Physiotherapie-Ausbildung in Emden zunächst für ein Jahr gesichert

Land und Stadt schaffen verlässliche Übergangslösung
Gute Nachrichten aus dem Niedersächsisches Kultusministerium: Das Land Niedersachsen arbeitet gemeinsam mit der kreisfreien Stadt Emden an einer tragfähigen Lösung für ein durchgängiges Angebot der Physiotherapie-Ausbildung in Emden. Grundlage dafür ist die engagierte Arbeit im Rahmen des Modellversuchs an den Berufsbildende Schulen I Emden. Dort wurden bereits konzeptionelle Vorarbeiten geleistet und Lehrkräfte gezielt qualifiziert.

Für das kommende Ausbildungsjahr 2026/2027 gibt es nun eine verlässliche Zusage: Alle angemeldeten Schülerinnen und Schüler können das qualitativ hochwertige Ausbildungsangebot in Emden wahrnehmen. Niemand muss auf andere Standorte ausweichen – alle registrierten Bewerberinnen und Bewerber erhalten einen Ausbildungsplatz.

Um die Ausbildung dauerhaft in Emden zu etablieren, wird derzeit an einer langfristigen Struktur gearbeitet. Ziel ist es, die Physiotherapie-Ausbildung gemeinsam mit geeigneten Partnern – etwa Krankenhäusern – in ein privat getragenes Modell zu überführen. Dabei sollen auch die speziell für diesen Bildungsgang qualifizierten Lehrkräfte eingebunden werden. Alle Beteiligten arbeiten mit Hochdruck an einer nachhaltigen Lösung.

Sollte sich bis zum Ausbildungsbeginn im Sommer 2026 noch keine tragfähige Perspektive abzeichnen, wird das Land die Genehmigung für die Berufsbildenden Schulen in Emden übergangsweise ein letztes Mal um ein Jahr verlängern.
 
Oberbürgermeisters Tim Kruithoff betont:„ Wir danken Frau Kultusministerin Hamburg ausdrücklich für die gefundene Übergangslösung. Damit ist die physiotherapeutische Versorgung in Emden und der gesamten Region – von den Umlandgemeinden bis zu den Inseln – zunächst kurzzeitig übergangsweise für ein Jahr gesichert. Gleichzeitig bleibt unser klares Ziel, die Ausbildung dauerhaft vor Ort zu etablieren. Die Argumente dafür sind eindeutig: Der Bedarf an Fachkräften ist hoch und wächst weiter. Alle bisherigen Absolventinnen und Absolventen wurden unmittelbar in der Region übernommen. Die wohnortnahe Ausbildung unterstützt damit konkret die Gesundheitsversorgung in der Region. Viele junge Menschen könnten eine solche Ausbildung außerhalb der Region aus finanziellen oder familiären Gründen gar nicht aufnehmen. Das Angebot in Emden eröffnet ihnen eine echte Perspektive. Der Schulversuch hat sich fachlich bewährt, ist stark mit regionalen Einrichtungen vernetzt und nutzt vorhandene Strukturen effizient. Angesichts des zunehmenden Fachkräftemangels wäre ein Auslaufen des Angebots nach einem Jahr nicht verantwortbar. Deshalb setzen wir uns weiterhin mit Nachdruck auch in Zusammenarbeit mit den örtlichen Kliniken für eine dauerhafte Lösung in der Region ein.“
 
Kultusministerin Julia Willie Hamburg sagt: "Ich freue mich, dass wir gemeinsam mit der Stadt Emden in konstruktiven Gesprächen eine tragfähige Perspektive für die Zukunft der Physiotherapie-Ausbildung vor Ort gefunden haben. Damit ist sichergestellt, dass Bewerberinnen und Bewerber sowie bereits angemeldete Auszubildende nach Auslaufen des Schulversuchs ein qualitativ hochwertiges und kostenfreies Ausbildungsangebot erhalten. Die Vereinbarung schafft Planungssicherheit und stärkt zugleich die Fachkräftesicherung im Gesundheitsbereich. Mein Dank gilt allen Beteiligten für die sachliche und lösungsorientierte Zusammenarbeit und den Berufsbildenden Schulen I Emden für das hohe Engagement."
 
Diese Regelung gilt übrigens auch für die beiden anderen niedersächsischen Berufsschulen in Hameln und Buxtehude, die ebenfalls an diesem Schulversuch teilnehmen.