Entwicklungschancen des Rysumer Nacken und Sicherheit der Menschen durch Deichbau  

Gemeinsame Pressemitteilung der Deichacht Krummhörn und der Stadt Emden

Wie auch der aktuellen Presseberichterstattung zu entnehmen, erläuterte das NLWKN auf Bitten der Deichacht, vertreten durch Herrn Dr. Schoneboom, der Stadt Emden und der Deichacht in der vergangenen Woche die Erkenntnisse der Forschungsstelle Küste bezüglich der Entwicklung des zu erwartenden Anstiegs des Meeresspiegels im Zuständigkeitsbereich der Deichacht Krummhörn.

Zusammenfassend ist festzustellen, dass die Hauptdeiche von Borssum bis zur Leybucht weitestgehend Sicherheit bieten. Zwar geht hier derzeit keine akute Gefährdung für die Menschen aus. Hinsichtlich des vorherrschenden Klimawandels ist jedoch davon auszugehen, dass die Wasserstände weiterhin ansteigen werden. Im Deichvorland befindet sich zudem als kritische Infrastruktur das norwegische Unternehmen Gassco. Hier werden erhebliche Mengen Erdgas aus den norwegischen Gasfeldern in der Nordsee angelandet und aufbereitet. Bei einem Hochwasserstand von mehr als 6 Metern über Normalnull würde das Unternehmen nachhaltig Schaden nehmen- das Gasterminal würde zu 90 % überflutet. 
Demnach müssen ab dem Jahr 2025 von Manslagt bis zum Leyhörndeich noch etwa 6 Kilometer Deich angepasst werden. Der Schwachpunkt ist hier der alte Schutzdeich im Bereich des Rysumer Nacken. Die Stadt Emden und die Deichacht Krummhörn nehmen zu den neuesten  Erkenntnissen wie folgt Stellung.

"Hier ist es nun unsere gemeinsame Aufgabe, nachhaltige Lösungen zu finden. Die oberste Priorität hat immer der Schutz der Bürgerinnen und Bürger“, so Tim Kruithoff, Oberbürgermeister der Stadt Emden. "Zudem wurde ein Großteil des Rysumer Nacken bauplanerisch als Gewerbe- bzw. Industriefläche festgesetzt. Dem Gebiet kommt eine sehr hohe Bedeutung im Rahmen der Energiewende zu. Bisher scheiterten Ansiedlungen teilweise an der fehlenden Infrastruktur und dem nicht gesicherten Hochwasserschutz" so Emdens Oberbürgermeister Tim Kruithoff. Eine Veränderung der Trassenführung, anstatt einer Erhöhung des vorhandenen Deiches zum Wasser hin, sei ein wichtiger Baustein für künftige erfolgreiche Gespräche mit interessierten Unternehmen. 

Die Stadt Emden fordert die Landesregierung auf, einer alternativen Trassenführung den Vorrang zu geben, um somit künftig das hochwassergeschützte Areal besser vermarkten zu können. Die Stadt Emden bittet das NLWKN, bei der Vorplanung eine alternative Trassenführung stärker in Betracht zu ziehen. 

"Das Hauptaugenmerk der Deichacht liegt zunächst auf der Sicherheit seiner Mitglieder. Die Menschen haben noch nie in der Geschichte Ostfrieslands so sicher gelebt wie momentan. Das ist auch das Ergebnis einer guten Zusammenarbeit des Landes Niedersachsens und der Deichacht", so Oberdeichrichter Alwin Brinkmann. Die Deichacht Krummhörn geht davon aus, dass die Fertigstellung der Deichstrecke Campen-Leyhörn finanziell gesichert ist bzw. wird. Mit Blick auf die zu erwartenden Anforderungen bzgl. des prognostizierten Anstieges des Meeresspiegels fordert die Deichacht Bund und Land auf, wesentlich mehr Finanzmittel zur Verfügung zu stellen.

Die Deichacht Krummhörn unterstützt die Forderung der Stadt Emden nach einer veränderten Trassenführung am Rysumer Nacken ausdrücklich. Diese wirkte sich auch kostensenkend bei der Pflege des neuen Deiches aus.