Bildungs- und Teilhabepaket

Das Bildungspaket ermöglicht Kindern und Jugendlichen aus einkommensschwachen Familien in Emden mehr Zukunftschancen. Es ist der Stadt Emden und dem Jobcenter ein besonderes Anliegen, dass alle Kinder und Jugendlichen davon profitieren. Seit 2011 erhalten Kinder und Jugendliche deshalb neben ihrem monatlichen Regelbedarf auch Leistungen für Bildung und Teilhabe. Mit diesen Leistungen soll es Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen, ermöglicht werden, am sozialen und kulturellen Leben teilnehmen zu können.

WER hat Anspruch auf das Bildungspaket?

Leistungen aus dem Bildungs- und Teilhabepaket können Eltern für ihre minderjährigen Kinder oder junge Erwachsene beantragen, die zum Zeitpunkt des Antrages eine der folgenden Leistungen beziehen:

  • SGB II Leistungen (ALG II; Harz IV)
  • SGB XII Leistungen (Sozialhilfe)
  • Kinderzuschlag
  • Wohngeld
  • Leistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz

Generell werden Leistungen nur dann gewährt, wenn das Kind, für welches die Leistungen beantragt werden oder der junge Erwachsene,

  • noch nicht das 25. Lebensjahr vollendet hat,
  • eine Allgemein- oder Berufsbildende Schule besucht
  • und keine Ausbildungsvergütung erhält. Damit haben Azubis, die eine Berufsschule besuchen, keinen Anspruch auf die Leistungen.

Besonderheit: Bei Leistungen zur Teilhabe in Kultur, Sport und Freizeit gilt die oben genannte Altersgrenze nicht: Hier besteht ein Anspruch nur bis zum vollenden des 18. Lebensjahres.

WO und WIE können die Leistungen beantragt werden?

Die Leistungen des Bildungs- und Teilhabepaketes müssen beantragt werden. Lediglich der Schulbedarf wird im SGB II und SGB XII Leistungsbezug automatisch, ohne Antrag, ausgezahlt! Den Antrag finden Sie hier!

Je nach Art der Leistung ist entweder das Jobcenter, der Fachdienst Wohnen oder der Fachdienst Sozialhilfe der Stadt Emden zuständig. Grundsätzlich gilt, dass dort die Leistungen aus dem Bildungspaket zu beantragen sind, von der Stellen bereits Leistungen bezogen werden. Daher sollte das Bildungs- und Teilhabepaket in Emden folgendermaßen beantragt werden:

  • Hartz-IV-Empfänger: beim Jobcenter
  • Wohngeld und Kinderzuschlag Empfänger: beim Fachdienst Wohnen
  • Sozialhilfe Empfänger: beim Fachdienst Sozialhilfe
  • Empfänger nach dem Asylbewerberleistungsgesetz: beim Fachdienst Wohnen

Der Empfänger des Antrags ist bitte deutlich auf dem Antragsformular anzukreuzen. Bei Unsicherheit sprechen Sie ihren zuständigen Ansprechpartner bei der Stadt oder des Jobcenters an. Wir bitten Sie alle Angaben sorgsam zu leisten und geforderte Nachweise beizufügen, damit Ihr Antrag schnellstmöglich bearbeitet werden kann. Bei einem Antrag auf Lernförderung ist zwingend die Anlage 1 beizufügen.
Näheres zur der Antragstellung finden Sie in den folgenden einzelnen Leistungsbeschreibungen.

WAS kann beantragt werden?

  • Schul- und Klassenfahrten

    Generell werden die tatsächlichen, durch die Schule nachzuweisenden, Kosten für alle (auch mehrtägige) Klassenfahrten und eintägige Ausflüge im Rahmen der schulrechtlichen und landesrechtlichen Bestimmungen übernommen. Zahlung von Taschengeld für zusätzliche Ausgaben, sind durch die Familie selbst zu finanzieren.

    Dem Antrag ist zwingend ein Elternbrief oder ein ähnliches Schreiben der Schule beziehungsweise der Kita mit der Aufforderung zur Zahlung der Kosten beizulegen. Die Kosten werden direkt an die Schule oder an die Kita oder dem Anbieter gezahlt.

  • Schulbedarf

    Mit dem Bildungspaket wird auch der persönliche Schulbedarf finanziert. Dazu gehören zum Beispiel Bücher, Schultasche, Sportzeug, Schreib-, Rechen- und Zeichenmaterialien. Die Zuwendung ist damit zweckbestimmt!
    Für den Schulbedarf wird eine Pauschale in Höhe von 100 Euro gezahlt, und zwar

    -zum 1. August in Höhe von 70 Euro
    -zum 1. Februar in Höhe von weiteren 30 Euro.

     

    Empfänger von Harz IV, Sozialgeld und der Sozialhilfe erhalten die Pauschalen automatisch und ohne gesonderten Antrag.
    Beziehen die Eltern Wohngeld und/oder den Kinderzuschlag, müssen diese einen Antrag stellen, um die Pauschale zu erhalten. Ab dem 15. Lebensjahr ist dem Antragbeine Schulbescheinigung beizufügen.

  • Lernförderung

    Mit der Lernförderung werden im besonderen Einzelfall schulische Angebote ergänzt, soweit dieses geeignet und erforderlich ist, um die nach den schulrechtlichen Bestimmungen festgelegten Lernziele zu erreichen, insbesondere die Versetzung in die nächste Klassenstufe. Kostenlose Förderangebote der Schule und von Fördervereinen sind vorrangig in Anspruch zu nehmen, ebenso Leistungen der Kinder- und Jugendhilfe.

