Internationaler Tag gegen Gewalt an Frauen
Emden setzt ein Zeichen, dass Gewalt gegen Frauen und Mädchen in unserer Stadt keinen Platz hat!
Am 25. November ist der Internationale Tag gegen Gewalt an Frauen oder Orange Day, der weltweit als Gedenk- und Aktionstag zur Bekämpfung von Diskriminierung und Gewalt jeder Form gegenüber Frauen und Mädchen genutzt wird.
Auch in Emden finden zahlreiche Aktionen und Veranstaltungen statt, um auf dieses Thema aufmerksam zu machen, eine klare Haltung gegen Gewalt einzunehmen und Solidarität mit Betroffenen zu zeigen.
Aktionen auf einen Blick
Die Aktionen und Veranstaltungen werden vom Bündnis Gewaltprävention Emden, verschiedenen Organisationseinheiten der Stadt Emden, der vhs Emden e.V., der Ev. Familien-Bildungsstätte Emden und der Hochschule Emden/Leer organisiert und durchgeführt.
Mitmachaktion "Wir brechen das Schweigen" des Hilfetelefon Gewalt gegen Frauen
Unter der Nummer 116 016 und via Online-Beratung werden Betroffene aller Nationalitäten, mit und ohne Behinderung – 365 Tage im Jahr, rund um die Uhr unterstützt. Auch Angehörige, Freundinnen und Freunde sowie Fachkräfte werden hier anonym und kostenfrei beraten.
Bereits zum 12. Mal in Folge ruft das Hilfetelefon mit der Mitmachaktion „Wir brechen das Schweigen“ anlässlich des Internationalen Tages gegen Gewalt an Frauen am 25. November dazu auf, ein starkes kollektives Zeichen gegen geschlechtsspezifische Gewalt zu setzen.
Gewalt gegen Frauen ist kein individuelles Schicksal, sondern ein tief verwurzeltes strukturelles Problem, das uns alle angeht. Gewalt ist nach wie vor alltäglich, jede und jeder von uns kennt statistisch gesehen eine Frau, die betroffen ist.
"Gemeinsam gegen Gewalt an Frauen" lautet daher das Motto der diesjährigen Mitmachaktion „Wir brechen das Schweigen“.
Unter dem #Schweigenbrechen beteiligen sich auch Oberbürgermeister Tim Kruithoff, Gleichstellungsbeauftragte Gaby Philipps und Vertreter*innen des Bündnis Gewaltprävention Emden an der Kampagne in den sozialen Medien und möchten auch viele Emder Bürger*innen zum Mitmachen motivieren.
Wann: ab 14.11.2025
Wo: in den sozialen Medien mit #Schweigenbrechen
Veranstalter*in: Hilfetelefon Gewalt gegen Frauen,www.hilfetelefon.de


Infostände zum Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen
Das Bündnis Gewaltprävention richtet am 22.11.2025 gemeinsam mit den "Aktiven Metallerinnen" der IG Metall Emden Info-Stände in der Innenstadt ein, informiert interessierte Bürger*innen über Hilfs- und Beratungsangebote bei häuslicher Gewalt und steht zum Gespräch und Austausch bereit.
Zeitgleich wird Info-Material in der Innenstadt, in der Gastronomie, auf dem Wochenmarkt und in der Fußgängerzone verteilt.
Wann: Samstag, 22.11.2025, vormittags
Wo: Zwischen beiden Märkten, Innenstadt
Veranstalter*in: Bündnis Gewaltprävention Emden und „Aktive Metallerinnen“ der IG Metall Emden

Mitmachaktion Emder*innen setzen ein Zeichen gegen Gewalt an Frauen #orangeemden
Die bekannten Emder Statuen in der Innenstadt- Delftspucker, Jantje Vis, Peterke, Bernhard Brahms, Maja bei der Kunsthalle und die Ottifanten in Transvaal werden anlässlich des Orange Day im Aktionszeitraum in orange eingekleidet.
