Ergebnisse der Wärmeplanung

Auf dem Weg zur treibhausgasneutralen Wärmeversorgung: Stadt Emden stellt Ergebnisse der Wärmeplanung vor
 
Die Stadt Emden hat einen wichtigen Meilenstein auf dem Weg zur treibhausgasneutralen Wärmeversorgung erreicht. Als Maßnahme aus dem „Masterplan 100 % Klimaschutz“ wurden im Rahmen der kommunalen Wärmeplanung eine digitale Wärmekarte und ein Erläuterungsbericht erstellt, die nun erstmalig der Öffentlichkeit präsentiert werden. Der kommunale Wärmeplan wurde von den Stadtwerken Emden im Auftrag der Stadt Emden erarbeitet. Er zeigt konkrete Maßnahmen und Entwicklungspfade auf, um bis zum Jahr 2040 in Emden eine vollständig treibhausgasneutrale Wärmeversorgung zu realisieren.
 
Oberbürgermeister Tim Kruithoff hebt hervor: „Wenn wir die Weichen für eine zukunftssichere und treibhausgasneutrale Stadt stellen wollen, müssen wir uns ehrlich machen: Die Ziele unseres Masterplans 100 % Klimaschutz erreichen wir nur, wenn wir gleichzeitig auch eine bezahlbare Wärmeversorgung für alle sicherstellen. Dafür braucht es das Engagement jedes Einzelnen. Die Dekarbonisierung der Wärmeversorgung ist die Königsdisziplin des Klimaschutzes – und sie entscheidet maßgeblich über unseren Erfolg. Die nun vorgelegte Wärmeplanung ist der erste große Schritt in Richtung Klimaneutralität.“
 
Grundlage des Berichts ist eine detaillierte Analyse der bestehenden Wärmebedarfe und -infrastruktur sowie des Gebäudebestands. Ergänzt wurde diese durch eine Potenzialerhebung, die neue Möglichkeiten für eine nachhaltige Wärmeversorgung identifiziert hat. Einen interessanten möglichen Baustein kann die Abwärme aus der geplanten Wasserstoffproduktion in Emden darstellen. Abwärme kann neben Luft und Erdwärme eine Wärmequelle für Großwärmepumpen sein und damit eine effiziente Versorgung von Wärmenetzen ermöglichen. In einem Zielszenario wurde auf Basis von Annahmen der zukünftige Wärmebedarf berechnet und auf dieser Grundlage eine mögliche zukünftige Versorgungsstruktur, mit dem Ziel der Treibhausgasneutralität bis 2040, entwickelt. 
 
In weiten Teilen Emdens zeigt sich eine hohe Eignung für dezentrale Versorgungslösungen, insbesondere durch Wärmepumpen. Aber auch kleinere Quartierslösungen und andere alternative Technologien sind zur dezentralen Versorgung denkbar. 
 
Neben bereits bestehenden Wärmenetzen wurden weitere Gebiete identifiziert, die sich besonders für eine leitungsgebundene Wärmeversorgung eignen, zum Beispiel wurden in Teilen von Barenburg, Borssum und Früchteburg, Potenziale für Wärmenetze identifiziert. Parallel zur potenziellen Erschließung neuer Netzgebiete erfolgt die schrittweise Umstellung der bestehenden Wärmenetze auf erneuerbare Wärmequellen.
Derzeit basiert ein Großteil der Wärmeversorgung noch auf fossilem Erdgas. Um die Transformation zu beschleunigen, wurde ein Maßnahmenkatalog entwickelt.

Dieser umfasst:

  • Die Einrichtung von Beratungsangeboten
  • Das Anstreben der Effizienzsteigerung von Gebäuden (Sanierung)
  • Den strategischen Umstieg der Wärmeversorgung kommunaler Liegenschaften
  • Die Entwicklung dezentraler Wärmelösungen
  • Die Planung der Transformation und des Ausbaus von Wärmenetzen
  • Die Schaffung von Rahmenbedingungen für die Umsetzung des Wärmeplans (z.B. durch Wegerechte für Wärmenetze)
  • Die Gründung eines Wärmewende-Teams

Die Wärmeplanung wird künftig alle fünf Jahre fortgeschrieben und an neue Erkenntnisse sowie sich verändernde Rahmenbedingungen angepasst.
 
"Die kommunale Wärmeplanung lebt von Kooperation und Vertrauen. Die enge und konstruktive Zusammenarbeit mit dem Klimaschutzmanagement der Stadt sowie mit weiteren lokalen Akteuren war für uns als Dienstleister besonders wertvoll. Gemeinsam konnten wir ein Ergebnis erzielen, das die lokalen Gegebenheiten berücksichtigt und als strategischer Kompass für die zukünftige klimafreundliche Wärmeversorgung dient", führt Jens Gieselmann, Geschäftsführer der Stadtwerke Emden, aus.
 
Der vorliegende Wärmeplan wurde am 17.09. im Ausschuss für Stadtentwicklung, Umwelt und Klimaschutz der Stadt Emden vorgestellt und geht nun in die Öffentlichkeitsbeteiligung. Bis zum 30.10.2025 haben alle Emder Bürgerinnen und Bürger die Gelegenheit Ihre Anmerkungen und Stellungnahmen einzureichen. Zu finden ist der Wärmeplan im Verwaltungsgebäude II der Stadt Emden, Ringstraße 38b, Raum 212 und/oder unter www.emden.de/waermeplan. Des Weiteren sind zur umfangreichen Beteiligung zwei Informationsveranstaltungen für die Öffentlichkeit in Kooperation mit den Stadtwerken Emden geplant, diese werden am 24.09.2025 , um 17 Uhr und am 07.10.2025, um 14 Uhr, im Kundencenter der Stadtwerke Emden stattfinden. Anmeldungen bitte über www.emden.de/waermeplan.