Seit Oktober 2015 ist Emden "Fairtrade-Stadt". Die Auszeichnung wird an Kommunen vergeben, die sich in besonderer Weise um die Förderung des Fairen Handels verdient gemacht haben. Emden trägt als 365. Stadt in Deutschland den begehrten Titel.
Die Kampagne "Fairtrade Towns" wurde von dem Verein TransFair-Fairtrade Deutschland initiiert. Der Verein setzt sich für den Fairen Handel ein und vergibt für Deutschland das blauschwarze Fairtrade-Siegel. Über 919 Kommunen in ganz Deutschland beteiligen sich an der Kampagne. Dieses gemeinsame Engagement stärkt die Fairhandelsbewegung und kommt Kleinbauern zugute.
Die Stadt Emden durfte den Titel "Fairtrade-Stadt" zunächst für zwei Jahre tragen. Nach Ablauf von zwei Jahren wird im Rahmen einer Rezertifizierung geprüft, ob Emden die fünf Kriterien der Auszeichnung weiterhin erfüllt. 2017, 2019, 2021, 2023 und 2025 wurde die Stadt Emden dann rezertifiziert.
Faire Brückstraße am 20. September 2025 – Emden macht mit!
Am Samstag, 20. September 2025, verwandelt sich die Brückstraße wieder in eine bunte Meile für den fairen Handel. Bereits zum neunten Mal beteiligt sich Emden an der bundesweiten Fairen Woche, die in diesem Jahr vom 12. bis 26. September 2025 stattfindet. Unter dem Motto „Fair handeln – Vielfalt erleben! lädt die Faire Brückstraße alle Interessierten ein, die Vielfalt des Fairen Handels zu erleben und kennenzulernen.
Die Aktion „Faire Brückstraße“ wird von der Werbegemeinschaft Rathaus Karree und der agilio gGmbH gemeinsam mit vielen Partnerinnen und Partnern organisiert. Besucherinnen und Besucher können sich auf ein vielfältiges Programm freuen – mit Informationen, Mitmach-Aktionen und Begegnungen rund um die Themen Fairer Handel und Nachhaltigkeit.
Ein besonderer kulinarischer Höhepunkt sind die fairen Menüs, die eigens für diesen Anlass von Emder Gastronomiebetrieben angeboten werden:
Ein Burger, „Fairer Emder“, mit Kichererbsen-Patty und fruchtig-pikanter Mango-Chili-Soße, aromatische Rote-Linsen-Bällchen mit Curry-Dip sowie ein würziges Rotes Thai-Curry mit Reis. Abgerundet werden die Hauptspeisen durch eine Kaffee-Schokoladen-Creme als Dessert.
Einen besonderen Auftritt bekommen zur Eröffnung auch Kinder der Grundschule Cirksena unter Leitung von Neele Kroh und Mona Bürger, die einen speziellen Beitrag vorbereitet haben. Für weitere musikalische Begleitung sorgt das Trio „Acoustic Moment“ aus Emden/Aurich mit stimmungsvollen Akustik-Covern.
Die Eröffnung übernimmt Bürgermeisterin Doris Kruse um 10:30 Uhr. Sie betont: „Die Faire Brückstraße bietet die Gelegenheit, den Fairen Handel ganz praktisch erlebbar zu machen. Sie ermöglicht Begegnung, Austausch und zeigt, dass Klimagerechtigkeit und Fairness nicht fernab geschehen, sondern direkt bei uns in der Stadt beginnen.“
Hier finden Sie das Programm der Fairen Woche. zum Programm
Auf dem Foto sehen Sie Mitglieder des Steuerungskreises Fairtrade.
RÜCKBLICK
Vortrag: Solarboot-Projekt in Uganda
Am 23. April wurde die Vortragsreihe zum Thema Fairtrade mit einem inspirierenden Vortrag im Emder Rummel wieder aktiviert. Drei ehemalige Studierende der Hochschule Emden/Leer präsentierten ihr gemeinsames Projekt: Ein Solarboot, das Schulkindern am Bunyonyi-See in Uganda künftig eine sichere und nachhaltige Überfahrt ermöglichen soll.