Emder*innen und natürlich auch alle anderen sind dazu eingeladen, sich mit den orangefarbenen eingekleideten Statuen an den Selfie Points zu fotografieren und diese Fotos unter #orangeEmden in den sozialen Medien zu posten.
Wann: ab Samstag, 22.11.2025
Wo: Selfie Points bei den Statuen Delftspucker, Jantje Vis, Peterke, Bernhard Brahms, Maja bei der Kunsthalle und Ottifanten in Transvaal
Veranstalter*in: Bündnis Gewaltprävention, Stadt Emden


Plakataktion FEMIZIDE STOPPEN am Delft
Im Jahr 2025 sind in Deutschland bereits zahlreiche Femizide verzeichnet worden, was die dringende Notwendigkeit von Präventionsmaßnahmen und gesellschaftlicher Sensibilisierung verdeutlicht.
Die Täter stammen häufig aus dem nahen Umfeld der Opfer, wie Partner, Ex-Partner oder Familienmitglieder. Diese Taten sind Ausdruck tief verwurzelter patriarchaler Strukturen und geschlechtsbezogener Gewalt.
Als Femizid bezeichnet man die Tötung von Frauen oder Mädchen aufgrund ihres Geschlechts als extreme Form geschlechtsbezogener Gewalt, die im Kontext patriarchaler Geschlechterdifferenzen verübt wird.
Im deutschen Recht ist Femizid kein eigener Straftatbestand, sondern wird unter die Tatbestände Mord oder Totschlag subsumiert.
Zwei Freundinnen, die 2021 eine Freundin und ihren Sohn durch einen erweiterten Femizid verloren haben, haben den Instagram-Account „femizide_stoppen“ erstellt und zählen seitdem jeden einzelnen Femizid im Jahr in Deutschland.
Der 4. Femizid in Deutschland 2025 am 19.01.2025 war in Emden.
Ein Mann (67) tötete seine 65-jährige Ehefrau mit mehreren Stichen und rief anschließend den Notruf. Der Tat soll ein Streit vorausgegangen sein. Der mutmaßliche Täter wurde festgenommen. Die Staatsanwaltschaft ermittelte wegen des Verdachts des Totschlags.
Mit einer Plakataktion am Delft wollen wir alle bisherigen Femizide aus dem Jahr 2025 sichtbar machen, für das Thema Femizide sensibilisieren und Aufmerksamkeit schaffen.
Wann: ab Samstag, 22.11.2025
Wo: Geländer am Delft
Veranstalter*in: Bündnis Gewaltprävention, Unterstützer*innen, Stadt Emden
Fahnenhissen "Wir sagen NEIN zu Gewalt gegen Frauen"
Am Dienstag, 25.11.2025, um 12 Uhr werden anlässlich des Internationalen Tages gegen Gewalt an Frauen am Ostfriesischen Landesmuseum/Rathaus Fahnen mit der Aufschrift "Wir sagen NEIN! zu Gewalt gegen FRAUEN" von einem breitem Zusammenschluss unterschiedlichster Akteure gehisst, um ein sichtbares Zeichen gegen Gewalt an Frauen zu setzten.
Treffpunkt zum gemeinsamen Gang zum Fahnenhissen ist um 11:30 Uhr im Innenhof zwischen den Verwaltungsgebäuden I und II der Stadtverwaltung.
Am Fahnenhissen nehmen die Bürgermeisterinnen der Stadt Emden, die Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Emden, Vertreter*innen des Bündnisses Gewaltprävention, von Rat und Verwaltung, der Polizei Emden, der Hochschule Emden/Leer, der IG Metall Emden, der OMAS GEGEN RECHTS sowie weitere Interessierte teil.
Weitere Fahnen werden am Verwaltungsgebäude III in der Maria-Wilts-Straße, vor dem MGH Kulturbunker Emden, bei der Volkshochschule, vor der Polizeiinspektion, am Feuerschiff, auf dem Campus der Hochschule Emden/Leer, bei der Geschäftsstelle der IG Metall Emden sowie beim Volkswagen Werk Emden wehen.
