Emden - Reformationsstadt Europas

"95 Thesen" für 2017 aus Emden – ein Projekt zum Reformationsjubiläum 2017

Der Thesenanschlag Martin Luthers von 1517 ist ein Symbol für die Reformation, er gilt als der auslösende Moment. Zur 500. Wiederkehr soll es (mindestens) 95 neue "Thesen" geben – aus Emden, von Emdern, für Emden geben. Geplant ist, sie zu veröffentlichen: unter anderem in der Emder Zeitung, in Gottesdiensten, vielleicht als Broschüre. Es wäre schön, wenn sich möglichst viele Emder (und Nachbarn) beteiligen – egal aus welcher Gemeinde, egal ob lutherisch, reformiert, mit einem anderen oder gar keinem religiösen Bekenntnis, egal ob jung oder mit langer Glaubenserfahrung.

Mitmachen ist einfach: Bei verschiedenen Anlässen werden in Emden Kärtchen ausliegen, die Sie mit Ihrer persönlichen "These" (ein bis zwei Sätze) ausstatten und vor Ort in einen Thesen-Kasten einwerfen können. Dabei können Sie Ihre Gedanken in Hoch- oder Plattdeutsch formulieren!
Wichtig ist: Füllen Sie auch die persönlichen Daten auf der Rückseite aus. Das ist zugleich Ihr Einverständnis für die Veröffentlichung.
Sie können auch von zuhause eine Email mit Ihrer "These" schreiben, gerne mit einem Bild von sich als Anhang (jpeg-Datei) an 95Thesen(at)emden.de
Bitte geben Sie auch da die persönlichen Daten an (Vorname, Name, Anschrift, Telefon und Email, Kirchengemeinde oder Konfession, Bild dabei oder Bereitschaft, sich fotografieren zu lassen).
Sie können eine eigenständige Formulierung verwenden – Themen dafür wären beispielsweise Ökumene, weltoffenes Emden, die Bedeutung von Religion in der heutigen Gesellschaft…
Oder Sie können als Ihre "These" folgende Sätze fortsetzen:

„Ich bin evangelisch, weil…“                                          („Ik bün evangeelsk, umdat ...“  )

„Wenn ich heute Luther wäre, würde ich…“            („Wenn ik vandaag Luther weer, würr ik ...“ )

„Ich würde heute folgende These an die Tür nageln:…“         („Ik würr vandaag disse These ...“ )

„Ich feiere Reformation, weil…“                                    („Ik fier Reformation, umdat ...“ ) 

Reformierte Kirche und Stadt Emden kooperieren bei Reformationsjubiläum

Kirchenpräsident Martin Heimbucher, Reformationsjubiläumsbeauftragter Sven Kramer, Oberbürgermeister Bernd Bornemann, Stadtbaurat Andreas Docter (v.l.n.r.).

"Schepken Christi" als Bühne für Migrationsgeschichten im Emder Hafen

Bei der Ausrichtung des Europäischen Stationenwegs zum Reformationsjubiläum 2017 haben die Evangelisch-reformierte Kirche und die Stadt Emden eine Kooperation über ein gemeinsames Schiffsprojekt vereinbart. "Auf dem ‚Schepken Christ‘ werden wir am 29. und 30. März 2017 und in den Wochen danach im Emder Hafen Geschichten von Reformation und Migration erzählen", kündigte Kirchenpräsident Martin Heimbucher in einem Pressegespräch an. Das "Schepken Christi" stehe symbolisch für die Verbindung der Begriffe Reformation und Flucht, so Heimbucher. Im Verlauf der Reformation seien viele Menschen gezwungen gewesen, ihre Heimat zu verlassen und anderswo eine neue Existenz aufzubauen. Erstmals werden Kirche und Stadt beim Ostfriesischen Kirchentag um Mitwirkung an dem Projekt werden.

