Wie berichtet, setzt die Stadt Emden die schrittweise Umsetzung ihres Parkraumkonzeptes für die Innenstadt fort. Nachdem bereits im vergangenen Jahr mehrere Quartiere in die Parkraumbewirtschaftung einbezogen wurden, wird ab 1. Mai 2026 auch das sogenannte Behördenviertel bewirtschaftet.
Zur Vorbereitung der neuen Parkregelung wird auch der Mittelstreifen in der Ringstraße angepasst, um das bisher unsortierte Parken zu ordnen. Die Mitarbeitenden des Baubetriebs der Stadt Emden beginnen mit den Arbeiten am 7. April. Es werden folgende Arbeiten ausgeführt:
- Entfernung sämtlicher Betonpoller
- Durchführung von Pflegearbeiten an den Bäumen
- Aufarbeitung der gesamten Schotterfläche
- Aufstellung neuer WPC‑Poller
- Installation von zwei Tauwerken als Abgrenzung mithilfe der neuen Poller
Die Arbeiten erfolgen so, dass jeweils nur eine der drei Parkflächen zeitweise gesperrt werden muss.
Zum Hintergrund
Grundlage für das Parkraumkonzept ist ein Beschluss des Rates der Stadt Emden vom Februar 2025, mit dem eine Neuordnung des Parkens innerhalb des Emder Wallrings beschlossen wurde. Ziel ist es, den vorhandenen Parkraum besser zu steuern, Anwohnerinnen und Anwohner zu entlasten und den Parksuchverkehr in den Wohnquartieren zu reduzieren. Weiter ist es eine Forderung des Einzelhandels, mehr Parkraum in der Innenstadt zu schaffen. Dies soll über ein neues Parkhaus an der Pottgießerstraße erfolgen. Ein solches Parkhaus lässt sich gleichwohl nicht kostendeckend betreiben, wenn die umliegenden Parkplätze kostenlos sind.
„Der öffentliche Raum in unserer Innenstadt ist begrenzt. Viele Menschen nutzen ihn jeden Tag – Beschäftigte, Besucherinnen und Besucher sowie die Bewohnerinnen und Bewohner der Innenstadt. Mit der Parkraumbewirtschaftung schaffen Rat und Verwaltung eine gerechtere Nutzung des vorhandenen Parkraums und verbessern gleichzeitig die Situation für Anwohnende.“, so Oberbürgermeister Tim Kruithoff.
Hohe Auslastung im Behördenviertel
Ein von der Stadt beauftragtes Verkehrsplanungsbüro hat im Behördenviertel eine durchschnittliche Stellplatzauslastung von rund 80 Prozent festgestellt. Besonders in den Vormittagsstunden zwischen 8 und 13 Uhr kommt es regelmäßig zu einer nahezu vollständigen Auslastung der vorhandenen Parkplätze.
Neben Berufspendlerinnen und -pendlern nutzen auch Besucherinnen und Besucher der Innenstadt sowie Kundinnen und Kunden der Verwaltung die vorhandenen Stellflächen. Gleichzeitig sind viele Bewohnerinnen und Bewohner der Innenstadt auf öffentliche Stellplätze angewiesen, da private Parkmöglichkeiten häufig nicht vorhanden sind.
Die hohe Nachfrage führt regelmäßig zu sogenannten Parksuchverkehren, bei denen Fahrzeuge mehrfach durch das Quartier fahren, um einen freien Stellplatz zu finden. Dies belastet den Verkehrsfluss und wirkt sich negativ auf die Wohnqualität durch zusätzliche Lärm- und Abgasemissionen aus.
Gebührenpflichtiges Parken im Behördenviertel
Mit der Einführung der Parkraumbewirtschaftung wird der Bereich zwischen Cirksenastraße, südlich der Ringstraße und Nesserlander Straße künftig als grüne Bewirtschaftungszone ausgewiesen.
Ab dem 1. Mai 2026 gilt dort eine Parkgebühr von
- 1,00 Euro pro Stunde
- 6,00 Euro für ein Tagesticket
Wie bisher wird die Ringstraße inklusive des in Kürze entwickelten Mittelstreifens ebenfalls bewirtschaftet. Kostenfreie Stellplätze im öffentlichen Straßenraum stehen in diesem Bereich dann nicht mehr zur Verfügung.
Privilegien für Anwohnende
Wesentliches Ziel des Parkraumkonzeptes ist die stärkere Berücksichtigung der Bedürfnisse von Bewohnerinnen und Bewohnern der Innenstadt. Hier haben Rat und Verwaltung in den letzen Jahren unzählige Beschwerden erhalten. Anwohnende können künftig über Anwohnerparkausweise bevorzugt wohnortnah parken. Gegen eine Gebühr von 90,00 Euro im Jahr entfällt dann die Notwendigkeit der Entrichtung der genannten Parkgebühren. Diese Anwohnerparkausweise können ab sofort bei der Straßenverkehrsbehörde beantragt werden. Die Anwohner wurden per Hauswurfsendung informiert.
Mit der Einführung der Bewirtschaftung im Behördenviertel setzt die Stadt die schrittweise Umsetzung des Parkraumkonzeptes innerhalb des Emder Wallrings fort. Bereits im vergangenen Jahr wurden die Quartiere Schreyers Hoek, Boltentorviertel und AOK-Viertel in die Parkraumbewirtschaftung einbezogen. In diesen Quartieren zeigen sich positiv Effekte. Gleichzeitig verlagern sich Parkdruck und Parksuchverkehre in die Stadtteile Klein- und Groß-Faldern. Daher hat die Verwaltung dem Rat empfohlen, die hier vom Rat vorgesehene Zurückstellung der Quartiere aufzugeben und ebenfalls in die Bewirtschaftung zu gehen. Eine Rückmeldung dazu steht noch aus.
Die Stadt verfolgt mit dem Konzept das Ziel, die vorhandenen Stellplätze gerechter zu verteilen, die Wohnquartiere zu entlasten und die Aufenthaltsqualität in der Innenstadt zu verbessern.
Weitere Informationen finden Sie auch online unter emden.de/parkraumkonzept