Aufgaben nach dem Unterhaltsvorschussgesetz (UVG)

Wer hat Anspruch auf Leistungen nach dem UVG?

Die Voraussetzungen für die Leistung sind im Unterhaltsvorschussgesetz geregelt.
Anspruch auf Unterhaltsvorschuss besteht, wenn:

  • ein Kind das 12. Lebensjahr noch nicht vollendet hat,
  • im Geltungsbereich des Gesetzes der Elternteil, bei dem das Kind lebt, ledig, verwitwet oder geschieden ist oder von seinem Ehegatten oder Lebenspartner dauernd getrennt lebt und
  • der andere Elternteil, bei dem das Kind nicht lebt, keinen oder nur teilweise oder
    unregelmäßig Unterhalt zahlt bzw. das Kind nach dem Tod des unterhaltspflichtigen Elternteils keine ausreichenden Waisenbezüge erhält.

Darüber hinaus (neu ab dem 1. Juli 2017) besteht Anspruch auf Unterhaltsleistung bis zur Vollendung des 18.Lebensjahres des Kindes, wenn

  • das Kind keine Leistungen nach dem SGB II bezieht oder durch die Unterhaltsleistung die Hilfebedürftigkeit des Kindes vermieden werden kann oder
  • der betreuende Elternteil mit Ausnahme des Kindergeldes über Einkommen von mindestens 600 Euro verfügt.

Grundsätzlich haben alle Kinder, die die allgemeinen gesetzlichen Anspruchsvoraussetzungen erfüllen, unabhängig von ihrer Staatsangehörigkeit, einen Anspruch auf deutschen Unterhaltsvorschuss. Eine Ausnahme besteht für nicht freizügigkeitsberechtigte Kinder; in diesen Fällen ist ein Anspruch auf Leistungen nach dem UVG von einem bestimmten Aufenthaltstitel abhängig.

Wie hoch ist der Unterhaltsvorschuss?

Wenn der allein erziehende Elternteil Anspruch auf volles Kindergeld hat, beträgt der Unterhaltsvorschuss  in Niedersachsen:

  • für Kinder im Alter von 0 - 5 Jahren: 160 € monatlich - ab 1.07.2019: 150 € monatlich
  • für Kinder im Alter von 6 - 11 Jahren: 212 € monatlich - ab 1.07.2019: 202 € monatlich
  • für Kinder im Alter von 12 - 17 Jahren: 282 € monatlich - ab 1.07.2019: 272 € monatlich 

Das Einkommen der Kinder aus zumutbarer Arbeit und /oder Vermögen wird berücksichtigt, wenn keine allgemein bildende Schule mehr besucht wird.

Unterhaltsvorschuss wird allerdings gegebenenfalls auf Hilfeleistungen zum Lebensunterhalt nach dem Sozialgesetzbuch XII - Zwölftes Buch - durch das Sozialamt bzw. auf das Sozialgeld nach dem Sozialgesetzbuch II - Zweites Buch - durch das Jobcenter angerechnet.

Wie ist das Antragsverfahren?

Unterhaltsvorschuss muss schriftlich beantragt werden. Zuständig für die Antragsbearbeitung und Auszahlung des Unterhaltsvorschusses in Emden ist der Fachdienst Jugendhilfe im Jugendamt Emden.

Sie können den Antrag auf Unterhaltsvorschuss auf Ihren Computer herunterladen und auch am Bildschirm ausfüllen. Den unterschriebenen Antrag und ggf. das Ergänzungsblatt für Kinder ab 12 Jahren können Sie dann an im Fachdienst Jugendhilfe im Jugendamt abgeben. Es hat sich als hilfreich erwiesen, den Antragsvordruck dort persönlich abzugeben, um auch die notwendigen Informationen und Erkenntnisse über den gestei-gert unterhaltspflichtigen anderen Elternteil, der das Kind nicht betreut, zu vermitteln.

Wenn Sie der Ansicht sind, dass Ihr Kind oder Ihre Kinder möglicherweise Anspruch auf Leistungen nach dem Unterhaltsvorschussgesetz haben, können Sie gern Kontakt mit uns aufnehmen und sich von uns beraten lassen!