Sozialräume

Die Sozialräumliche Gliederung der Stadt Emden

Sozialräumliche Gliederungen haben sich in vielen Kommunen zu einer zentralen Planungsgrundlage entwickelt. Sozialräume können in nahezu allen Bereichen als Planungsgröße genutzt und für fachliche und politische Diskussionen herangezogen werden. Darüber hinaus sind sie eine hilfreiche Grundlage bei der Erarbeitung von Konzepten und integrierten Handlungsansätzen, wie zum Beispiel im Programm Soziale Stadt.

Sozialräume ermöglichen

  • die Darstellung kleinräumiger Strukturen, Probleme und Entwicklungsvorhaben;
  • die Darstellung von sozialer Ungleichheit und Unterversorgungslagen im Querschnitt und Zeitverlauf;
  • die Ermittlung von besonderen Bedarfsgruppen und Gebieten mit besonderem Handlungsbedarf.

Abgrenzung und Zuschnitt der Sozialräume als statistische Gebiete

Die Einteilung in Sozialräume basiert auf den historisch gewachsenen Siedlungsstrukturen und den Stadtteilen. Die Abgrenzung berücksichtigt außerdem die stadtbildprägenden Raumelemente; Hafen, Wall, Autobahnring, Kanäle und Hauptverkehrsstraßen. Sie gliedern das Stadtgebiet in verschiedene Bereiche und bilden die Grenzen der neuen statistischen Beobachtungseinheiten Sozialräume. Unter einem Sozialraum wird hier ein sowohl baulich als auch sozial-strukturell weitgehend homogener Wohnbereich verstanden. Bei dem Zuschnitt der Sozialräume spielt außerdem die Größe der Gebiete eine wichtige Rolle (klein genug für eine differenzierte sozialräumliche Betrachtung, groß genug für die Nutzung von Daten - auch unter datenschutzrechtlichen Gesichtspunkten).

Statistische Gebiete und Stadtteile

Die sozialräumliche Gliederung ist ein in drei Ebenen aufgebautes Beobachtungssystem (Stadtgebiet, Stadtbereich, Sozialraum). Für die kleinräumige Betrachtung wurden im Stadtgebiet zunächst 40 Sozialräume und 10 Umlandgebiete abgegrenzt. Jedem dieser Gebiete sind Straßen, Straßenabschnitte oder Straßenseiten eindeutig zugeordnet. Unterschiedliche Daten können nun auf diese Gebiete zugeschnitten werden. Dies geschieht unter den Vorgaben des Datenschutzes in der abgeschotteten Statistikstelle der Stadt. Die gebietsbezogenen Daten nutzt die Sozialplanung für die Sozialraumanalyse.

Mehrere statistische Gebiete bilden jeweils einen Stadtbereich. In der Regel entsprechen diese Gebiete den Stadtteilen und tragen die gleiche Bezeichnung. Kleinere, dörflich geprägte Sozialräume, die einem Stadtteil entsprechen, und ihre ländlichen Umlandgebiete sind für die Betrachtung zu größeren statistischen Stadtbereichen zusammengefasst. Das Stadtzentrum setzt sich aus sieben Sozialräumen zusammen. Sechs Gebiete bilden die historischen Stadtviertel ab.