Rund 320 Beteiligte – 120 Spontanhelfende erprobten gemeinsam mit Einsatzkräften den Ernstfall
Rund 320 Menschen haben am Samstag, 26. September, an einer großangelegten Schadstoffunfallbekämpfungsübung der Stadt Emden und des Niedersächsischen Landesbetriebs für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) teilgenommen. Darunter waren rund 120 Spontanhelfende aus der Bevölkerung. Geprobt wurde ein umfangreiches Schadensszenario nach einer angenommenen Schiffshavarie im Bereich der Knock mit austretenden Schadstoffen und einem beschädigten Deich.
Übung an mehreren Einsatzorten
Die Übung erstreckte sich über mehrere Bereiche im Umfeld der Knock und der sogenannten „Schweinebucht“ am Schafstall. An verschiedenen Übungsflächen wurden unterschiedliche Einsatzszenarien dargestellt. Hinzu kamen die Katastrophenschutzhalle, die als Ausgangspunkt für die Sandsacklogistik diente, sowie die Hochschule als Registrierungsstelle für die Spontanhelfenden. Die Technische Einsatzleitung war im Kulturbunker eingerichtet, der Krisenstab arbeitete aus dem Lage- und Führungszentrum in der Hermann-Löns-Straße.
Schadstoffbekämpfung, Personensuche und Deichschutz
Im Mittelpunkt stand die Bekämpfung einer angenommenen Ölverschmutzung. Die Einsatzkräfte von Feuerwehr und Hilfsorganisationen arbeiteten dabei mit Spezialgerät des NLWKN. Geübt wurden unter anderem das Absaugen ölhaltiger Anhaftungen von Steinpackungen, die Reinigung mit Hochdrucktechnik, der Einsatz eines Skimmers sowie der Aufbau eines Auffangbehälters. In der „Schweinebucht“ wurde außerdem die händische Entfernung von ölhaltigen Anhaftungen von Strandabschnitten und Steinpackungen mit Schaufeln und Eimern geübt.
Ein weiterer Schwerpunkt war die Suche nach vermissten Personen. Die Rettungshundestaffel Waterkant suchte gemeinsam mit Einsatzkräften des DRK, der Johanniter-Unfall-Hilfe und Drohneneinheiten der Feuerwehr nach Personen in unwegsamem Gelände.
Auch der Deich- und Hochwasserschutz wurde praktisch erprobt. Einsatzkräfte und Spontanhelfende übten den Aufbau eines Hochwasserschutzsystems sowie den Transport und das Verlegen von Sandsäcken. Die fachliche Betreuung am Übungsdeich übernahm das THW. In der Katastrophenschutzhalle konnten zudem Sandsäcke mit einer neu angeschafften Sandsackfüllmaschine des Landes Niedersachsen befüllt werden.
Darüber hinaus wurden unter anderem die Dekontamination von Einsatzkräften, die Probenentnahme an kontaminierten Flächen, der Umgang mit kontaminierten Wildtieren sowie die Arbeit der Höhenrettungs- und Tauchergruppe der Feuerwehr dargestellt.
120 Spontanhelfende machen aktiv mit
Eine besondere Rolle spielte die Bevölkerung. Die rund 120 Spontanhelfenden wurden zunächst registriert und anschließend mit Shuttles zu den verschiedenen Einsatzabschnitten gebracht. Dort konnten sie nicht nur zuschauen, sondern selbst an verschiedenen Mitmachstationen tätig werden. Damit wurde gleichzeitig das Spontanhelferkonzept der Stadt Emden praktisch erprobt. Ziel ist es, die große Hilfsbereitschaft der Bevölkerung im Katastrophenfall gezielt zu koordinieren und dafür zu sorgen, dass die Unterstützung dort ankommt, wo sie benötigt wird, ohne die Einsatzabläufe zu behindern.
Die Übung ist erfolgreich verlaufen. Die große Zahl an Beteiligten und insbesondere die rund 120 Spontanhelfenden ist ein positives Zeichen. Gleichzeitig konnten die beteiligten Einsatzorganisationen ihre Zusammenarbeit, die verschiedenen Einsatzverfahren und die Koordination der spontanen Helferinnen und Helfer unter realitätsnahen Bedingungen erproben.
Das Fazit fällt daher positiv aus: Die Übung hat eindrucksvoll gezeigt, wie wichtig das Zusammenspiel von Feuerwehr, Hilfsorganisationen, Verwaltung, Fachbehörden, weiteren Organisationen und der Bevölkerung im Katastrophenschutz ist. Gleichzeitig liefert die Übung wichtige Erkenntnisse für die weitere Arbeit und die Vorbereitung auf mögliche Schadenslagen.

