Neugestalteter Dorfplatz in Harsweg eingeweiht

Mit einer feierlichen Zeremonie wurde heute der umfassend sanierte und neugestaltete Dorfplatz im Emder Stadtteil Harsweg offiziell eingeweiht. Im Beisein zahlreicher Bürgerinnen und Bürger sowie Vertreterinnen und Vertreter des Bürgervereins Harsweg, des Rates der Stadt Emden, der Verwaltung, der ausführenden Baufirmen und weiterer am Projekt Beteiligter enthüllte Oberbürgermeister Tim Kruithoff feierlich das neue Namensschild: Aus dem Dorfplatz wird der „Cohenplatz“.
Die Umbenennung würdigt die jüdische Familie Cohen, die von 1872 bis zu den Novemberpogromen 1938 als angesehene Bürgerinnen und Bürger in Harsweg lebte. In der Zeit des Nationalsozialismus wurde die Familie entrechtet, ihre Villa zwangsweise verkauft, sie selbst schließlich deportiert. Einige Mitglieder kamen im Konzentrationslager Sachsenhausen ums Leben.
„Mit der Benennung des Platzes wollen wir ein klares Zeichen setzen – gegen das Vergessen, für Erinnerung, für Anerkennung und Respekt“, betonte Oberbürgermeister Kruithoff in seiner Ansprache. Die Entscheidung zur Umbenennung wurde einstimmig von Rat und Verwaltung getragen.
Die Neugestaltung des Platzes markiert zugleich einen wichtigen städtebaulichen Impuls für den Stadtteil Harsweg. Abseits des nahegelegenen Fachmarktzentrums hat sich Harsweg seinen dörflichen Charakter bewahrt – mit Einfamilienhäusern, alten Höfen, landwirtschaftlich geprägtem Umfeld und einem lebendigen Gemeinschaftsleben. Der neue Cohenplatz bildet nun die identitätsstiftende Mitte dieses gewachsenen Stadtteils.

Hintergrund zur Baumaßnahme
Das Projekt wurde im Juli 2023 beim Land beantragt, damals noch von Fachbereichsleiter Rainer Kinzel. Die fachliche Betreuung während der Planung und Ausschreibung lag bei Elsche Wilts und Heika Ring und zuletzt dann bei Carina Weck, Fachdienst Stadtplanung. Der Bewilligungsbescheid wurde im September 2023 erteilt. Im Rahmen der Umsetzung folgten dann 2024 zahlreiche Voruntersuchungen und Abstimmungen – etwa zur Umwidmung des Straßenzugs, zur Kampfmittelsondierung und zu denkmalrechtlichen Auflagen wegen der angrenzenden Kapelle. 
Es folgte die Ausschreibung, die dann in der Umsetzung und den Bauarbeiten zwischen dem 3. März und dem 20. Juni 2025 mündete. Die Bauleitung erfolgte durch Bernd Maas vom BEE.
Die Gesamtkosten beliefen sich auf rund 452.000 Euro, wovon 247.022,60 Euro über das EU-Förderprogramm LEADER finanziert wurden. Die Maßnahme entspricht den Zielen des Regionalen Entwicklungskonzepts der LEADER-Region Mittleres Ostfriesland. Ziele waren unter anderem die Wiederbelebung und Stärkung des gesellschaftlichen Lebens sowie die Förderung dörflicher Gemeinschaften.
Die NexXPro GmbH übernahm die Planung, in die auch die OBW eingebunden war. Die Bauausführung erfolgte durch die Firma Huchtmann aus Emden. Weitere beteiligte Firmen waren Fa. Tell KG, Fa. Groenhagen, und Projekt Gartenbau.

Gestaltung und Ausstattung:
•    Die bisherige Schotterfläche wurde mit rund 700 m² Basalit-Antik-Pflastersteinen ausgepflastert, zusätzlich wurden 450 m² asphaltiert.
•    Es entstanden ein Bouleplatz, ein kleiner Spielbereich mit drei Spielgeräten sowie eine neue Begrünung mit sechs Ahorn-Bäumen der Sorte Elsrijk (Acer campestre Elsrijk) und einer Hainbuchenhecke.
•    Noch ausstehend, aber bereits im Vorlauf: ein Crosstrainer und eine Überdachung.
•    In der Platzmitte wurde ein Weihnachtsbaum- und Maibaumständer integriert.
•    Zusätzlich wurden sechs neue Laternen installiert und ein Elektroanschluss (Zähleranschlusskasten) eingerichtet.
•    Ein Baum, der in der Mitte der Rundbank gepflanzt werden soll – eine Esskastanie (Castanea sativa) – wird im Herbst folgen.

Mit dem neuen Cohenplatz ist ein Ort entstanden, der nicht nur dem Gedenken dient, sondern auch als Treffpunkt für alle Generationen zur Verfügung steht – ein lebendiger Mittelpunkt für Harsweg.