Konsens bei der Entwicklung eines reduzierten Baugebietes westlich von Conrebbersweg

Am Donnerstag, den 12. Dezember 2019, fand die zweite Klausurtagung des Rates der Stadt Emden statt. Nachdem man nach der ersten Klausurtagung am 6. November 2019 darum gebeten hatte, die Beratungen über das Neubaugebiet Conrebbersweg West in den Fraktionen fortzusetzen, kamen Ratmitglieder und Verwaltung am Donnerstag erneut zusammen. Die Verwaltung gab einen Überblick über die weiterentwickelten, aktuellen Planungen auf Basis der ersten Klausurtagung. Diese wurden durch die Anregungen und Vorschläge aller politischen Parteien angereichert und optimiert - die nunmehr geprüft und eingearbeitet werden.
 
In den Klausuren wurde die Notwendigkeit zur nachhaltigen Siedlungsentwicklung Emdens - als größte Stadt Ostfrieslands - für die nächsten 20 Jahre von allen Beteiligten unterstrichen. Die Attraktivität des Standorts "Conrebbersweg" wurde wegen der kurzen Wege in die Innenstadt nochmals hervorgehoben. Ziel ist es, dass Emden wieder wächst, den negativen Wanderungssaldo der 25- bis 40-jährigen zu drehen und die Einwohnerzahl über 50.000 zu halten. Darüber hinaus gilt es, Flächen für das Bestandsgewerbe (mittelständische, geräuscharme Handwerks- und Mittelstandbetriebe) und die Nahversorgung zu schaffen.
 
Es fand eine ausführliche, angeregte Diskussion des Rates statt, bei der sich am Ende der Veranstaltung mehrheitlich eine deutliche Tendenz für die nachstehende Lösung abzeichnete:

Das Baugebiet Conrebbersweg wird in seiner Wohnbauflächenplanung auf ca. 35 ha halbiert. Die Erschließung erfolgt von der A31 aus, um die bereits bestehenden Wege/Straßen nutzen zu können und schnellstmögliche Baureife zu erlangen und um den Baustellenverkehr auf das Neubaugebiet zu konzentrieren. Das Baugebiet soll abschnittsweise entwickelt und nachfrageorientiert erschlossen werden. Die ersten Erschließung- und Baumaßnahmen könnten demnach ab 2021 erfolgen.
 
Der erste Abschnitt soll der nördlich am Conrebbersweg (an der Autobahnabfahrt) geplante Bereich mit ca. 100 Baugrundstücken und 10 Gewerbegrundstücken werden. Weitere Bebauungsplanabschnitte sollen in südlicher Richtung folgen. Ergänzend werden die Planungen für weitere dezentrale Baugebiete in den Stadtteilen intensiviert.
 
Ziel im "Stadtteil Conrebbi" ist es, die Anwohner am Conrebbers- und Franekerweg mit einer Umgehung zu entlasten und das Baugebiet mit einer Bahnunterführung an den Früchteburger Weg anzuschließen. Hierbei kommt uns in besonderem Maß zu Gute, dass die Bundesregierung im November beschlossen hat, künftig bei der Erstellung von höhenungleichen Bahnübergängen (Brücken, Unterführungen) keine finanzielle Beteiligung der Kommunen zu fordern. Künftig werden Bund (3/6), Bahn (2/6) und Land (1/6) allein die Kosten tragen. Der Zeitraum bis zur Umsetzung der Bahnunterführung beträgt ca. 9 Jahre.
 
Das weitere Vorgehen zur Baugebietsentwicklung Conrebbersweg soll wie folgt ablaufen:

  1. In einem öffentlichen Stadtentwicklungsausschuss am 29. Januar 2020 soll ein angepasster städtebaulicher Rahmenplan vorgestellt und im nachfolgenden Verwaltungsausschuss beschlossen werden. Der Rahmenplan bildet die Basis für die folgende vorbereitende (FNP) und verbindliche Bauleitplanung (B-Plan). 
  2. Am 30. Januar 2020 möchte Oberbürgermeister Tim Kruithoff in einer Bürgerinformationsveranstaltung über die weiteren Planungsabsichten zur Baulandentwicklung in Emden und hier auch konkret zur weiteren Baulandentwicklung im Bereich Conrebbersweg informieren und in den Bürgerdialog eintreten. Hierzu sind alle Bewohner*innen des Stadtteils, Bauwillige und alle Interessierten herzlich eingeladen. Die Veranstaltung soll im Stadtteil stattfinden - Details werden folgen.