Auszeichnung für Engagement im Klimaschutz

Emden für herausragendes Engagement im Klimaschutz ausgezeichnet

Die Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesumweltministerium, Rita Schwarzelühr-Sutter, hat am vergangenen Dienstag 22 Kommunen für ihr vorbildliches Engagement für den Klimaschutz in Berlin geehrt. Die ausgezeichneten Kommunen wurden seit 2016 über das Förderprogramm "Masterplan 100 Prozent Klimaschutz" der Nationalen Klimaschutzinitiative (NKI) mit dem Ziel gefördert, ihre Treibhausgasemissionen bis 2050 um 95 Prozent gegenüber 1990 zu senken und den Endenergieverbrauch im gleichen Zeitraum zu halbieren.

Schwarzelühr-Sutter: "Die Masterplan-Kommunen sind Vorbilder dafür, wie Klimaschutz vor Ort erfolgreich gelingen kann. Dabei zeigen sie, dass Klimaschutz mehr ist als Energiesparen und auch mehr als die damit verbundene Entlastung kommunaler Haushalte. Er trägt auch dazu bei, die Lebensqualität zu steigern und zu einem regionalen Wachstums- und Wertschöpfungsmotor zu werden. Nach vier Jahren Anschubfinanzierung haben nahezu alle Masterplan-Kommunen das Klimaschutz-Management fest in ihre Verwaltung integriert. Das zeigt, wie ernsthaft sich die Kommunen des Themas angenommen haben."

Stadtbaurat Andreas Docter nahm die Auszeichnung aus der Hand der Staatssekretärin entgegen. Er brachte in seiner Dankesrede seine Freude zum Ausdruck, dass Emden 2016 in diesen ausgewählten Kreis der Vorreiterkommunen für den Klimaschutz aufgenommen und sich vier Jahre erfolgreich in das Projekt einbringen durfte. Gleichzeitig machte Docter aber auch deutlich, dass auf Bundesebene in den Bemühungen für den Klimaschutz nicht nachgelassen werden darf und dass das Erreichte auch verteidigt werden muss. Konkret sprach er die EEG-Novellierung 2021 an, die nach seinen Worten nicht die für Emden und die Region erhoffte Erleichterung für die anstehenden Repowering- Projekte in der Windenergie erbracht hatte. Die Staatssekretärin erwiderte darauf hin: "Diesen Wink mit dem Zaunpfahl habe ich verstanden und werde diesen Punkt bei den dafür Verantwortlichen im Bundeswirtschaftsministerium bei den nächsten gemeinsamen Gesprächen anbringen.“

Das Förderprogramm "Masterplan 100 Prozent Klimaschutz" ist eine kommunale Leuchtturminitiative der NKI für Kommunen, die sich durch vorbildliches Engagement für den Klimaschutz auszeichnen. Die ersten 19 Masterplan-Kommunen wurden 2012 ausgewählt, 2016 haben sich weitere 22 Kommunen für die Förderung qualifiziert. Grundlage des Prozesses bildet ein von der Kommune zusammen mit Masterplanmanager*innen erstellter Masterplan für den Klimaschutz, in dem Potenziale erfasst und Maßnahmen für alle klimarelevanten Sektoren der Kommune formuliert werden. Die Klimaschutzmaßnahmen werden dann zügig umgesetzt. Ganz konkret geschieht dies zum Beispiel über die Umstellung der kommunalen Energieversorgung, die Bereitstellung von E-Lastenrädern oder die Einführung einer klimaneutralen Stadtverwaltung.

Ausgezeichnet wurden die folgenden Städte, Gemeinden und Landkreise: Flecken Steyerberg; Kreis Lippe; die Landeshauptstädte Kiel, Magdeburg, Mainz, Potsdam und Stuttgart; Landkreis Cochem-Zell; Landkreis Gießen; Landkreis Lüchow- Dannenberg; Landkreis Oberallgäu; Landkreisbündnis Hameln-Pyrmont, Schaumburg und Holzminden; Region Flensburg (Amt Eggebek); Regionalverband Großraum Braunschweig; Stadt Beckum; Stadt Emden; Universitäts- und Hansestadt Greifswald; Stadt Kaiserslautern; Stadt Münster; Stadt Rietberg; Verbandsgemeinde Birkenfeld; Verbandsgemeinde Sprendlingen-Gensingen.

Über die aktuellen Förderprogramme der NKI des Bundesumweltministeriums können sich Interessierte online informieren. Im Rahmen des Konjunkturpakets der Bundesregierung erweitert das Bundesumweltministerium die Fördermöglichkeiten der NKI: Noch bis Ende 2021 ist für ausgewählte kommunale Klimaschutzmaßnahmen eine 100-Prozent-Förderung möglich.

Foto: Andreas Docter, Stadtbaurat Stadt Emden; Jann Gerdes, Klimaschutzmanager Stadt Emden, Rita Schwarzelühr-Sutter, parlamentarische Staatssekretärin im Bundesumweltministerium (v.l.n.r.)