Notfallverbund zum Schutz des kulturellen Erbes

Die Museen, Archive und Bibliotheken der Stadt Emden haben gemeinsam mit der Stadtverwaltung eine Vereinbarung zur Gründung eines Notfallverbundes zum Kulturgutschutz unterzeichnet. Ziel des Zusammenschlusses ist es, im Schadens- oder Katastrophenfall – etwa bei Bränden, Wasserschäden oder anderen Extremereignissen – schnell, koordiniert und effektiv handeln zu können, um bedrohte Kulturgüter zu sichern und bestmöglich zu schützen.

Emden ist die Kulturhauptstadt Ostfrieslands. In ihren Museen, Archiven und Bibliotheken werden Kulturschätze von unschätzbarem Wert bewahrt – einzigartige Zeugnisse der Stadt- und Regionalgeschichte, von denen viele seit Jahrhunderten erhalten sind, Kriege überstanden haben und teils mehrfach ausgelagert werden mussten, um sie vor Zerstörung zu bewahren. Ein Verlust dieser Objekte wäre unwiederbringlich. Vor diesem Hintergrund wurde auch im Kulturausschuss des Rates der Stadt Emden wiederholt diskutiert, wie der Schutz dieses kulturellen Erbes im Katastrophenfall weiter verbessert werden kann.

Der nun gegründete Notfallverbund ist die Antwort auf diese Verantwortung. Er stärkt die institutionenübergreifende Zusammenarbeit der Emdener Kultureinrichtungen und verbessert zugleich die präventive Vorsorge. Vereinbart wurden unter anderem gemeinsame Abläufe für den Ernstfall, die Erstellung und regelmäßige Fortschreibung objektbezogener Gefahrenabwehr- und Notfallpläne sowie eine abgestimmte Alarmierungs- und Kommunikationsstruktur. Ergänzt wird dies durch regelmäßige Schulungen und Übungen der beteiligten Mitarbeitenden. Darüber hinaus sollen gemeinsam notwendige Materialien zur Bergung und Sicherung von Kulturgut angeschafft und vorgehalten werden.

Ein besonderer Fokus liegt auf der engen Abstimmung mit Einsatzkräften, insbesondere der Feuerwehr. Durch klar definierte Ablaufpläne für die einzelnen Häuser soll im Ernstfall gezielt und fachlich fundiert gehandelt werden können. Zudem ist ein kontinuierlicher Austausch mit anderen Notfallverbünden vorgesehen, um von bestehenden Erfahrungen und bewährten Verfahren zu profitieren.

„Viele der Kulturschätze, die wir in Emden bewahren, haben Jahrhunderte überdauert. Es ist unsere Verantwortung, alles dafür zu tun, dass sie auch kommenden Generationen erhalten bleiben“, betont Oberbürgermeister Tim Kruithoff. „Ich freue mich sehr, dass es übergreifend über alle Kultureinrichtungen gelungen ist, diesen Notfallverbund zu gründen. Das ist ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung. Er zeigt die hervorragende Kooperation unserer Einrichtungen und setzt zugleich einen klaren Wunsch des Rates der Stadt Emden um. Für dieses Engagement danke ich allen Beteiligten ausdrücklich.“

Zu den Gründungsmitgliedern des Notfallverbundes Emden zählen das Ostfriesisches Landesmuseum Emden, 1820dieKUNST, das Stadtarchiv Emden, die Johannes a Lasco Bibliothek sowie die Kunsthalle Emden. Der Verbund ist offen für weitere Emder Institutionen, die Kulturgut bewahren und sich aktiv an der gemeinsamen Vorsorge- und Schutzarbeit beteiligen möchten.

Mit der Gründung des Notfallverbundes unterstreicht die Stadt Emden ihren Anspruch, kulturelle Verantwortung nicht nur zu benennen, sondern aktiv wahrzunehmen – im engen Schulterschluss zwischen Politik, Verwaltung und Kultureinrichtungen.

v. r.: Jasmin Alley, Oberbürgermeister Tim Kruithoff, Gregor Strelow, Dr. Klaas-Dieter Voß, Andree Heinks, Christian Rose, Michael Kühn