Warum wird in Emden viel getestet?
In Emden wird derzeit eine sehr hohe Zahl an Antigentestungen durchgeführt. Bedingt durch den derzeitigen Status als Hochinzidenzkommune (bundesgesetzliche Notbremse) stehen viele Dienstleistungen unter Testvorbehalt, die in Kombination mit reisebedingten Testungen zu einer sehr hohen Nachfrage bei den örtlichen Testzentren führen. Diese führen schon jetzt täglich 1.400 Testungen durch, Tendenz steigend.
Wichtig: Positive Antigentests werden in der offiziellen Statistik und somit bei der Inzidenzberechnung nicht berücksichtigt. Erst wenn der nachfolgende PCR-Test ein positives Ergebnis zeigt, ist eine Infektion belegt und wird auch weitergemeldet. Das war bislang in 135 Fällen der Fall.
Wie sieht die Teststrategie in Emden aus?
In Emden wird vom Gesundheitsamt umfangreich und konsequent getestet. Die Teststrategie geht über das hinaus, was zuletzt vom RKI als Mindeststandard definiert wird. Alle Kontaktpersonen werden grundsätzlich 2 mal per PCR getestet (zu Beginn und zum Ende der Quarantäne), um unerkannte Infektionen aufzudecken und weitere Ansteckungen zu vermeiden. Insbesondere Infizierte werden vor Entlassung aus der Isolierung grundsätzlich noch einmal getestet, um zu prüfen, ob noch eine Ansteckungsfähigkeit besteht oder lediglich noch unkritische Virusreste nachgewiesen werden. Dies ist insbesondere von Bedeutung, wenn diese Personen im Anschluß wieder eine Gemeinschaftseinrichtung besuchen.
Ob diese Strategie als "in Emden falsch laufend" eingeschätzt wird, bleibt jedem überlassen. Klar ist, daß mit einer Teststrategie gemäß RKI-Empfehlung (Antigen-Selbsttests zum Ende der Quarantäne ausreichend!) viele Fälle übersehen würden und es dadurch in der Folge zu weiteren Infektionen käme, die mit der Emder Strategie verhindert werden können. Allein in den letzten beiden Wochen wurde in 5 Fällen bei zunächst negativen Kontaktpersonen, die mit Infizierten im einem Hausstand leben, beim Entlassungstest eine Infektion aufgedeckt. Hierbei kann es sich zum Beispiel auch um Kinder handeln, die in der Folge wieder eine KiTa besuchen oder der Schulpflicht unterliegen.
Mehr Schnelltests führen zu höheren Inzidenzzahlen? Hat diese Aussage Bestand?
Wie schon oben ausgeführt werden positive Antigentests weder in der offiziellen Statistik und noch bei der Inzidenzberechnung berücksichtigt. Erst wenn ein nachfolgender positiver PCR-Test eine Infektion belegt, wird diese in der Statistik berücksichtigt und auch als Fall gemeldet. Dennoch führen eine große Anzahl von durchgeführten Schnell- und Selbsttests natürlich zu entsprechenden positiven Befunden. Allerdings würden uns ohne diese Testungen diese überwiegend asymptomatischen Fälle entgehen, somit helfen die Testungen die Kontaktketten sehr frühzeitig, möglichst noch vor Weitergabe der Infektion, zu erkennen und zu bearbeiten. Dies sollte und wird mittelfristig zu einer Verringerung der Infektionszahlen beitragen.
Wie ist der Ablauf in einem Testzentrum, wenn der Schnelltest ein positives Ergebnis ergibt?
Die Testzentren ordnen im Namen des Gesundheitsamtes eine vorläufige Quarantäne und melden den Fall mit dem offiziellen Meldebogen an das Gesundheitsamt. Das Gesundheitsamt wiederum erlässt formell die vorläufige Quarantäne und vereinbart einen Termin für den PCR-Test. Ist der PCR-Test negativ, werden die Personen informiert und die vorläufige Quarantäne aufgehoben. Im Fall eines positiven Ergebnisses, erfolgt ein Quarantänebescheid und die Kontaktpersonennachverfolgung.
Hat die Einwohneranzahl in Emden etwas mit schneller steigenden Inzidenzzahlen zu tun?
Nein, die Inzidenzzahlen sind immer abhängig vom Infektionsgeschehen und werden pro Kommune nach einem Einwohnerzahl-gestützten Schlüssel ausgewiesen, um eine Vergleichbarkeit herzustellen. Richtig ist, dass auf Grund der im Vergleich zu Landkreisen geringen Einwohnerzahl schon zwei größere Cluster mit jeweils 15 Infektionen sich in der Inzidenz mit 60 Punkten auswirken. Das bedeutet häufiger große Sprünge, sowohl bei den Steigerungen als auch eine Woche später bei den Reduzierungen der Inzidenz, während örtliche Infektionsgeschehen in größeren Landkreisen in anderen Bereichen ausgeglichen werden, es sei denn sie treten auch dort flächendeckend auf. Somit ist eine Kommune von der Größe der Stadt Emden schneller von den Maßnahmen der Notbremse betroffen, als größere Kommunen.
Wie und wo fließen positive Tests von Touristen in die Inzidenzzahlen ein?
Diese Fälle fließen immer in die Statistiken des ersten Wohnortes der betroffenen Menschen mit ein und wir melden die Fälle an die dort zuständigen Gesundheitsämter weiter.
Wie lange bin ich als Genesener von einer Testpflicht befreit? Wie erhalte ich den Genesenen-Nachweis?
Solange Sie als vormals (also vor mehr als sechs Monaten) Genesener keine Impfung erhalten, sind Sie wieder im "normalen" Status und unterliegen denselben Verpflichtungen sowie Einschränkungen, d.h. auch der Testpflicht. Allerdings gelten Sie als vormals Genesener bereits mit einer einzigen Impfung als vollständig geimpft. Hierzu muss diese Covid-19 Impfung durch eine separate Bescheinigung (z.B. Impfpass) nachgewiesen und zusammen mit dem Genesenen-Nachweis vorgelegt werden.
Das Emder Gesundheitsamt hat alle Nachweise für von einer Corona-Erkrankung genesene Bürger*innen der Stadt Emden erstellt und per Post versandt. Darunter sind auch die Nachweise, deren unmittelbare Wirkung (also 6 Monate nach Feststellung der Infektion) als Ersatz für die Testpflicht schon abgelaufen ist. Zukünftig werden wir die Genesenen-Nachweise mit dem Aufhebungsbescheid versenden.