Unter dem Titel „Musana Ferry für den Bunyonyi See – Entwicklungszusammenarbeit in Uganda“ berichteten Anneke Schleusener, Tim Schütte und Henrik Richter-Alten eindrucksvoll von der Entstehung ihrer Idee, der technischen Umsetzung und ihrer Reise nach Uganda zu Beginn des Jahres. Sie alle haben ihr Studium bereits seit längerer Zeit abgeschlossen und leben inzwischen quer über die Republik verstreut, sind jedoch über das Projekt noch weiter miteinander verbunden.
Bisher erreichten die Kinder und Jugendlichen aus den Dörfern rund um den Bunyonyi-See ihre Schule in langsam vorankommenden Kanus, die zudem meist aus ausgehöhlten Baumstämmen gefertigt sind. Ebenso gelangen kranke Menschen derzeit zum Krankenhaus auf die Insel Bwama. Über diese Zustände informiert, arbeiteten die ehemaligen Maschinenbau-Studierenden, die alle im Solarboot-Team der Hochschule aktiv waren, gemeinsam mit dem Verein Inselschule Uganda und der Lake Bunyonyi Community and Island School Association an einer Lösung. Diese zeichnete sich schnell ab: Ein Solarboot, dessen Rümpfe vor Ort und In Uganda gefertigt werden und dessen Wartung möglichst einfach ebenfalls dort erfolgen kann. Im Februar wurden die Komponenten in Uganda zusammengesetzt und bereits für Testfahrten genutzt.
Der Vortrag zeigte eindrucksvoll, wie praxisnahe Ingenieurskunst, interkulturelle Zusammenarbeit und nachhaltige Entwicklung Hand in Hand gehen können.
Zur Begrüßung der Gäste sprachen neben dem Emder Oberbürgermeister Tim Kruithoff auch Prof. Dr. Sven Steinigeweg, Vizepräsident für Forschung und Wissenstransfer an der Hochschule Emden/Leer.
Der Vortrag ist Bestandteil einer Veranstaltungsreihe, die das gemeinsame Engagement für den Fairen Handel als Fairtrade-Stadt und Fairtrade-Hochschule unterstreicht. So wurden als Vortragende unter anderem Prof. Dr. Hans-Heinrich Bass von der Universität Hamburg zum Thema Entwicklungszusammenarbeit, Prof. Dr. Niko Paech von der Universität Siegen zu Wirtschaftswachstum und Suffizienz oder auch Prof. Dr. Markus Wissen von der Hochschule für Wirtschaft und Recht aus Berlin in Emden begrüßt. Die Fairtrade-Zertifizierung der Stadt Emden jährt sich in diesem Jahr zum zehnten Mal; die Hochschule Emden/Leer wurde erfolgreich zum fünften Mal rezertifiziert.
Mit dem Vortrag wurde einmal mehr deutlich, wie wichtig lokale Initiativen mit globaler Wirkung sind – und wie stark das Netzwerk aus Hochschule, Stadt und Zivilgesellschaft in Emden für eine gerechtere Welt zusammenarbeitet.
Weltfrauentag: Zeichen für Gleichstellung und fairen Handel
Zum Weltfrauentag am 8. März 2025 hat das Team der Villa am Ring gemeinsam mit engagierten Kooperationspartner*innen eine besondere Aktion in der Emder Fußgängerzone durchgeführt. Am Café Mobil wurde kostenlos fair gehandelter Kaffee, Kekse und frisches Obst angeboten.
Ziel der Aktion war es, auf die Bedeutung des Weltfrauentages aufmerksam zu machen – insbesondere auf Themen wie Gewaltprävention, Gleichstellung und globale Gerechtigkeit. Gleichzeitig sollte ein sichtbares Zeichen für fairen Handel und nachhaltigen Konsum gesetzt werden.
Die Aktion stieß auf großes Interesse und bot viele Gelegenheiten für anregende Gespräche mit Emderinnen und Emder.
Faire Woche: großes Interesse am vielfältigen Programm
Unter dem Motto „Fair. Und kein Grad mehr!“ beteiligte sich die Stadt Emden auch 2024 wieder aktiv an der bundesweiten Fairen Woche, die vom 13. bis 27. September stattfand. Im Fokus standen in diesem Jahr die Themen Klimagerechtigkeit und das Engagement junger Menschen für eine faire und nachhaltige Zukunft.
