Der Schwanenteich ist seit je her ein wichtiger Anziehungspunkt sowie Erholungs- u. Bewegungsraum für Emder BürgerInnen und BesucherInnen. Die Stadt Emden investiert in den nächsten Monaten 1 Mio. € (2/3 Förderung) um das Nutzungsangebot und die Aufenthaltsqualität der Anlage Schwanenteich zu verbessern und an die Wünsche einer modernen Stadtgesellschaft anzupassen. Die historische Parkgestaltung mit stilprägenden Elementen dient als Grundlage dieser Entwicklung und wird sichtbar gemacht. Mit der Überarbeitung des Schwanenteichs wird die Naherholungsqualität für alle Zielgruppen und Altersklassen deutlich gestärkt und eine Anbindung an angrenzende Quartiere verbessert.
Das Phänomen der Gruppen in verschiedenen Altersstufen, die sich ihren Raum suchen, gibt es nicht erst seit dem Friesenhügel oder dem Skatepark. Immer wieder kommt das Gemeinwesen an den Punkt, dass oft Gruppen durch Lautstärke, Alkohol- und möglicherweise auch Drogenmissbrauch, Müll und rebellisches Verhalten auffallen. Auf der anderen Seite muss die Öffentlichkeit auch ein gewisses Verständnis dafür entwickeln, dass öffentliche Flächen auch von der Öffentlichkeit genutzt werden. Wir brauchen Flächen wie den Schwanenteich, wo sich entsprechend Menschen aufhalten können. Auch das macht den Charakter einer Stadt aus. Eine reine örtliche Verdrängung störender Gruppen hilft uns hier nicht weiter; denn die Problemlage wird nur erfahrungsgemäß verlagert.
Grundsätzlich dürfen sich natürlich auch Kinder und Jugendliche, aber auch junge Erwachsene, an frei zugänglichen Orten aufhalten und dort mit anderen zusammentreffen. Auch das Hören von Musik und der Genuss legaler Drogen sind im Rahmen der gesetzlichen Bestimmungen tolerabel. Schwierig wird es erst beim Bruch dieser gesetzlichen Bestimmungen und sobald andere Nutzer des freien Raums und auch Anlieger in ihrer eigenen freien Entfaltung eingeschränkt werden. Dies ist im Bereich des Schwanenteichs zur Zeit der Fall, weil es seitens der Anlieger und der Politik Beschwerden gibt. Wir nehmen diese Nutzungskonflikte wahr und wir nehmen sie ernst. Deswegen soll ein ganzheitliches Nutzungskonzept erarbeitet werden.
Eine Patentlösung für die oben beschriebene Herausforderung gibt es nicht.
Folgendes Vorgehen ist seitens der Verwaltung zur Zeit geplant:
- VertreterInnen der kommunalen Prävention mit der Polizei, dem FD öffentliche Sicherheit, der Jugendförderung/Jugendschutz, dem BEE und dem FD Gemeinwesen werden gemeinsam an einem Maßnahmenbündel arbeiten.
- Danach Kontaktaufnahme mit den Betroffenen, um diese zu Wort kommen zu lassen.
- Soweit möglich und als Gruppe identifizierbar Kontaktaufnahme mit den Jugendlichen/Erwachsenen (Gruppen), aber auch Kontrollen durch die Stadt, ggfls. Aussprache von Platzverweisen. Aber: Kommunikation geht vor Konfrontation.
- Ordnungsrechtliche Maßnahme im Umfeld des Schwanenteichs, insbesondere Kontrollen, ob Alkoholabgabe an Kiosken oder Supermärkten korrekt abläuft.
- Erarbeitung einer Benutzungsordnung (Rücksichtnahme, keine laute Musik, Alkoholverbot) für den Schwanenteich, verbunden mit einer Beschilderung zur Schaffung einer rechtlichen Grundlage für Sanktionen.
- Berücksichtigung von planerischen Maßnahmen im Rahmen der Neugestaltung des Schwanenteichs, um auch Gesichtspunkte der späteren Nutzung und deren Auswirkungen zu berücksichtigen. Dabei spielen beispielsweise folgende Fragen eine Rolle:
Wo werden Aufenthaltsräume auf dem Schwanenteichgelände positioniert?
Sind Lärmschutzmaßnahmen zwischen Wohnbebauung und öffentlicher Fläche möglich?
Vandalismus-Sicherheit der eingebrachten Gestaltungselemente/Möblierung
bis hin zu Bereitstellung von Mülleimern.