Johann-Friedrich-Dirks-Preis 2026

In einem feierlichen Rahmen ist am Mittwochabend im Festspielhaus am Wall der Johann-Friedrich-Dirks-Preis 2026 verliehen worden. Rund 150 geladene Gäste erlebten eine abwechslungsreiche Veranstaltung, mit der die Seehafenstadt Emden erneut herausragendes Engagement für die Pflege und Weiterentwicklung der plattdeutschen Sprache und Kultur würdigte.

Unter dem diesjährigen Motto "So sünnerbaar mien Harte sleit" – "so sonderbar mein Herz schlägt" – stand die Preisverleihung ganz im Zeichen der emotionalen Ausdruckskraft des Niederdeutschen. Das Zitat des Emder Dichters Johann Friedrich Dirks verweist auf die Vielfalt menschlicher Empfindungen und unterstreicht zugleich die poetische Tiefe der plattdeutschen Sprache.

Preisstifter Marcus Dirks und Oberbürgermeister Tim Kruithoff begrüßten als Gastgeber gemeinsam mit Moderator Ludger Abeln die Gäste und betonten die besondere Bedeutung des Niederdeutschen für die Region. 
 
"Die plattdeutsche Sprache ist ein wesentlicher Teil unserer Identität. Gleichzeitig lebt sie davon, dass sie sich weiterentwickelt und neue Wege geht. Genau das zeigen die diesjährigen Preisträgerinnen und Preisträger eindrucksvoll.", so Oberbürgermeister Tim Kruithoff. 

Innovationspreis erstmals als Hauptpreis verliehen
Erstmals wurde der Johann-Friedrich-Dirks-Preis in diesem Jahr inhaltlich weiterentwickelt: Mit dem Innovationspreis als Hauptauszeichnung setzt die Stadt Emden bewusst einen neuen Schwerpunkt auf kreative und zeitgemäße Formen der Sprachvermittlung.

Die Jury würdigte damit insbesondere Projekte, die das Plattdeutsche im Alltag erlebbar machen und neue Zielgruppen – insbesondere junge Menschen – ansprechen.

Der Innovationspreis 2026, dotiert mit 2.500 Euro sowie die Dirks-Preisstatue (liebevoll „Figök“ genannt), ging an Birgit Frerichs von der Friesenbühne Emden für ihre Inszenierung des Theaterstücks "Se seggt. He seggt." nach Ferdinand von Schirach.

Mit der bundesweit ersten niederdeutschen Fassung des Gerichtsdramas setzte Frerichs ein starkes Zeichen für die Ausdruckskraft des Plattdeutschen auch in komplexen gesellschaftlichen Diskursen. Die Jury hob neben der sprachlichen Leistung insbesondere die innovative künstlerische Umsetzung hervor.

Weitere Preisträgerinnen und Preisträger
Neben dem Innovationspreis wurden weitere Auszeichnungen in unterschiedlichen Kategorien vergeben:

  • Musikpreis (1.000 Euro): Sabine Santjer für ihr Album „Leev“ 
  • Kinder- und Jugendliteratur (1.000 Euro): Gunda Johanne von Aschwege für „Trüllen, Bicken, Söken und Spass hebben“
  • Kinder- und Jugendpreis (geteilt, je 500 Euro):
    Lasse Reuss für „Döörpkind“ 
    Kindergarten Loquard gemeinsam mit Meenje van Velde für „Döörpkind“ 

Die Jury entschied sich in diesem Jahr bewusst für eine Teilung des Kinder- und Jugendpreises, um sowohl individuelles Engagement als auch institutionelle Bildungsarbeit gleichermaßen zu würdigen.

Hochkarätige Jury mit regionaler Verankerung
Die Auswahl der Preisträgerinnen und Preisträger erfolgte durch eine fachkundig besetzte Jury. Den Vorsitz führt Oberbürgermeister Tim Kruithoff.

Weitere Mitglieder sind:

  • Jann Aden (Schauspieler, u. a. Spööldeel Transvaal)
  • Silke Arends (Chefredakteurin Ostfriesland-Magazin, Preisträgerin des Dirks-Preises)
  • Heike Dirksen (Plattdeutschbeauftragte der Stadt Emden)
  • Grietje Kammler (Plattdüütskbüro der Ostfriesischen Landschaft) 

Die Jury war am 1. Februar 2024 im Rahmen einer Feierstunde zum 150. Geburtstag von Johann Friedrich Dirks vorgestellt worden.

Feierlicher Abend mit künstlerischen Beiträgen
Die Preisverleihung wurde von Moderator Ludger Abeln begleitet und durch Laudationes aus der Jury gestaltet. Musikalisch bereicherte die Preisträgerin Sabine Santjer den Abend mit mehreren Live-Beiträgen.

Ein besonderer künstlerischer Höhepunkt war die szenische Darbietung aus dem ausgezeichneten Theaterstück „Se seggt. He seggt.“ durch Birgit Frerichs und Kalle Frerichs, die eindrucksvoll die inhaltliche Tiefe und Ausdruckskraft des Werkes verdeutlichte.

Im Anschluss klang der Abend bei einem gemeinsamen Empfang aus.

Hintergrund zum Johann-Friedrich-Dirks-Preis
Mit dem Johann-Friedrich-Dirks-Preis erinnert die Stadt Emden an das Wirken des gleichnamigen Dichters und setzt zugleich ein starkes Zeichen für die Zukunft des Niederdeutschen. Der Preis wird jährlich zu einem wechselnden Thema ausgelobt.

Die nächste Ausschreibung startet am 9. Februar 2027, dem Geburtstag von Johann Friedrich Dirks.