Wann und wo: Dienstag, 25.11.2025; gemeinsamer Gang ab 11:30 Uhr (Treffpunkt: Innenhof zwischen Verwaltungsgebäude I und II), Fahnenhissen 12:00 Uhr am OLME/Rathaus
Veranstalter*in: Bündnis Gewaltprävention, Stadt Emden, BEE


Vortrag „Hinter den Gardinen – Partnergewalt und Prävention“
Anlässlich des Internationalen Tages zur Beseitigung der Gewalt gegen Frauen richten wir die Aufmerksamkeit auf ein häufig verdecktes, aber hochrelevantes gesellschaftliches Problem: Gewalt in Partnerschaften. Frauen sind überproportional häufig von psychischer, körperlicher und in extremen Fällen tödlicher Gewalt betroffen. Diese Form der Gewalt durchdringt alle gesellschaftlichen Schichten und Beziehungsformen und erfordert gezielte Präventions- und Unterstützungsmaßnahmen.
Trotz steigender Fallzahlen bleibt das Dunkelfeld groß. Scham und gesellschaftliche Tabus erschweren Betroffenen den Schritt, Hilfe zu suchen – insbesondere in ländlich geprägten Regionen wie Ostfriesland.
Der Vortrag gibt Einblicke in aktuelle Entwicklungen, beleuchtet regionale Herausforderungen und zeigt Möglichkeiten der Prävention und Unterstützung auf.
Referentin:
Dr. Wiebke Janßen, wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Universität Vechta
Forschungsschwerpunkte: Partnergewalt, Prävention in ländlichen Regionen, soziale Herausforderungen junger Männer sowie Menschenhandel und Zwangsprostitution.
Die Veranstaltung richtet sich an Bürger*innen, Fachleute sowie alle Interessierten, die ein Zeichen gegen Gewalt setzen möchten.
Wann: Dienstag, 25. November 2025, 18:00 – 20:15 Uhr
Wo: vhs-Forum Emden
Anmeldungen erforderlich unter
info(at)vhs-emden.de oder Tel. 04921 9155-0
Eintritt: kostenfrei, gefördert durch das Bundesprogramm „Demokratie leben!“
Veranstalter*innen: Kooperation der vhs Emden und des Bündnisses Gewaltprävention Emden

Orange Bank – #keinplatzfürgewalt
Unter dem Motto #keinplatzfürgewalt wurde zum 25.11.2023 eine orangefarbene Bank von der Stiftung Opferhilfe Niedersachsen gemeinsam mit dem Bündnis Gewaltprävention und dem Zonta Club Leer-Ostfriesland angeschafft, um dauerhaft in Emden auf das Thema Gewalt gegen Frauen aufmerksam zu machen.
Am 25.11.2025 wird die Bank im Foyer der vhs Emden aufgestellt und anschließend im Verwaltungsgebäude III, Maria-Wilts-Straße 3 auf das Thema aufmerksam machen.

Beleuchtung Orange The World
Die Stadt Emden beteiligt sich auch in diesem Jahr wieder an der weltweiten Kampagne "Orange The World".
2025 stellt UN Women Deutschland jene Gewalt in den Fokus der Orange The World Kampagne, die Frauen und Mädchen täglich in der Öffentlichkeit erleben: auf der Straße, am Arbeitsplatz oder in der digitalen Welt.
In ganz Deutschland sind während der 16 Aktionstage in der Zeit vom 25. November (Internationaler Tag gegen Gewalt an Frauen) bis zum 10. Dezember 2025 (Tag der Menschenrechte) „Stopp Gewalt“-Fahnen, „Orange The World“-Poster zu sehen und werden Gebäude, Sehenswürdigkeiten und Plätze orange beleuchtet.
