Emden - Reformationsstadt Europas

Europäischer Stationenweg - Geschichtenmobil macht Halt in Emden

Der Europäische Stationenweg zum Reformationsjubiläum spürt bis Mai 2017 in 19 Ländern Geschichten und Orten der Reformation nach. Sein Geschichtenmobil macht vom 29. bis 31. März auch Halt in Emden – Schauplatz ist das Hafentor am Delft. Dann macht dort auch die historische Seetjalk Anne fest, die bis einschließlich August 2017 als Erlebnisort für 500 Jahre Reformations-, Migrations- und Integrationsgeschichte einlädt.

Das Reformationsschiff beherbergt im Laderaum und an Deck ein kleines Museum. Die Ausstellung auf kleinstem Raum folgt dem Sinnspruch des "Schepken Christi" an der Großen Kirche in Emden: "Gods Kerk vervolgd, verdreven het Gott hier Trost gegeven" (Gottes Kirche, verfolgt, vertrieben, Gott hat hier Trost gegeben). Die Ausstellung trägt Erfahrungen von Flucht und Ankunft aus fünf Jahrhunderten zusammen – unter Beteiligung vieler Gruppen aus der Region Emden und aus ganz Deutschland.

Zum Video "Europäischer Stationenweg in Emden"

Mittwoch, 29. März 2017
18 Uhr
Begrüßung des Geschichtenmobils des Europäischen Stationenwegs am Hafentor in Emden.

Donnerstag, 30. März 2017

Das Geschichtenmobil ist am 30. März den ganzen Tag für Besucher geöffnet.

16 Uhr
 Ankunft und Begrüßung des "Schepken Christi" am Hafentor  

17 Uhr
 Ich bin fremd gewesen. 500 Jahre Reformation – 500 Jahre Migration
Film, Gespräch, Musik, Theater in der Johannes a Lasco Bibliothek.
Ein Programm der Evangelisch-reformierten Kirche über Migrationsgeschichten aus fünf Jahrhunderten mit vielen Gruppen und Initiativen

20 Uhr Rock-Oratorium „Luther! – Rebell wider Willen“
Neue Kirche Emden (Vorverkauf Landesbühne Niedersachsen)

Freitag, 31. März 2016

10 Uhr Verabschiedung des Geschichtenmobils des Europäischen Stationenwegs am Hafentor in Emden 

Bildunterschrift: Auf der Tjalk "Anne" am Emder Hafentor: Kirchenpräsident Martin Heimbucher, Sven Kramer, Beauftragter der Reformierten Kirche für das Reformationsjubiläum, Matthias Haase, Vorsitzender des Vereins Historischer Schiffbau Ostfriesland, sowie Andreas Docter, Stadtbaurat Stadt Emden (von links)

"95 Thesen" für 2017 aus Emden – ein Projekt zum Reformationsjubiläum 2017

Der Thesenanschlag Martin Luthers von 1517 ist ein Symbol für die Reformation, er gilt als der auslösende Moment. Zur 500. Wiederkehr soll es (mindestens) 95 neue "Thesen" geben – aus Emden, von Emdern, für Emden geben. Geplant ist, sie zu veröffentlichen: unter anderem in der Emder Zeitung, in Gottesdiensten, vielleicht als Broschüre. Es wäre schön, wenn sich möglichst viele Emder (und Nachbarn) beteiligen – egal aus welcher Gemeinde, egal ob lutherisch, reformiert, mit einem anderen oder gar keinem religiösen Bekenntnis, egal ob jung oder mit langer Glaubenserfahrung.

Mitmachen ist einfach: Bei verschiedenen Anlässen werden in Emden Kärtchen ausliegen, die Sie mit Ihrer persönlichen "These" (ein bis zwei Sätze) ausstatten und vor Ort in einen Thesen-Kasten einwerfen können. Dabei können Sie Ihre Gedanken in Hoch- oder Plattdeutsch formulieren!
Wichtig ist: Füllen Sie auch die persönlichen Daten auf der Rückseite aus. Das ist zugleich Ihr Einverständnis für die Veröffentlichung.
Sie können auch von zuhause eine Email mit Ihrer "These" schreiben, gerne mit einem Bild von sich als Anhang (jpeg-Datei) an 95Thesen(at)emden.de
Bitte geben Sie auch da die persönlichen Daten an (Vorname, Name, Anschrift, Telefon und Email, Kirchengemeinde oder Konfession, Bild dabei oder Bereitschaft, sich fotografieren zu lassen).
Sie können eine eigenständige Formulierung verwenden – Themen dafür wären beispielsweise Ökumene, weltoffenes Emden, die Bedeutung von Religion in der heutigen Gesellschaft…
Oder Sie können als Ihre "These" folgende Sätze fortsetzen:

„Ich bin evangelisch, weil…“                                          („Ik bün evangeelsk, umdat ...“  )

„Wenn ich heute Luther wäre, würde ich…“            („Wenn ik vandaag Luther weer, würr ik ...“ )

„Ich würde heute folgende These an die Tür nageln:…“         („Ik würr vandaag disse These ...“ )

„Ich feiere Reformation, weil…“                                    („Ik fier Reformation, umdat ...“ ) 

Kirchen entdecken – Auf Spurensuche in Emden und Ostfriesland

Ein Kirchenführer für Kinder und Jugendliche
Titel des diesjährigen Lutherjahres lautet "Bild und Bibel" und soll den Fokus auf die Bedeutung von Bildern in der Reformation sowie heute richten. Doch nicht nur "Bilder" rücken in den Blickpunkt, sondern auch der Kirchenraum an sich. Im Rahmen dieses Themenjahres ist im Auftrag der Stadt Emden zum Reformationstag am 31. Oktober der Kirchenführer für Kinder und Jugendliche "Kirchen entdecken" erschienen. Die besondere konfessionelle Vielfalt in Emden – seit dem Reformationsjahrhundert bis heute – lohnt einen Blick auf die verschiedenen Kirchenräume.

Die erschienene 52-seitige Broschüre besteht aus zwei Teilen. Im ersten Abschnitt werden in einem Glossar verschiedene Räume und Gegenstände vorgestellt, die sich außerhalb der Kirchengebäude oder im Kircheninneren befinden. Ein besonderes Augenmerk wird dabei auf die konfessionell bedingten Unterschiede und Gemeinsamkeiten im Kirchenraum gelegt. Denn wie das Innere einer Kirche gestaltet ist und was für den Gottesdienst benötigt wird, ist eng mit der jeweiligen Glaubensvorstellung und der Gottesdienstpraxis verknüpft. Was ist der Unterschied zwischen einem Altar und einem Abendmahlstisch? Welche Bedeutung hat in den verschiedenen Konfessionen die Predigt – und somit die Kanzel – im Gottesdienst? Warum gibt es in einigen Kirchen Kreuze, Bilder und Figuren, in anderen nicht? Diesen Fragen geht der Kirchenführer nach.

Im zweiten Abschnitt des Heftes werden sechs verschiedene Kirchen Falderns beschrieben, die die konfessionelle Vielfalt der Stadt Emdens verdeutlichen. So werden die evangelisch-reformierte Neue Kirche, die evangelisch-lutherische Martin-Luther-Kirche, die katholische St. Michaels-Kirche sowie die Mennonitenkirche, die Altreformierte Kirche und die ehemalige Baptistenkirche vorgestellt. Auch hier stehen die konfessionellen Unterschiede und Gemeinsamkeiten, die im Kirchenraum sichtbar sind, im Vordergrund.

Die Beschreibung von drei weiteren, historische Gotteshäuser rundet den Kirchenführer ab. Vorgestellt wird neben der Großen Kirche und der Gasthauskirche, die 1943 beziehungsweise 1938 zerstört wurden, auch die Synagoge. Eine Synagoge in einem Kirchenführer ist untypisch, dennoch hat sich der Arbeitskreis entschlossen, sie aufzunehmen. Denn das Judentum gehört ebenfalls zur religiösen Vielfalt Emdens. Über Jahrhunderte lebten Juden in dieser Stadt und haben die Stadt geprägt, bevor sie im letzten Jahrhundert ermordet und ihre Spuren in Emden fast völlig ausgelöscht wurden.

Der Führer richtet sich zunächst an Kinder und Jugendliche, aber auch an interessierte Erwachsene sowie an Lehrer. Im Rahmen dieses Kirchenführers ist auch eine Arbeitsmappe mit Materialien für Kinder, Jugendliche, Lehrer und weitere Wissbegierige erschienen. Diese Materialien können als PDF-Datei heruntergeladen werden (siehe unten). Der Druck des Heftes wurde mit freundlicher Unterstützung der Sparkasse Emden möglich gemacht.

Die Broschüre ist erhältlich im Museumsshop des Landesmuseums sowie in der Johannes a Lasco Bibliothek.

Arbeitsmaterialien:
Arbeitsblatt 1: Neue Kirche
Arbeitsblatt 2: Martin-Luther-Kirche
Arbeitsblatt 3: St. Michaels-Kirche
Arbeitsblatt 4: Mennoniten-Kirche
Arbeitsblatt 5: Altreformierte Kirche

Führungen entlang der Reformationsroute

Führungen mit der Stadtführergilde

Gruppenführungen entlang der "Emder Reformationsroute" mit der Stadtführergilde können über die Touristik Emden gebucht werden; Tel. 04921/97400, www.emden-touristik.de