Der Europäische Stationenweg ist ein Angebot der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) zum Reformationsjubiläum 2017. Ein Geschichtenmobil startet am 1. November 2016 in Genf (Schweiz) und beendet die Fahrt am 20. Mai 2017 in Wittenberg. Es soll an insgesamt 67 Orten in 19 Ländern Geschichten und Orten der Reformation nachspüren. Für die Station Emden am 29. und 30. März 2017 hatte sich die Evangelisch-reformierte Kirche beworben. Das „Schepken Christi“ (Schiff Christi) bildet das Siegel und Logo der Evangelisch-reformierten Kirche. Im Original ist es ein Relief an der Großen Kirche in Emden, das  Glaubensflüchtlinge  1665 als Dank für die Aufnahme in der Stadt stifteten.

Der Emder Oberbürgermeister Bernd Bornemann bezeichnete das Schiffsprojekt "Schepken Christi" als eine echte Attraktion für die "Europäische Reformationsstadt Emden". Im Jahr 2014 hatte Emden als erste Stadt in Europa diesen Titel von der Gemeinschaft Evangelischer Kirchen in Europa (GEKE) verliehen bekommen. "Emden zeigt an seiner eigenen Geschichte, wie Integration von Flüchtlingen gelingen kann", so Bornemann. Dies sei mit den Glaubensflüchtlingen aus den Niederlanden im 17. Jahrhundert gelungen und dies gelinge aktuell mit den Flüchtlingen aus den Bürgerkriegsländern des Nahen Ostens.

Auftakt für das gemeinsame Schiffsprojekt ist beim Ostfriesischen Kirchentag am kommenden Sonntag. An einem gemeinsamen Stand werben dort Kirche und Stadt um Mitwirkung. "Unter dem Motto ‚Ich bin fremd gewesen. Ideen für ein Schiff‘ suchen wir Erfahrungen von Flucht und Vertreibung, von Ankunft und neuer Heimat, von Unterstützung und Integration", kündigte Reformationsjubiläumsbeauftragter Sven Kramer an. Gefragt seien Geschichten, Theaterszenen, Videos und auch Erinnerungsstücke, die eine Geschichte zum Thema Migration erzählen. Diese alle sollen ab dem 29. März 2017 auf dem Schiff im Emder Ratsdelft gesammelt und ausgestellt werden. Für die beiden Emder Tage des Europäischen Stationswegs würde eine Jury Ideen auswählen, die dann in besonderer Weise präsentiert würden. Außerdem sei es geplant, das „Schepken Christi“ ab Mitte Mai Richtung Magdeburg zum Kirchentag und anschließend nach Wittenberg zur Weltausstellung der Reformation zu schicken.

Hintergrund des Schiffsprojektes sei, so Kirchenpräsident Heimbucher, dass es im Jahr des Reformationsjubiläums nicht darum gehen könne, nur ein Jubiläum zu feiern. Reformation bedeute auch den Auftrag, die Kirche beständig zu erneuern. Die aktuelle gesellschaftliche Situation mit den Millionen Flüchtlingen sei eine solche Herausforderung. "Wir können zurzeit erneut den Beweis antreten, wie ernst uns der der Bibelvers ‚Ich war fremd gewesen und ihr habt mich aufgenommen‘ ist. Wir wünschen uns möglichst viele Kirchengemeinden aller Konfessionen und auch nichtkirchliche Gruppen, die sich mit einer Idee für das "Schepken Christi" bewerben."

Informationen zum Schiffsprojekt: www.reformiert.de/schepken-christi.html

Kirchen entdecken – Auf Spurensuche in Emden und Ostfriesland

Ein Kirchenführer für Kinder und Jugendliche
Titel des diesjährigen Lutherjahres lautet "Bild und Bibel" und soll den Fokus auf die Bedeutung von Bildern in der Reformation sowie heute richten. Doch nicht nur "Bilder" rücken in den Blickpunkt, sondern auch der Kirchenraum an sich. Im Rahmen dieses Themenjahres ist im Auftrag der Stadt Emden zum Reformationstag am 31. Oktober der Kirchenführer für Kinder und Jugendliche "Kirchen entdecken" erschienen. Die besondere konfessionelle Vielfalt in Emden – seit dem Reformationsjahrhundert bis heute – lohnt einen Blick auf die verschiedenen Kirchenräume.

