Der Investor für den Umbau des Apollo-Theaters in Emden hat sein Engagement aus wirtschaftlichen Gründen beendet. Damit kann das geplante Projekt zunächst nicht wie vorgesehen umgesetzt werden. Die Stadt Emden bedauert diese Entscheidung ausdrücklich, hat jedoch Verständnis für den Schritt.
"Die Stadt Emden hat das Projekt in engem Austausch mit dem Investor und den beteiligten Fachplanern begleitet. Dass sich die Rahmenbedingungen im Verlauf so gravierend verändern würden, war zum Zeitpunkt des Konzeptvergabe nicht absehbar", so Irina Krantz, Stadtbaurätin der Stadt Emden. "Wir haben Verständnis für die Entscheidung, auch wenn sie uns natürlich zurückwirft."
Projektentwickler Udo Fuhrmann erklärt für die Investoren: "Wir haben das Projekt mit großem Interesse und viel Engagement verfolgt. Leider sind die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen zuletzt derart schwierig geworden, dass eine Realisierung, bezogen auf die konkrete Situation der Investorengruppe, nicht mehr vertretbar war. Das ist keine Entscheidung gegen Emden oder das Projekt, sondern eine Frage der Verantwortung. Ich wünsche der Stadt ausdrücklich Erfolg dabei, eine neue Perspektive für das Apollo-Theater zu finden."
Hintergrund
Das Projekt Apollo-Theater war Teil einer Reihe sogenannter Konzeptvergaben, bei denen Gebäude in städtischem Eigentum auf Basis tragfähiger Nutzungskonzepte in private Hand überführt werden sollen. Interessentinnen und Interessenten konnten sich mit einem Nutzungskonzept für den Ankauf bewerben. Der Rat der Stadt Emden hat aus den Bewerbungen je Nutzungskonzept ausgewählt und dem jeweiligen Investor das Objekt angeboten. Ziel ist es, historische oder städtebaulich bedeutsame Immobilien einer neuen, nachhaltigen Nutzung zuzuführen.
In den vergangenen Jahren war die Umsetzung solcher Konzeptvergaben jedoch durch die gesamtwirtschaftliche Entwicklung erheblich erschwert. Die Folgen der Corona-Pandemie, der Ukraine-Krieg, Lieferengpässe sowie stark gestiegene Bau- und Finanzierungskosten haben die Rahmenbedingungen für Investoren deutlich verschlechtert.
Ähnliche Entwicklungen sind derzeit bundesweit bei kommunalen Sanierungs- und Entwicklungsprojekten zu beobachten. Viele Städte stehen vor der Herausforderung, dass ursprünglich tragfähige Konzepte durch veränderte Bau- und Finanzierungskosten nicht mehr wirtschaftlich umzusetzen sind.
Ausblick
Trotz des Rückzugs der Investorengruppe arbeitet die Stadt Emden aktiv an einer Fortführung des Nachnutzungsprojekts. Derzeit werden Gespräche mit weiteren Interessenten geführt. Eine erneute Beratung im Rat ist in etwa drei Monaten vorgesehen, spätestens im Frühjahr 2026 soll eine aktualisierte Beschlussvorlage vorliegen.
Oberbürgermeister Tim Kruithoff betont: "Der Rückzug der Investoren ist bedauerlich, aber angesichts der gesamtwirtschaftlichen Lage nachvollziehbar. Entscheidend ist, dass wir das Ziel im Blick halten, die Gespräche mit möglichen Partnern fortsetzen und gemeinsam nach einer Lösung suchen, die langfristig trägt. Das Apollo-Theater bleibt ein wichtiger Baustein für die Zukunft unserer Innenstadt."
Interessierte Investoren oder Projektentwicklerinnen und -entwickler, die ebenfalls an einer künftigen Nutzung des Apollo-Theaters Interesse haben, können sich gerne bei der Stadt Emden melden – per E-Mail an info(at)stadtentwicklung-emden.de
Auch mit dem Investor für die "Alte Waage" führt die Stadt derzeit intensive Gespräche. Hier wird erwartet, dass innerhalb der kommenden drei Monate konkrete Umbaupläne vorgelegt werden.