Die Farbe Orange symbolisiert dabei eine Zukunft ohne Gewalt gegen Frauen. In Emden werden das Ostfriesische Landesmuseum, das Hafentor, die Neue Kirche und der Turm der vhs Emden in orangenes Licht getaucht, um die Forderung nach der Beendigung geschlechtsspezifischer Gewalt gegen Frauen zu unterstützen.
Auch alle Bürger*innen sind aufgerufen, am Abend ein orangenes Licht, wie beispielsweise eine orangefarbene Kerze, in das Fenster zu stellen.
Wann: 25.11. bis 10.12.2025, ab Einbruch der Dunkelheit
Wo: Ostfriesisches Landesmuseum/Rathaus, Hafentor, Neue Kirche, vhs Emden
Veranstalter*in: Bündnis Gewaltprävention, Stadt Emden, BEE, Ostfriesisches Landesmuseum Emden und vhs Emden

Aktionen zum Orange Day vom Netzwerk Barenburg
Das Netzwerk Barenburg, in dem 22 Institutionen im Stadtteil Barenburg zusammenarbeiten, macht das Thema Gewalt gegen Frauen im Aktionszeitraum der Orange Days im Stadtteil sichtbar, in dem
- am 25.11.2025 zur Sichtbarkeit des Orange Day in allen Institutionen orangefarbene Einmalhandschuhe getragen werden,
- im Aktionszeitraum der Orange Days: Plakate und Sticker mit „STOPP GEWALT GEGEN FRAUEN“ der UN WOMEN Deutschland sowie den Hilfsangeboten in Emden im Stadtteil verteilt werden und mit dem
- Angebot Offene Ohren- Niedrigschwellige Beratung.
Die teilnehmenden Institutionen öffnen ihre Türen von 9 bis 11 Uhr für Fragen und Anliegen rund um das Thema „Gewalt gegen Frauen“
25.11.: IFI GO! Barenburg
26.11.: IGS schulische Sozialarbeit
27.-28.11.: Outlaw gGmbH Barenburg
1.-3.12.: Förderschule schulische Sozialarbeit
4.-5.12.: Treffpunkt Barenburg
8.-10.12.: GS Grüner Weg schulische Sozialarbeit
Wann: Aktionstage anlässlich des Internationalen Tages gegen Gewalt an Frauen 25.11.-10.12.2025
Wo: Stadtteil Barenburg
Veranstalter*in: Netzwerk Barenburg mit Kooperationspartner*innen
Walk & Talk Frauenspaziergang bei Nacht
Im Rahmen der Walk&Talk – lopen&proten - Frauenspaziergänge in Emden findet anlässlich der Aktionstage zum Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen ein Frauenspaziergang bei Nacht als Orange Walk statt.
Alle Frauen aus Emden und der Umgebung sind herzlich willkommen! Kommt einfach vorbei!
Wir treffen uns am Donnerstag, 27.11.2025, um 19 Uhr, beim Spielplatz Stephansplatz und gehen ca. eine Stunde bei orangefarbener Beleuchtung durch die Innenstadt!
Wann: Donnerstag, 27.11.2025, 19 Uhr
Treffpunkt: Spielplatz Stephansplatz
Veranstalterinnen: Gleichstellungsbeauftragte Stadt Emden, ev. Familien-Bildungsstätte Emden, Villa am Ring

Aktionstage Respektvoller Umgang 2025 der Hochschule Emden/Leer
An der Hochschule Emden/Leer wird Wert auf einen respektvollen und wertschätzenden Umgang miteinander gelegt. Dazu gehört, dass Diskriminierung auf dem Campus keinen Platz haben und der Einsatz für ein diskriminierungssensibles Studien- und Arbeitsumfeld.
Die Aktionstage „Respektvoller Umgang“ geben Studierenden und Beschäftigten die Möglichkeit, sich näher mit sexualisierter Diskriminierung und Gewalt, Sexismus sowie geschlechtlicher Vielfalt an der Hochschule zu befassen.
