Zaunprojekt in Uphusen zeigt bereits erste Erfolge – Wiesenvögel können geschützt brüten 

Eine positive Bilanz zur erstmaligen Aufstellung eines Gelege- und Kükenschutzzaunes für Wiesenvögel bei Uphusen im Vogelschutzgebiet "Ostfriesische Meere" kann Dr. Christian Federolf, Leiter des Fachdienstes Umwelt bei der Stadt Emden ziehen. Im Rahmen des vom Land Niedersachsen mit Mitteln der Europäischen Union (EELA) geförderten Projektes "Habitat- und Prädationsmanagement für Wiesenvögel auf dem Stadtgebiet von Emden", hatte die mit der Projektleitung beauftragte Ökologische NABU-Station Ostfriesland (ÖNSOF) die Beschaffung des Zaunmaterials vorbereitet und zusammen mit dem für die Betreuung zuständigen Landwirts, Jan Smidt, Uphusen,  die Installation organisiert. 

Die zurzeit innerhalb der Umzäunung in großer Zahl flügge werdenden Küken von Uferschnepfe, Kiebitz und Rotschenkel zeigen, dass die zum Schutz vor Fressfeinden wie dem Fuchs eingerichtete Umzäunung ihre Wirkung nicht verfehlt.

Anlass für die Planung des Gelege- und Kükenschutzzaunes sind zurückgehende Bestände der Wiesenvogelarten im Vogelschutzgebiet "Ostfriesische Meere". Als eine der wesentlichen Ursachen wurden hohe Verlustraten durch Fressfeinde (Prädatoren) erkannt. Insbesondere der Fuchs konnte mit Hilfe von Wildkameras der ÖNSOF an Wiesenvogel-Gelegen als wesentlicher Prädator identifiziert werden. Inspiriert von den positiven Ergebnissen beim Einsatz von Schutzzäunen in anderen Vogelschutzgebieten war daher über das oben genannte Projekt seitens der Stadt Emden auch die Finanzierung für die Aufstellung und Betreuung eines Gelege- und Kükenschutzzaunes beantragt worden. 

Im Emder Teil des Vogelschutzgebietes wurden die Voraussetzungen für eine Stärkung der dortigen Wiesenvogelpopulationen als besonders günstig bewertet. Wenn sich die Wiesenvögel innerhalb des Schutzzauns sicher vermehren können, erscheint auch eine Wiederbesiedlung von umliegenden Lebensräumen möglich. Auf diese Weise sollen unter den lokalen Rahmenbedingungen im Landschaftsraum bei Uphusen Erfahrungen mit den Schutzzäunen gesammelt und ein Beitrag zur Stärkung der im freien Fall befindlichen regionalen Wiesenvogelpopulationen geleistet werden. Ausgewählt wurde das gezäunte Areal aufgrund der traditionell hohen Wiesenvogeldichten in dem Bereich.

Der Zaun war bereits zu Beginn der Brutzeit durch den Landwirt Jan Smidt fertig gestellt worden, der auch den überwiegenden Teil der Flächen zur Verfügung stellt – gerade noch rechtzeitig, um vier Uferschnepfenfamilien, sieben Kiebitz- und zwei Rotschenkelfamilien Schutz vor dem Fuchs zu bieten. Gemeinsam konnten sich nun Hiske de Buhr, Projektleiterin bei der ÖNSOF, und Jan Smidt ein Bild von den ca. 33 ha umzäunter Feuchtgrünlandflächen und dem darin befindlichen Wiesenvogel-Kindergarten machen. 
"Der Aufwand für die Aufstellung des Zauns und regelmäßige Kontrolle ist schon beträchtlich. Aber wenn man das Bild mit den vielen Küken hier sieht, ist das doch ein schönes Erfolgserlebnis", zeigte sich auch Jan Smidt zufrieden mit dem Ergebnis des Zäunungsprojektes. 

Auch Hiske de Buhr ist begeistert und lobt das Engagement des Uphuser Landwirts: "Dass wir hier die für die Wiesenvögel so wichtigen Mosaikstrukturen vorfinden, ist heute alles andere als selbstverständlich. Die Mischung aus Rinderweiden, Pferdeweiden, sowie teils früher, teils später gemähten Feuchtwiesen und die vielen nassen Bodenstellen machen das Gebiet zu einem perfekten Zuhause für Greta und Co." Wichtig sind ihr aber auch die Beiträge der weiteren im Projekt beteiligten Personen und Institutionen, die zum Gelingen beigetragen haben. So hätten sich die Naturschutzbeauftragten der Stadt und die Kreisjägerschaft durch wertvolle Beiträge eingebracht. Das Projekt wird vom Land Niedersachsen mit Fördermitteln der Europäischen Union im Rahmen der Förderrichtlinie EELA (Erhalt und Entwicklung von Lebensräumen und Arten) gefördert.