Verlässlichkeit statt Dauerverunsicherung

Lesen Sie hier eine Stellungnahme von Oberbürgermeister Tim Kruithoff:

Die erneuten Berichte über mögliche Einschnitte bei Volkswagen verunsichern die Menschen in unserer Stadt und ganz Ostfriesland zutiefst. Und genau das kritisiere ich.

Es ist das zweite Mal innerhalb kurzer Zeit, dass die Beschäftigten und ihre Familien mit solchen Szenarien konfrontiert werden. Bereits Ende 2024 hat die damalige Debatte über Werksschließungen monatelang für große Unsicherheit gesorgt – weit über das Werk hinaus. Denn am Volkswagen-Standort Emden hängen tausende Arbeitsplätze und die wirtschaftliche Stärke einer ganzen Region.

Dabei hat das Werk Emden seine Hausaufgaben gemacht. Die Beschäftigten haben den Wandel zur Elektromobilität mitgetragen, Prozesse verbessert und die Wettbewerbsfähigkeit des Standortes deutlich gesteigert. Das Werk ist auf Zielkurs. Wer diesen Weg einfordert, muss nun auch zu seinem Wort stehen.

Für mich gilt: Verträge sind einzuhalten. Verlässlichkeit ist keine Einbahnstraße. Die Beschäftigten haben ihren Beitrag geleistet – jetzt ist der Vorstand am Zug.

Ich erwarte deshalb von der Aufsichtsratssitzung am 9. Juli ein klares Bekenntnis zum Standort Emden. Die Menschen müssen sich darauf verlassen können, dass Vereinbarungen gelten, Zusagen Bestand haben und die monatelange Verunsicherung endlich ein Ende findet.

Ich stehe fest an der Seite der Beschäftigten. Ich bin im engen Austausch mit dem Werk, den Betriebsrat und der IG Metall und wir werden gemeinsam mit ihnen für den Standort Emden kämpfen.

Und ich nehme auch die Landesregierung beim Wort. Ministerpräsident Olaf Lies hat erklärt, dass er zum Standort Emden steht. An diesem Versprechen wird er sich messen lassen müssen.

Emden ist ein leistungsfähiger, moderner und zukunftsfähiger Volkswagen-Standort. Die Beschäftigten verdienen Respekt, Verlässlichkeit und eine klare Zukunftsperspektive – und keine zweite Runde der Verunsicherung.