrationsarbeit erforderlich sind, besprechen und weiterentwickeln. 
Wir beginnen um 12.00 Uhr mit einem gemeinsamen Mittagstisch und starten um 13.00 Uhr mit dem Workshop bis max. 18.00 Uhr.
Die Teilnahme am Workshop sowie die ganztägige Verpflegung sind für Sie kostenfrei!


Workshop "Kollegiale Beratung"

Termin: Freitag, 28.04.2017 von 12.00-18.00 Uhr
In der Arbeit mit Flüchtlingen sind Ehrenamtliche mit vielen verschiedenen Themen konfrontiert, mit denen sie bisher nie zu tun hatten. Kontakte mit verschiedenen Behörden und Institutionen, mit unterschiedlichen Kulturen und Lebenswelten sowie auch die Gesetzgebung und das Sozialsystem,  lösen teilweise schwierige Gefühle wie Ratlosigkeit und  Ohnmacht der Helfer aus. Damit Helfer sich nicht selber überfordern, ist der Austausch mit anderen, die Ähnliches erfahren, hilfreich.
Die Methode kollegiale Beratung kann erlernt werden und bietet gute Möglichkeiten sich professionell gegenseitig beraten zu können. Neben dem Erlernen der Methode im Workshop, gibt es die Möglichkeit diese an konkreten aktuellen Situationen anzuwenden und gemeinsam zu überlegen wie kollegiale Beratungstermine untereinander organisiert werden können.
Teilnehmerzahl: max. 30 Pers.
Referent: Frank Biehl, Supervisor und Organisationsberater
Wir beginnen um 12.00 Uhr mit einem gemeinsamen Mittagstisch und starten um 13.00 Uhr mit dem Workshop bis max. 18.00 Uhr.
Die Teilnahme am Workshop sowie die ganztägige Verpflegung sind für Sie kostenfrei!
Anmeldung bis zum 15.04. unter imamovic(at)emden.de  oder tel.585624


Interkulturelles Training  - Vielfalt der Kulturen
Termin: Freitag, 12.05.2017   von 12.00-18.00 Uhr
Kulturelle Vielfalt und Vorurteile gegenüber Unbekanntem können zu Missverständnissen in der Kommunikation führen und den Umgang miteinander erschweren. Dies zu erkennen, das eigene Handeln zu reflektieren und gegebenenfalls anders auszurichten, hilft auch in der ehrenamtlichen Unterstützung und Begleitung von Flüchtlingen. Das interkulturelle Training bietet  anhand von Übungen und Fallbeispielen aus der Praxis die Möglichkeit sich mit der beschriebenen Thematik auseinanderzusetzen sowie Dimensionen der (interkulturellen) Kommunikation kennenzulernen.
Teilnehmerzahl: max. 18 Personen
Referentin: Carmen Guerra, Caritasverband für die Diözese Osnabrück e.V.
Wir beginnen um 12.00 Uhr mit einem gemeinsamen Mittagstisch und starten um 13.00 Uhr mit dem Workshop bis max. 18.00 Uhr.
Die Teilnahme am Workshop sowie die ganztägige Verpflegung sind für Sie kostenfrei!
Anmeldung bis zum 01.05. unter imamovic(at)emden.de  oder tel.585624


Interkulturelles Training – Vielfalt der Kulturen

Termin: Samstag, 13.05.2017  von 9.30-15.30 Uhr 
Kulturelle Vielfalt und Vorurteile gegenüber Unbekanntem können zu Missverständnissen in der Kommunikation führen und den Umgang miteinander erschweren. Dies zu erkennen, das eigene Handeln zu reflektieren und gegebenenfalls anders auszurichten, hilft auch in der ehrenamtlichen Unterstützung und Begleitung von Flüchtlingen. Das interkulturelle Training bietet  anhand von Übungen und Fallbeispielen aus der Praxis die Möglichkeit sich mit der beschriebenen Thematik auseinanderzusetzen sowie Dimensionen der (interkulturellen) Kommunikation kennenzulernen
Teilnehmerzahl: max. 18 Personen
Referentin: Carmen Guerra, Caritasverband für die Diözese Osnabrück e.V.
Die Teilnahme am Workshop sowie die ganztägige Verpflegung incl. Mittagessen sind für Sie kostenfrei!
Anmeldung bis zum 01.05. unter imamovic(at)emden.de  oder tel.585624


Workshop "Bis hierher und weiter."  - Selbstfürsorge für ehrenamtlich Aktive in der Flüchtlingshilfe

Termin: Donnerstag, 24.08.2017 von 18.00-21.00 Uhr
In diesem Workshop haben die Ehrenamtlichen die Möglichkeit, Strategien der Selbstfürsorge kennen zu lernen und zu erfahren, wie innere Haltungen und Einstellung zur Gesunderhaltung beitragen;
Sie haben die Gelegenheit, sich dabei selbst in ihrer Tätigkeit in der Flüchtlingsarbeit zu betrachten; sich auszutauschen über das, was sie in der Nähe-Distanz Regulation als belastend erleben;
eigene Bedürfnisse und Grenzen wahrzunehmen und diese zu vermitteln.
Teilnehmerzahl: max. 25 Personen
Referent: Holger Lumme, Systemischer Berater (SG), Supervisor (SG), stationäre Betreuung von unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen, Don Bosco Kath. Jugendhilfe
Die Teilnahme am Workshop und die Verpflegung sind für Sie kostenfrei!
Anmeldung bis zum 10.08. unter imamovic(at)emden.de   oder tel.585624