Die Gleichstellungsstelle der Hochschule Emden/Leer hat auch in diesem Jahr wieder ein vielfältiges Programm mit verschiedenen Veranstaltungen für die Aktionstage „Respektvoller Umgang 2025“ für Studienende und Mitarbeitende der Hochschule zusammengestellt: zum Programm
Folgende Veranstaltungen davon sind öffentlich:
a) Digitale Ethik- Wer schützt unsere Kinder? (Online)
Wissen wir wirklich, was Kinder bei Tiktok&Co. Sehen? Nicht die Nutzungsdauer ist das Problem, sondern die Inhalte. Es braucht eine gesellschaftliche Kraftanstrengung, um Kinder zu schützen und die positive Seite von sozialen Medien und KI in den Fokus zu stellen.
Referentin: Digitalbotschafterin Niedersachsen- Silke Müller
Silke Müller ist Schulleiterin in Niedersachsen und seit 2021 erste Digitalbotschafterin ihres Landes. Sie kämpft für eine ethische und demokratische Werteerziehung- auch und vor allem in der digitalen Welt. In ihren Vorträgen spricht sie über die Gefahren und Herausforderungen, denen insbesondere die Kinder durch die Nutzung von sozialen Medien und durch künstliche Intelligenz ausgesetzt sind und appelliert an Eltern, Gesellschaft und Politik, genau hinzuschauen und gemeinsam zu handeln.
Wann: Montag, 01.12.2025, 19 Uhr, online
Anmeldung: gs-digital(at)hs-emden-leer.de
b) Hassrede im Netz kontern: So geht Counterspeech (Online)
Mit dem übergeordneten Thema „Betroffene von digitaler Gewalt stärken – Täter*innen zur Verantwortung ziehen“ werden die einzelnen Aspekte von Gewalt im digitalen Raum beleuchtet. Wer sind die Täter, wer die Betroffenen? Wie kann ich mich schützen und welche Hilfsangebote gibt es? Diese und weitere Fragen sollen in Zusammenarbeit mit den Teilnehmenden beantwortet werden. Dazu werden Fallbeispiele und konkrete Umgangsmethoden vorgestellt. Außerdem wird ein Gesamtüberblick über das Thema digitale Gewalt allgemein geboten, sowie Möglichkeiten, digitale Gewalt zu erkennen, ihr entgegenzuwirken und präventive Strategien zu nutzen.
Die Vortragszeit beträgt eine Stunde mit einer anschließenden 30-minütigen Diskussions- und Fragerunde.
Referent: Torben Kirstein, HateAid. – HateAid ist eine gemeinnützige Organisation, die sich für Menschenrechte im digitalen Raum einsetzt und sich auf gesellschaftlicher und politischer Ebene gegen digitale Gewalt und ihre Folgen engagiert.
Wann: Donnerstag, 04.12.2025, 19 Uhr, online
Anmeldung: gleichstellung(at)hs-emden-leer.de
Veranstalter*in: Gleichstellungsstelle der Hochschule Emden/Leer, Fragen bitte an gleichstellung@hs-emden-leer.de
Fakten: Was ist "Gewalt gegen Frauen"?
- Gewalt gegen Frauen ist eine spezifische Form von Gewalt. Sie richtet sich nicht gegen ein willkürliches Opfer, sondern geschieht, weil die Betroffene explizit weiblich ist.
- Geschlechtsspezifische Gewalt ist allgegenwärtig und noch immer in unseren patriarchalen Strukturen verankert.
- In Deutschland ist jede dritte Frau mindestens einmal in ihrem Leben von physischer und/oder sexualisierter Gewalt betroffen, das sind mehr als 12 Millionen Frauen.
- Alle 4 Minuten erlebt eine Frau in Deutschland Gewalt durch ihren Partner oder Ex-Partner– egal, aus welcher sozialen Schicht oder Altersgruppe sie kommt.
- Das Thema Häusliche Gewalt wird dabei auch heute noch häufig bagatellisiert: als Privatsache, Familiendrama oder Einzelschicksale.
