Unsere Stadt - Zukunft Innenstadt

Die deutschen Innenstädte verändern sich. Menschen kommen nicht mehr nur zum Einkaufen in die Innenstadt. Eine Innenstadt muss zukünftig viele Funktionen vereinen. Der Deutsche Städtetag nennt in seinem Positionspapier zur "Zukunft der Innenstädte" als langfristiges Ziel eine Nutzungsmischung, zu der neben Handel auch Wohnen, Gastronomie, Kultur und Bildung gehören. 

Eines der TOP-Ziele von Verwaltung und Rat der Stadt Emden ist es, die Aufenthaltsqualität für die Menschen in der Emder Innenstadt zu erhöhen. Weitere - dazugehörige - Ziele sind: die Gastronomie, den Tourismus, die Kultur und den Handel zu stärken, Freizeitangebote zu schaffen und stadtnahes Wohnen zu entwickeln. Außerdem soll die Emder Innenstadt für alle Bürger*innen gut und schnell erreichbar sein. Ein Schlüssel zum Erreichen dieser Ziele und damit für eine zukunftsfähige und attraktive Innenstadt ist in Emden die Beruhigung der Verkehrssituation.        

Verkehrsversuch mit mehreren Varianten

Das Thema Verkehrswende für die Emder Innenstadt ist ein aktuell stark diskutiertes Thema. Generell ist darunter ein einschränkender Umgang mit dem Kraftfahrzeugverkehr zu verstehen  – gleichzeitig werden aber Fuß-, Rad- und Busverkehr und die Aufenthaltsqualität gefördert. Die Stadt Emden hat sich für die Förderung des Umweltverbundes und die damit einhergehende Reduzierung des Kraftfahrzeugverkehrs ausgesprochen. Dabei ist vor allem der erarbeite Masterplan Radverkehr 40% ein wichtiger Bestandteil.

Die Firma SHP Ingenieure wurde von der Verwaltung beauftragt, ein Gutachten zu den verschiedenen Verkehrsführungsvarianten für die Neutorstraße und die Straße am Delft zu erstellen. Um eine gute Lösung zu finden, werden in einem Verkehrsversuch mit mehreren Varianten die städtbaulichen und verkehrlichen Auswirkungen untersucht werden. 

Natürlich wird der Verkehrsversuch fachlich begleitet und die Ergebnisse werden im Ausschuss für Stadtentwicklung und Umwelt der Öffentlichkeit vorgestellt. Ergänzend dazu wird eine Vision für eine zukünftige Gestaltung der Verkehrsflächen gemeinsam mit der Öffentlichkeit erarbeitet. Die Bürger*innen bekommen die Gelegenheit, ihre Ideen und Wünsche für die Nutzung und Gestaltung einzubringen.  

Ziel ist eine attraktive fahrrad- und fußgängerfreundliche, verkehrsberuhigte Situation auf Emdens Haupteinkaufsstraße und am Delft  - mit weiteren Aufenthalts- und Erlebnisflächen für die Menschen. 

Die drei Varianten

1. Einbahnstraße Süd-Nord: Die Straße war für Autos in der Süd-Nord-Richtung befahrbar. Die Geschwindigkeit wurde auf 30 km/h herabgesetzt. Fahrradfahrer*innen konnten dagegen in beide Richtungen auf eigenen Fahrspuren fahren. Die signalisierten Fußgängerüberwege wurden in temporäre Zebrastreifen umgewandelt.

2. Einbahnstraße Nord-Süd: Die Fahrtrichtung wurde gedreht, die Straße war für Autos in der Nord-Süd-Richtung befahrbar. Die seitlichen Fahrradspuren wurden auf 3 Meter verbreitert. Am Ende der Neutorstraße und entlang des Stadtgartens wurde durch die freiwerdende Fläche ein "Aktionsraum" geschaffen, der durch verschiedene Maßnahmen - wie etwa Kunst im öffentlichen Raum - bespielt wurde.
 
3. Unechte Fahrradstraße: Die Straße ist seit Freitag, dem 3. Juni 2022 eine unechte Fahrradstraße. Autos können weiterhin in Nord-Süd-Richtung fahren. Radfahren ist in beide Richtungen möglich. 

Copyright (Grafiken): SHP

Die dritte Phase: Fahrradstraße und Erlebnisraum

Die Neutorstraße wird zu einer unechten Fahrradstraße. Die Fahrradfahrer*innen haben immer Vorrang vor den Autos: Sie dürfen zum Beispiel nebeneinander fahren. Autos können, wie in Versuchsphase 2, in Nord-Süd-Richtung fahren. Radfahren ist aber in beide Richtungen möglich. Fahrräder und Autos fahren auf einer Fahrbahn. Es gilt das Rechtsfahrgebot. Die maximale Geschwindigkeit ist 30 km/h. (siehe hierzu auch die FAQ)  

Erlebnisraum Neutorstraße:
Auf den frei gewordenen Seitenbereichen wird Platz für den Menschen geschaffen: Dort werden Stadtmöbel zum Sitzen und Verweilen aufgestellt. 

Animation - Unechte Fahrradstraße

FAQ - Unechte Fahrradstraße

Dürfen Fahrräder auf Fahrradstraßen nebeneinander fahren?

Dürfen Autos auf der Fahrradstraße fahren?

Dürfen Autos überholen?

Welche Geschwindigkeit gilt auf Fahrradstraßen?

Wer muss auf wen Rücksicht nehmen?

Können Radfahrer die Gehwege nutzen?

Was ist die Rechtsgrundlage der Versuche?

Ziele der Verkehrsversuche

  • Verbesserung der Aufenthalts- und Lebensqualität
  • Platz für Menschen
  • gutes Kleinklima
  • höhere Verweildauer und Flanieren
  • Zusammenwachsen der Straßenränder
  • höhere Verkehrssicherheit
  • Verlagerung auf den Fuß- und Radverkehr
  • entspanntes Radfahren
  • weniger Kfz-Verkehr
  • Durchgangsverkehre vermeiden
  • Verlagerung von Verkehren (zum Beispiel zum Autobahnring)

Visionen für die Innenstadt

So könnte es aussehen: mehr freier Raum - mehr Aufenthaltsqualität für Emder*innen und Besucher*innen.   

Beteiligung der Bürger*innen

Welche Ideen haben Sie? Was ist Ihnen wichtig? Was wünschen Sie sich für die Innenstadt? Die Emder*innen werden verschiedene Möglichkeiten erhalten, sich zu beteiligen.    

Am Montag, den 8. November 2021 fand ein erster Bürgerdialog in der Nordseehalle statt. Die Veranstaltung "Verkehr in der Innenstadt – Wie kann die Stadt der Zukunft aussehen?" konnte über die Facebook- oder Youtube-Seite der Stadt Emden oder live vor Ort verfolgt werden. Es gab sowohl in der Nordseehalle als auch online die Möglichkeit, Fragen zu stellen und Ideen einzubringen. 

Oberbürgermeister Tim Kruithoff, Stadtbaurätin Irina Krantz, David Malzahn, Leiter des Fachdienstes Stadtplanung, Martje Merten, Koordination Innenstadt und Hinrich Post, Fachdienst Straßenverkehr beantworteten die zahlreichen Fragen der Bürger*innen.

Um die Emder*innen weiterhin in die Planungen einzubeziehen, sind weitere Formen der Bürgerbeteiligung geplant.  

Auf unserem YouTube Kanal können Sie sich die Aufzeichnung der Veranstaltung noch einmal ansehen. 

Hier lesen Sie die Präsentation vom Bürgerdialog

Ergebnisse der Mentimeter-Abfrage