Start der großen Neugestaltung am Schwanenteich
Die umfassende Sanierung der denkmalgeschützten Parkanlage am Schwanenteich tritt in die konkrete Umsetzungsphase ein. Die Stadt Emden setzt damit ein zentrales Projekt zur Sicherung, Aufwertung und ökologischen Zukunftsfähigkeit eines der wichtigsten innerstädtischen Grünräume um.
Über die Vergabe der Bauleistungen wurde im Verwaltungsausschuss am Montag entschieden. Der eigentliche Baubeginn ist – nach Abschluss der Baumaßnahme „Martin Faber Straße“ – ab Ostern 2026 vorgesehen. Die Bauzeit beträgt voraussichtlich rund 1,5 Jahre zuzüglich Fertigstellungs- und Entwicklungspflege. Die Gesamtmaßnahme beläuft sich auf 2.387.396 € - die Förderung aus dem „Grünen Band“ beträgt 1.157.232 €. Die restlichen Mittel sind Eigenmittel aus dem Haushalt der Stadt Emden.
Ziel der Maßnahme ist es, die historische Gestaltung der Parkanlage wieder sichtbar zu machen, die Aufenthaltsqualität deutlich zu erhöhen und den Park dauerhaft baulich, ökologisch und klimatisch zu stabilisieren. Grundlage der Planung sind unter anderem historische Vorlagen der ursprünglichen Anlage, ergänzt um aktuelle fachliche, ökologische und technische Anforderungen.
Was konkret umgesetzt wird
Kern der Maßnahme ist die Wiederherstellung der historischen Teichlinien. Die Ufer werden dauerhaft mit langlebigen Betonelementen gesichert, um die geometrische Form der Teiche zu stabilisieren und künftige Setzungen zu verhindern. Gleichzeitig werden die Teiche entschlammt und technisch ertüchtigt. Angesichts der anspruchsvollen Bodenverhältnisse wird besonderer Wert auf eine standsichere und nachhaltige Bauweise gelegt.
Auch die historische Wegeanlage wird grundlegend instandgesetzt. Die Hauptwege erhalten eine helle Asphaltoberfläche, die sich im Sommer weniger aufheizt und eine barrierearme Nutzung ermöglicht. Nebenwege werden in wassergebundener Bauweise ausgeführt und orientieren sich am historischen Erscheinungsbild.
Ergänzend wird eine großflächige Drainage in die Parkflächen eingebaut. Das bislang ganzjährig hohe Wasseraufkommen beeinträchtigt sowohl die Nutzbarkeit der Wiesenflächen als auch die Vitalität des Baumbestands. Durch die Drainagemaßnahmen sollen die Flächen langfristig stabilisiert und besser nutzbar gemacht werden.
Im Bereich „Rotes Siel“ entsteht ein neu modellierter Sonnenhang als zusätzlicher Aufenthaltsbereich mit Sitz- und Liegeangeboten. Neue Parkmöblierung, eine Boulebahn sowie eine zurückhaltende, artenschutzgerechte Beleuchtung der Hauptwege erhöhen Aufenthaltsqualität und Sicherheit. Auch hier orientiert sich die Gestaltung an historischen Vorbildern.
Baumentnahmen und Neubepflanzung – transparent und fachlich begründet
Im Zuge der Vorbereitung beginnen ab dem 12.02.2026 die notwendigen Baumentnahmen im direkten Baufeld. Die Arbeiten erfolgen durch eine Fachfirma im Auftrag des Bau- und Entsorgungsbetriebs Emden (BEE) und basieren auf einem unabhängigen Baumgutachten sowie artenschutzrechtlichen Prüfungen.
Wichtig ist dabei: Die vorgesehenen Baumentnahmen sind nicht kurzfristig entschieden worden. Bereits im Mai des vergangenen Jahres wurde dieses Thema intensiv öffentlich kommuniziert. Zudem hat ein unabhängiger Baumgutachter seine Einschätzungen in einer rund anderthalbstündigen Vorstellung im zuständigen Ausschuss ausführlich erläutert. Das vollständige Baumgutachten mit allen Details ist öffentlich einsehbar im Bürgerinformationssystem. (Baumgutachten)
Ein Teil des Baumbestands – insbesondere entlang der Teichufer – weist erhebliche Vitalitäts- und Standsicherheitsdefizite auf. Nach Einschätzung des Gutachters ist bei diesen Bäumen mittelfristig mit Ausfällen zu rechnen. Viele der betroffenen Bäume stehen zudem unmittelbar im Bereich der geplanten Ufersanierung. Für die Wiederherstellung der historischen Teichlinien sind umfangreiche Erdarbeiten erforderlich, die tief in bestehende Wurzelräume eingreifen. Ein fachgerechter Erhalt dieser Bäume ist unter diesen Bedingungen nicht möglich.
Die Sanierung wird deshalb gezielt genutzt, um den Baumbestand standortgerecht, klimaresilient und zukunftsfähig neu aufzubauen. Vorgesehen sind umfangreiche Ersatz- und Neupflanzungen mit langlebigen, klimaangepassten Baumarten. Entlang der Teiche entstehen Baumreihen aus Resista-Ulmen, die gegen die Holländische Ulmenkrankheit resistent sind. Ergänzend werden unter anderem Lärche, Tulpenbaum, Tupelobaum, Sumpfeiche, Immergrüne Eiche und Küstenmammutbaum gepflanzt. Diese Arten sind an feuchte, schwere Böden angepasst, gelten als widerstandsfähig gegenüber Klimastress und schaffen langfristig stabile Lebensräume für Insekten und Vögel. Ziel ist eine ökologisch vielfältige Baumstruktur mit Generationenperspektive.
Mit der Sanierung investiert die Stadt Emden nachhaltig in den Erhalt und die Weiterentwicklung des Schwanenteichs und verbindet Denkmalschutz, Klimaanpassung und moderne Parknutzung.
Hintergrund: Planungsprozess
Die Sanierung des Schwanenteichs ist Ergebnis eines langen und komplexen Planungsprozesses. Bereits 2018 wurde das Projekt erstmals öffentlich als Bestandteil des Integrierten Stadtentwicklungskonzepts (ISEK) vorgestellt. 2019 folgte ein Planungswettbewerb. Aufgrund der sich dann anschließenden Corona-Pandemie und der damit einhergehenden Verwerfungen der Baupreise musste die Umsetzung geschoben und konnte nicht realisiert werden. Die Planung wurde angepasst und dem Rat der Stadt Emden erneut vorgestellt. Der konkrete Sanierungsbeschluss einschließlich der Baumentnahmen wurde am 7. Mai 2025 im Ausschuss für Stadtentwicklung sowie am 19. Mai 2025 im Verwaltungsausschuss gefasst.