- Psychische, ökonomische und soziale Gewalt in Form von Kontrolle über Aufenthaltsorte, Finanzen und Kontakte, Erniedrigung, Drohungen oder Isolation sind dort nicht einmal berücksichtigt.
- Jeden dritten Tag tötet ein Mann seine (Ex-)Partnerin.
- Mehr als die Hälfte aller Frauen meidet im Dunkeln bestimmte Orte und fühlt sich unsicher.
Gewalt gegen Frauen wird in den meisten Fällen von Männern ausgeübt. Die meisten Täter stehen den Frauen nahe: Partnerschaftliche Gewalt ist die häufigste Gewaltform. Typische "Angst-Orte" von Frauen wie Parks oder dunkle Straßen sind statistisch gesehen im Vergleich zur eigenen Wohnung eher seltener der Tatort.
Geschlechtsspezifische Gewalt findet aber auch täglich für viele Frauen, Mädchen und queere Menschen auf der Straße, in Schulen, am Arbeitsplatz sowie in der digitalen Welt statt. Die Formen reichen von sexualisierten Sprüchen wie z. B. auch Catcalling und anzüglichen Gesten über Online-Hass bis hin zu Vergewaltigung und Femizid.
Aktuelle Zahlen: Anzahl der Opfer gestiegen
Laut Medienberichten hat die Zahl der polizeilich erfassten Fälle häuslicher Gewalt in Deutschland im Jahr 2024 einen neuen Höchststand erreicht. Insgesamt wurden 265.942 Menschen als Betroffene registriert – so viele wie nie zuvor seit Beginn der bundesweiten Erhebung. Das entspricht einem Anstieg von rund 3,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahr; im Fünfjahresvergleich liegt der Zuwachs bei fast 14 Prozent. Im Durchschnitt erlebt damit alle zwei Minuten eine Person Gewalt im sozialen Nahraum. Etwa 73 Prozent der Betroffenen sind Frauen.
Besonders häufig geht die Gewalt von Partnern oder Ex-Partnern aus: Im Bereich der Partnerschaftsgewalt wurden rund 171.100 Fälle erfasst, ein Plus von etwa 1,9 Prozent. Fast 80 Prozent der Betroffenen sind weiblich, während die Täter in drei von vier Fällen Männer sind.
Die Betroffenen leiden oft unter langfristigen körperlichen und seelischen Schäden, die ihre Lebensqualität stark beeinträchtigen. Auch Kinder, die in gewalttätigen Haushalten aufwachsen, tragen häufig traumatische Erlebnisse davon, was sich negativ auf ihre Entwicklung auswirken kann. Diese Zyklen von Gewalt setzen sich oft über Generationen fort, was die Dringlichkeit effektiver Präventions- und Interventionsmaßnahmen unterstreicht.
Um häusliche Gewalt nachhaltig zu bekämpfen, ist es notwendig, die Gesellschaft stärker zu sensibilisieren und aufzuklären. Es bedarf einer breiten öffentlichen Debatte, die das Thema enttabuisiert und deutlich macht, dass häusliche Gewalt keine Privatsache ist, sondern ein gesellschaftliches Problem, das uns alle angeht. Darüber hinaus müssen Betroffene ermutigt und befähigt werden, Hilfe in Anspruch zu nehmen, während alle Bürgerinnen und Bürger aufgefordert sind, auf Anzeichen von Gewalt in ihrem Umfeld zu achten und Unterstützung anzubieten.
Die Bereitstellung von Schutz, Beratung und rechtlichen Maßnahmen für Betroffene ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, die nur durch ein gut ausgebautes Hilfesystem und eine enge Zusammenarbeit zwischen Staat und der Bevölkerung bewältigt werden kann. "Denn Gewalt gegen Frauen geht uns alle an!", so Gleichstellungsbeauftragte Gaby Philipps.
Auch in Emden ist häusliche Gewalt trauriger Alltag vieler Betroffener, was die Bedeutung lokaler Beratungs- und Schutzangebote wie der BISS besonders deutlich macht.