Bereits zum achten Mal organisierte die Steuerungsgruppe Fairtrade Emden ein vielfältiges Programm rund um fairen Handel und globale Verantwortung. Höhepunkt war die zentrale Veranstaltung „Faire Brückstraße“ am 21. September 2024 in der Emder Innenstadt. Gemeinsam mit der Werbegemeinschaft Rathaus Karree, der agilio gGmbH und zahlreichen weiteren Partnern wurde die Einkaufsstraße in eine lebendige Aktionsfläche verwandelt – mit Informationsständen, Mitmachaktionen und Angeboten für alle Altersgruppen.
Die Veranstaltung wurde um 10.30 Uhr von Oberbürgermeister Tim Kruithoff eröffnet. In seiner Ansprache betonte er die Bedeutung des fairen Handels und rief dazu auf, sich weiterhin gemeinsam für mehr Gerechtigkeit in globalen Lieferketten einzusetzen.
Die positive Resonanz und das große Interesse der Besucher*innen bei sonnigem Wetter zeigten einmal mehr, wie wichtig lokale Initiativen für globale Themen sind. Die Faire Woche bot nicht nur Raum für Information und Austausch, sondern auch für konkrete Impulse zum Handeln – ganz im Sinne einer lebendigen Fairtrade-Stadt Emden, die diesen Titel seit 2015 mit großem Engagement trägt.
Fairtrade Award in der Kategorie Zivilgesellschaft
Die Hochschule Emden/Leer und die Stadt Emden wurden 2018 mit dem Fairtrade-Award in der Kategorie Zivilgesellschaft mit dem zweiten Platz ausgezeichnet. Gerhard Kreutz, Präsident der Hochschule Emden/Leer und die Emder Bürgermeisterin Andrea Risius nahmen den Preis während einer Feierstunde in Berlin von Moderatorin Anke Engelke und Schauspieler Joachim Król entgegen.
Mit dem Preis belohnt der gemeinnützige Verein TransFair herausragendes Engagement für fairen Handel in den Kategorien Handel, Zivilgesellschaft, Hersteller und Nachwuchspreis. Anke Engelke moderierte die Gala im Berliner Ellington Hotel. Zu den Laudatoren zählten unter anderem Schauspieler Joachim Król, Lea-Marlen Woitack und Andreas Hoppe. Grußworte sprachen Entwicklungsminister Dr. Gerd Müller und Dr. Tsitsi Choruma von Fairtrade Africa.
„In der Kategorie Zivilgesellschaft sieht man, dass der faire Handel mehr ist als ein anerkanntes Siegel auf einer Verpackung. Der faire Handel lebt von der Vielzahl engagierter Bürgerinnen und Bürger, die sich Tag für Tag einsetzen, ihn zu verbessern und bekannter zu machen. Die Gewiner in dieser Kategorie spiegeln das umfangreiche und vielfältige Engagement von Organisationen, Kampagnen und Personen wider“, hieß es in der Laudatio
„Wir, die Hochschule Emden/Leer und die Stadt Emden, sehen uns gemeinsam in der Verantwortung, die Themen Nachhaltigkeit, Fairen Handel und Respekt für die Leistungen benachteiligter Regionen noch mehr in den Fokus zu nehmen und für einen gesellschaftlichen Wandel einzutreten. Es ist nicht genug zu wollen, man muss auch tun - Mit diesem Goethe-Zitat ist unsere Motivation daher am besten umschrieben. Nachhaltigkeit und Fairtrade werden von uns konkret und „zum Anfassen“ gelehrt und gelebt“, Kreutz und Risius in Ihrer Dankesrede.
Aus 68 Bewerbungen hatte die unabhängige Jury je drei Nominierte in den Kategorien gewählt. Die Kriterien für die Award-Nominierung waren unter anderem, dass sich die Bewerber langfristig engagieren, den fairen Handel innovativ und aufmerksamkeitsstark intern und nach außen kommunizieren, gezielt Produzentengruppen unterstützen und welche zukünftigen Pläne zur Förderung des fairen Handels vorliegen.