    Ist eine außerschulische Lernförderung erforderlich, werden die angemessenen Kosten übernommen. Der Grund des Lerndefizites darf jedoch nicht selbst verschuldet sein. Eine Bestätigung der Schule, dass keine schulischen Angebote vorliegen und die Lernförderung erfolgversprechend befürwortet wird, ist erforderlich und dem Antrag beizulegen, sowie das letzte Zeugnis!

    Die Lernförderung kann sowohl durch Nachhilfeinstitute als auch durch Privatpersonen erfolgen. Voraussetzung hierfür ist jedoch, dass die Privatperson nach festgestellter Eignung einen Kooperationsvertrag mit der Stadt geschlossen hat, in dem unter anderem das Abrechnungsverfahren fixiert wird.

    Bitte beachten Sie Anlage 1 und lassen diese von der Schule bzw. dem zuständigen Fachlehrer ausfüllen. Ohne der bestätigten Notwenigkeit der Schule über die beantragte Lernförderung kann nicht über Ihren Antrag entschieden werden.

  • Mittagsverpflegung

    Für Schülerinnen und Schüler und für Kinder, die eine Kindertageseinrichtung/ Kindertagespflege besuchen wird ein Zuschuss zum gemeinschaftlichen Mittagessen gewährt. Die Verpflegung muss in Verantwortung der Einrichtung angeboten werden. Kioskangebote können nicht als Mittagsverpflegung geltend gemacht werden. Die Eltern tragen einen Eigenanteil von 1 Euro pro Mittagessen, die Differenz wird direkt an den Essensversorger (zum Beispiel dem Anbieter des Essens) ausgezahlt.

    Für Schulkinder kann kein Mittagessen in den Schulferien in der Ferienbetreuung bezuschusst werden, da es sich hier nicht um ein gemeinschaftliches Mittagessen in schulischer Verantwortung handelt.

  • Schülerbeförderung

    Schülerinnen und Schüler, die für den Besuch der nächstgelegenen Schule auf Schülerbeförderung angewiesen sind, erhalten einen Zuschuss zu den dadurch entstehenden Kosten, wenn diese nicht anderweitig übernommen werden. Dies wird insbesondere bei Schülerinnen und Schülern ab der 11. Klasse sowie bei Berufsschülern ohne Ausbildungsvergütung der Fall sein. Die Mindestentfernung zur nächstgelegenen Schule muss hierbei 4 Km betragen.

  • Kultur, Sport und Freizeit

    Dieses Angebot kommt nur für Kinder und Schüler in Betracht, die das 18. Lebensjahr noch nicht vollendet haben. Volljährige Kinder haben keinen Anspruch auf diese Leistungen.

    Mit der Teilhabe an Kultur, Sport und Freizeit soll es Kindern ermöglicht werden, in Vereinen Mitglieder zu werden und somit Kontakte zu Gleichaltrigen aufzubauen.

    Dabei werden Kinder mit maximal 10 Euro je Monat aus dem Bildungs- und Teilhabepaket bezuschusst. Bewilligt wird jeweils für ein halbes Jahr, sodass 60 Euro zur Verfügung steht, da bestimmte Aktivitäten nicht monatlich, sondern auch mal quartalsweise oder halbjährlich anfallen.

    Diese Summe kann eingesetzt werden für

    - Mitgliedsbeiträge in Vereinen aus den Bereichen Sport, Spiel, Kultur und Geselligkeit (bspw. Fußballverein, Schützenverein);
    - Unterricht in künstlerischen Fächern wie zum Beispiel Theater- oder Musikunterricht;
    - angeleitete Aktivitäten der kulturellen Bildung wie zum Beispiel Museumsbesuche;
    - einmalige Kurse (Schwimmkurs, Tanzkurs, Mutter-Kind-Schwimmen);
    - die Teilnahme an Freizeiten wie Pfadfinder-, Konfirmanden oder Theaterfreizeit;
    - notwendige Ausstattung (bspw. Musikinstrument, Fußballschuhe etc.).

    Voraussetzung ist, dass die Vereine, Bildungseinrichtungen oder Institutionen einen Kooperationsvertrag mit der Stadt haben, da der Betrag direkt an den Anbieter gezahlt wird. Eine Liste aller Kooperationspartner finden Sie hier! Sollte Ihr gewünschter Verein o.Ä. nicht auf der Liste stehen und Interesse bestehen, kümmern wir uns gerne um eine mögliche Kooperation. Hierzu wenden Sie sich bitte an:
         
    Frau Potthast-de Groot
    Maria-Wilts-Straße 3
    26721 Emden
    Tel: 04921 87-1947
    E-Mail: sina.potthast(at)emden.de

Antrag und Informationen

Öffnungszeiten

Montag bis Dienstag und Donnerstag bis Freitag 8.00 Uhr bis 12.00 Uhr
und zusätzlich Donnerstag 14.30 Uhr bis 17.00 Uhr

Adresse

Maria-Wilts-Str. 3,
26721 Emden
Postfach 2254
26702 Emden

Kontakt

Herr CorneliusStadt Emden, Maria-Wilts-Straße 3, 26721 Emden, Zimmer 132Tel.: 87 - 13 89
Herr JanssenStadt Emden, Maria-Wilts-Straße 3, 26721 Emden, Zimmer 131Tel.: 87 - 13 69
Frau Maas Jobcenter Emden, Schlesierstraße 10/12, 26723 Emden