BISS Emden
Die Beratungs- und Interventionsstelle gegen häusliche Gewalt (BISS) Emden bietet vertrauliche und kostenfreie Beratung sowie Unterstützung bei häuslicher Gewalt und Stalking – insbesondere im Hinblick auf Maßnahmen des Gewaltschutzgesetzes. Die Angebote richten sich an Frauen und Männer in Emden, die von körperlicher, seelischer und/oder sexueller Gewalt sowie Stalking bedroht oder betroffen sind.
Auch in den Jahren 2023 und 2024 verzeichnete die BISS Emden deutliche Anstiege der Fallzahlen. Sowohl die Gesamtzahl der Fälle als auch die von der Polizei übermittelten Fälle stiegen weiter an, während die Zahl der Selbstmeldungen leicht zurückging.
Im Jahr 2024 wurden insgesamt 281 Personen beraten: 221 Frauen (77,9 %) und 60 Männer (22,1 %). Unter den Beratungsfällen befanden sich auch 10 junge Erwachsene. Von den 43 Selbstmeldungen – also Personen, die sich ohne proaktive Ansprache an die BISS wandten – waren 38 weiblich und 5 männlich. Bei den 173 von der Polizei übermittelten Fällen, in denen die Opfer weiblich waren, waren 163 Täter männlich. Die Mehrheit der Opfer war weiblich (ca. 78 %) und die meisten Täter männlich (ca. 79 %). In einigen Fällen kam es zu gegenseitiger körperlicher Gewalt.
Der Anstieg häuslicher Gewalt stellt die Beratungsstellen vor erhebliche organisatorische und finanzielle Herausforderungen. Es besteht dringender Handlungsbedarf – häusliche Gewalt ist ein gesamtgesellschaftliches Problem.
Das Gewalthilfegesetz des Bundes, das am 27. Februar 2025 verkündet und am 28. Februar 2025 in weiten Teilen in Kraft trat, bildet die gesetzliche Grundlage für ein verlässliches und breitgefächertes Hilfesystem bei häuslicher und geschlechtsspezifischer Gewalt gegen Frauen. Ziel des Gesetzes ist ein Schutzsystem, das schützt, interveniert, die Folgen von Gewalt mindert und präventiv wirkt. Die EU fordert zudem leicht zugängliche Schutzunterkünfte, doch konkrete Maßnahmen und ausreichende Finanzmittel fehlen bislang.
Während der Bund den Ausbau des Hilfesystems plant, liegt die konkrete Umsetzung und Finanzierung weitgehend bei den Ländern und Kommunen, was regionale Unterschiede in der Versorgung begünstigen könnte.
Frauenhaus Emden
In Emden konnte im Oktober 2025 nach intensiver Planungs- und Bauphase sowie dank vielfältiger Unterstützung auf kommunaler, Landes- und Bundesebene der Neubau des Frauenhauses eröffnet und von Frauen und Kindern bezogen werden.
Frauenhäuser dienen dabei gleichzeitig als Kinderschutzhäuser, denn jährlich suchen mehr Kinder als Frauen Schutz in einem Frauenhaus. Der helle, freundlich gestaltete und barrierefreie Neubau bietet flexible Räumlichkeiten, separate Wohneinheiten und damit mehr Privatsphäre. So entsteht ein geschützter Raum, der nicht nur Zuflucht, Unterkunft und Sicherheit bietet, sondern auch Würde, Stärkung, Hoffnung und Perspektive.
Mit dem Neubau des Frauenhauses setzt Emden ein deutliches Zeichen gegen Gewalt an Frauen – für Schutz, Solidarität und Gleichstellung. Gewalt gegen Frauen geht uns alle an!


Sie haben Fragen?
Dann melden Sie sich gerne bei unserer Gleichstellungsbeauftragten Gaby Philipps.
Tel.: (0 49 21) 87 - 12 99
gleichstellung(at)emden.de