Die erschienene 52-seitige Broschüre besteht aus zwei Teilen. Im ersten Abschnitt werden in einem Glossar verschiedene Räume und Gegenstände vorgestellt, die sich außerhalb der Kirchengebäude oder im Kircheninneren befinden. Ein besonderes Augenmerk wird dabei auf die konfessionell bedingten Unterschiede und Gemeinsamkeiten im Kirchenraum gelegt. Denn wie das Innere einer Kirche gestaltet ist und was für den Gottesdienst benötigt wird, ist eng mit der jeweiligen Glaubensvorstellung und der Gottesdienstpraxis verknüpft. Was ist der Unterschied zwischen einem Altar und einem Abendmahlstisch? Welche Bedeutung hat in den verschiedenen Konfessionen die Predigt – und somit die Kanzel – im Gottesdienst? Warum gibt es in einigen Kirchen Kreuze, Bilder und Figuren, in anderen nicht? Diesen Fragen geht der Kirchenführer nach.

Im zweiten Abschnitt des Heftes werden sechs verschiedene Kirchen Falderns beschrieben, die die konfessionelle Vielfalt der Stadt Emdens verdeutlichen. So werden die evangelisch-reformierte Neue Kirche, die evangelisch-lutherische Martin-Luther-Kirche, die katholische St. Michaels-Kirche sowie die Mennonitenkirche, die Altreformierte Kirche und die ehemalige Baptistenkirche vorgestellt. Auch hier stehen die konfessionellen Unterschiede und Gemeinsamkeiten, die im Kirchenraum sichtbar sind, im Vordergrund.

Die Beschreibung von drei weiteren, historische Gotteshäuser rundet den Kirchenführer ab. Vorgestellt wird neben der Großen Kirche und der Gasthauskirche, die 1943 beziehungsweise 1938 zerstört wurden, auch die Synagoge. Eine Synagoge in einem Kirchenführer ist untypisch, dennoch hat sich der Arbeitskreis entschlossen, sie aufzunehmen. Denn das Judentum gehört ebenfalls zur religiösen Vielfalt Emdens. Über Jahrhunderte lebten Juden in dieser Stadt und haben die Stadt geprägt, bevor sie im letzten Jahrhundert ermordet und ihre Spuren in Emden fast völlig ausgelöscht wurden.

Der Führer richtet sich zunächst an Kinder und Jugendliche, aber auch an interessierte Erwachsene sowie an Lehrer. Im Rahmen dieses Kirchenführers ist auch eine Arbeitsmappe mit Materialien für Kinder, Jugendliche, Lehrer und weitere Wissbegierige erschienen. Diese Materialien können als PDF-Datei heruntergeladen werden (siehe unten). Der Druck des Heftes wurde mit freundlicher Unterstützung der Sparkasse Emden möglich gemacht.

Die Broschüre ist erhältlich im Museumsshop des Landesmuseums sowie in der Johannes a Lasco Bibliothek.

Arbeitsmaterialien:
Arbeitsblatt 1: Neue Kirche
Arbeitsblatt 2: Martin-Luther-Kirche
Arbeitsblatt 3: St. Michaels-Kirche
Arbeitsblatt 4: Mennoniten-Kirche
Arbeitsblatt 5: Altreformierte Kirche

Führungen entlang der Reformationsroute

Führungen mit der Stadtführergilde

Gruppenführungen entlang der "Emder Reformationsroute" mit der Stadtführergilde können über die Touristik Emden gebucht werden; Tel. 04921/97400, www.emden-touristik.de