01.11.2018

Marktplatz für das Lernen in der digitalen Welt


Marktplatz für das Lernen in der digitalen Welt

"Bildung und Digitalisierung - Selbstbestimmt teilhaben in jedem Alter" war das Leitthema der 2. Emder Bildungskonferenz. Diese fand am 24.10.2018 statt. Oberbürgermeister Bernd Bornemann eröffnete die Veranstaltung und beschrieb den Weg Emdens zur digitalen Stadt und betonte die Bedeutung von enger Zusammenarbeit auf diesem Weg. Genau 100 Interessierte aus den Kitas, den verschiedenen Schulen, den Jugendeinrichtungen, der Hochschule, der Weiterbildungs- und Kultureinrichtungen und der Seniorenarbeit waren in die Volkshochschule gekommen, um sich über Maßnahmen für das digitale Lernen und Lehren auszutauschen. Am Ende standen 12 konkrete Maßnahmenvorschläge. Volker Grendel, Leiter des Fachbereichs Gesundheit und Soziales, bekräftigte, dass deren Umsetzung jetzt geprüft und mit den Initiatoren in Gang gesetzt werden soll.

Die Bildungskonferenz ist ein Element des gesamten Beteiligungsprozesses im Themenfeld Bildung und Digitalisierung. Bereits im Vorfeld der Konferenz fanden mehrere Workshops gemeinsam mit 45 Bildungsakteuren aus allen Lebensphasen statt. Auf der Bildungskonferenz wurde im Interview mit 6 dieser Akteure deutlich, dass beim Umgang mit der Digitalisierung neben einer zeitgemäßen technischen Ausstattung auch das jeweilige Erfahrungswissen und Offenheit für den alltäglichen Einsatz eine wichtige Rolle spielen. Erforderlich sind in jedem Fall neue, gemeinsame Lernkonzepte für Kita und Schule, Beruf, Familie und Freizeit.

Die Bildungsakteure haben bereits vor der Bildungskonferenz insgesamt 49 Ideen für Maßnahmen gesammelt. Darunter fallen beispielsweise das Kennenlernen digitaler Medien für KiTa und Grundschule in gemeinsamen Dienstbesprechungen oder AGs, eine "Vernetzung 4.0", für die Zusammenarbeit zwischen Schulen und Unternehmen zum Thema Industrie 4.0 oder die Aufklärung älterer Menschen durch junge Studierende, um Ängste und Hemmschwellen abzubauen. Die Besucherinnen und Besucher konnten an den Marktständen miteinander diskutieren, Kooperationen knüpfen und die dort ausgestellten Maßnahmenvorschläge mit eigenen Anregungen bereichern. Zum Schluss waren alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer aufgerufen, besonders interessante Maßnahmen zu bepunkten und so zu priorisieren. Dabei unterstrichen die Fachkräfte den Wunsch nach gemeinsamen Fortbildungen und zeigten große Bereitschaft, diese fehlenden Angebote mit auszuarbeiten.

Das Projektteam "BILDUNG Leben in Emden" zeigt sich sehr beeindruckt von dem Engagement der Emder Bildungsakteure und beschreibt die Zielsetzung des Beteiligungsprozesses: "Wir wollten die Bildungskonferenz bewusst nicht allein im stillen Kämmerlein, sondern gemeinsam mit vielen relevanten Akteuren aus dem Bildungsbereich vorbereiten und die zahlreichen Ideen für Maßnahmen zeigen, das ist uns gelungen."

Der Marktplatz bestand zudem noch aus 7 Ständen mit Good-Practice-Beispielen: Die Berufsbildenden Schulen I und II, die Hochschule Emden/Leer, das Johannes-Althusius-Gymnasium, das Kinder- und Jugendzentrum Borssum, die Kunsthalle Emden, das regionalpädagogische Zentrum Aurich und die Grundschule Larrelt präsentierten dort eindrucksvolle Praxisbeispiele. An den gut besuchten Ständen war spürbar, wie groß die Neugierde an den neuen digitalen Lernmöglichkeiten ist.