Emden - Reformationsstadt Europas

Mit Projekten und Aktivitäten an die Reformation erinnern

Emden ist Reformationsstadt Europas. Die Gemeinschaft der Evangelischen Kirchen in Europa (GEKE) hat die ostfriesische Seehafenstadt als erste Stadt Europas mit diesem Titel ausgezeichnet.

Die Stadt Emden hatte sich mit mehreren Kooperationspartnern bei der GEKE um diese Ernennung beworben. Grundlage ist eine Projektpartnerschaft im Rahmen des Reformationsjubiläums 2017 – unterzeichnet von Emdens  Oberbürgermeister Bernd Bornemann, Vertreter der evangelisch-lutherischen und der evangelisch-reformierten Emder Kirchengemeinden, der Mennonitengemeinde Emden, der Johannes a Lasco Bibliothek sowie Verantwortliche der Evangelisch-reformierten Landeskirche und der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers.

Gemeinsam möchte man auf kommunaler und kirchlicher Ebene in den kommenden Jahren in Emden eine Reihe von Aktivitäten und Projekten entwickeln. Es soll an die Reformation erinnert werden und zugleich einen Brückenschlag in die Neuzeit geben, um das Bewusstsein für die vor 500 Jahren in Gang gesetzte Erneuerung der Kirche zu schärfen. Auch legen die Kooperationspartner ihr Augenmerk darauf, deutlich zu machen, dass Emden in einer lebendigen und sich weiterentwickelnden Tradition steht und lebt.

Emden im 16. Jahrhundert - eine kulturelle und wirtschaftliche Blütezeit

Emden gehörte neben Genf und Wittenberg zu den einflussreichsten Stätten der Reformation. Grund dafür war die Bedeutung der Stadt während des spanisch- niederländischen Krieges (1568-1648), denn Emden wurde zum Zufluchtsort von Tausenden von Glaubensflüchtlingen aus den benachbarten Niederlanden. Die Anhänger des reformierten Bekenntnisses, aber auch sogenannte „Täufer“ fanden zunächst Unterschlupf und viele von ihnen letztlich eine neue Heimat in Emden.

So kam es, dass einflussreiche Reformatoren wie Johannes a Lasco, Albert Hardenberg und Menso Alting nach Emden kamen und wirkten – und der Stadt zeitweise den Beinamen „Genf des Nordens“ verlieh. Johannes a Lasco wurde späterhin zum Namensgeber der anno 1559 von der reformierten Kirchengemeinde begründeten Bibliothek. Sie beherbergt bis heute einen historisch-wertvollen Buchbestand zum reformierten Protestantismus und zur Konfessionsgeschichte der Frühen Neuzeit und ist wissenschaftlicher Forschungs- und Tagungsort.

Emden erlebte damals neben der kulturellen auch eine wirtschaftliche Blütezeit. Mit den Glaubensflüchtlingen waren viele Kaufleute, Reeder und Handwerker in die Stadt gekommen und stellten eine Bereicherung für die Stadt dar. Die  Einwohnerzahl stieg von 1.600 auf 15.000 und entsprechend florierte der Handel.  Der Hafen avancierte zu einem der bedeutendsten in Europa und mit ihm die Stadt, in der 1576 ein Renaissance-Rathaus eingeweiht werden konnte, das Emdens Wohlstand symbolisierte und auch Ausdruck des bürgerlichen Selbstbewusstsein war.

Refo500

Refo500 ist eine internationale Plattform. Dort vereinen sich Wissen, Ideen, Tätigkeiten und Produkte auf dem Gebiet der Reformation im 16. Jahrhundert und zeigen ihre heutige Relevanz auf. Auf dieser Plattform arbeiten zahlreiche Partner miteinander daran, der Öffentlichkeit die Bedeutung der Reformation darzulegen und bieten dazu ein entsprechendes Programm an.
An Refo500 beteiligen sich unter anderem evangelische und katholische Organisationen, Universitäten, Museen, Hochschulen, Städte, gewerbliche Einrichtungen etc..
Auch Emden als "Reformationsstadt Europas" ist dabei.

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