Kein Workcamp im französischen St. Désir in diesem Sommer

Das Workcamp im französischen St. Désir muss in diesem Sommer, nach 53 Jahren, einmal pausieren. Ein neues Angebot in den Herbstferien soll Jugendliche nach Berlin führen.

Das Projekt, das die Jugendförderung der Stadt Emden gemeinsam mit dem Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V. und der Bundeswehr organisiert, kann in diesem Sommer aufgrund der Corona-Pandemie nicht stattfinden. Lange hat das Organisationsteam versucht, an dem traditionellen Sommerprojekt festzuhalten. Es wurde ein Hygienekonzept erarbeitet, das Programm wurde angepasst, die Anzahl der Teilnehmer wurde reduziert, um alle Abstandsregelungen einzuhalten. Gemeinsam mit den Freunden in Frankreich und mit der Bundewehr aus Wittmund wurde versucht, auch in dieser besonderen Zeit ein Camp für die Jugendlichen auf die Beine zu stellen.
Vor einigen Wochen musste der Bundeswehrstandort Wittmund leider seine Unterstützung aufgrund der Pandemie absagen. Somit ist eine Durchführung dieses Jahr nicht mehr möglich. Positiv stimmt das Organisationsteam jedoch, dass die Bundeswehr bereits jetzt signalisiert hat, das Camp auch im nächsten Sommer wieder zu unterstützen. Der Volksbund und die gastgebende Gemeinde St. Désir haben mit den Planungen für das Workcamp 2021 begonnen. Gemeinsam soll die Zeit bis dahin genutzt werden, um das Programm noch weiter zu verbessern und zusätzliche Angebote zu erarbeiten.
 
Da es in diesem Sommer somit keine Angebote für Jugendreisen in Emden gibt, hat das Organisationsteam nun ein Angebot für die Herbstferien auf die Beine gestellt. Für bis zu 35 Jugendliche von 16 - 21 Jahren, davon 10 aus Emdens russischer Partnerstadt Archangelsk, wird der Fachdienst Jugendförderung vom 12. bis zum 16.10.2020 eine Fahrt nach Berlin anbieten.
Neben Freizeit in der Bundeshauptstadt steht die Geschichte des Zweiten Weltkrieges auf dem Programm. Es soll beleuchtet werden, welche Auswirkungen Entscheidungen aus Berlin auf den Verlauf des Krieges hatten. Dabei geht der Blick sowohl an die Ostfront als auch nach Ostfriesland und an den Atlantikwall in der Normandie. Das Kriegsende und die geteilte Stadt Berlin werden Thema der Studienreise sein. Geplant sind der Besuch und eine Führung durch den Reichstag.
Details zum Programm werden noch erarbeitet. Wer sich anmelden möchte, schreibt eine E-Mail an: workcamp(at)emden.de
 
Um für den Sommer 2021 vorbereitet zu sein, wird sich ein kleines Team auf den Weg in die Normandie machen, um die Kriegsgräberstätte in St. Désir zu reinigen und gemeinsam mit den Gastgebern des Workcamps das Programm für die kommenden Jahre zu besprechen und vorzubereiten. „Wenn die Kreuze auf der Kriegsgräberstätte zwei Jahre nicht gereinigt werden, wäre es erstens kein schöner Anblick für Besucher und zweitens wäre der Arbeitsaufwand im Sommer 2021 viel zu groß“, führt Stephan Oelrichs, Campleiter aus.

Die traditionelle Besucherfahrt mit Vertretern aus Rat und Verwaltung entfällt in diesem Jahr auch. Die Teilnehmer der Fahrt planen einen gemeinsamen Ausflug zu den Gedenkstätten in Ostfriesland.